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Ein Stein im Schuh bildet sich auch nicht zurück

Ostseeklinik Damp bietet Spezialisten für Wirbelsäulenerkrankungen im Alter Ein Stein im Schuh bildet sich auch nicht zurück

Jede OP sollte genau abgewogen werden. Das gilt auch und besonders für Menschen in höherem Lebensalter. Deswegen profitieren besonders betagte Rückenschmerzpatienten von den Möglichkeiten, die die Abteilung Neurochirurgie der Ostseeklinik Damp bietet: So können Patienten hier stationär zur intensiven konservativen Therapie und Diagnostik aufgenommen werden und finden höchste Kompetenz für wirkungsvolle Maßnahmen zur Schmerzintervention und – sollte doch ein operativer Eingriff nötig sein - für schonende, mikrochirurgische operative Eingriffe vor.  

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Foto: Sven Brügmann

Heutige Senioren haben viel höhere Ansprüche an Ihre Leistungsfähigkeit und Lebensqualität als frühere Generationen und nehmen Beschwerden nicht mehr so einfach als altersbedingt hin. „Zu Recht“, findet Privatdozent Dr. Aldemar Hegewald: „Denn wer z.B. aufgrund einer Einengung des Spinalkanals nur noch 300 Meter am Stück gehen kann, leidet nicht nur Schmerzen, sondern ist auch zunehmend sozial isoliert und gerät leicht in eine Abwärtsspirale aus Bewegungsmangel und immer mehr abnehmender Leistungsfähigkeit.“ 

Im Gegensatz dazu werde es als enorme Verbesserung der Lebensqualität erlebt, wenn  nach einer Operation und einem etwa fünftägigen Klinikaufenthalt wieder an Familienunternehmungen teilgenommen und sogar kleine Wanderungen bewältigt werden könnten, so Hegewald.  Das Problem dabei: Gerade bei älteren Menschen müssen Risiken und Nutzen eines operativen Eingriffs gewissenhaft gegeneinander abgewogen werden. Gleichzeitig stehen gerade bei der Einengung des Spinalkanals die Chancen schlecht, nur mit konservativen Maßnahmen, also ohne Operation, eine ausreichende Besserung zu erreichen. Denn während bei einem Bandscheibenvorfall (typisch für das jüngere und mittlere Lebensalter), eher weiches Gewebe aus der Bandscheibe in den Spinalkanal austritt und auf die Nerven drückt, sind es bei älteren Menschen meist verdickte knöcherne, also harte Strukturen, die sich – im Gegensatz zum Bandscheibenvorfall, der meist nicht operiert werden muss – nicht mehr zurückbilden und schmerzhaft auf die Nerven drücken. „Das ist vergleichbar mit einem Stein im Schuh“, erklärt Hegewald: „Spritzen, Medikamente und Übungen helfen da nicht weiter, der Stein muss raus.“ 

Zum Glück hat es in der Neurochirurgie in den letzten Jahren viele Entwicklungen gegeben, von denen gerade ältere Menschen sehr profitieren. Komplexe operative Eingriffe, die bei älteren Menschen gar nicht oder nur unter hohem Risiko durchführbar waren, sind heute dank moderner Techniken und Instrumente minimalinvasiv, also durch kleine Hautschnitte, möglich. So wird – im Vergleich zu den gängigen offenen Operationsmethoden – weniger Muskulatur beschädigt, der Blutverlust ist geringer und die Patienten erholen sich nach der Operation viel schneller. Zudem geben Entwicklungen, wie Rückenmarksstimulatoren und Schmerzpumpen heute selbst bei langjährigen und sehr starken Schmerzen Hoffnung.

Spinalkanalstenosen

Der Spinalkanal ist eine Art knöcherner Tunnel, der die Wirbelsäule durchzieht. In ihm befindet sich das Rückenmark. Er kann durch verschleißbedingte Knochenwucherungen eingeengt sein. Das kann im Bereich der Lenden- aber auch der Halswirbelsäule auftreten. Im Lendenbereich macht sich die Stenose meist durch Schmerzen in Beinen und Rücken bemerkbar, die typischerweise beim Gehen zunehmen. Einengungen des Spinalkanals im Bereich der Halswirbelsäule tun meist nicht weh und werden deswegen häufig lange Zeit übersehen. Sie äußern sich oft durch Gangunsicherheit, Missempfindungen und Koordinationsstörungen in Armen und Händen. „Mit modernen Operationsmikroskopen können wir Einengungen an der Wirbelsäule mikrochirurgisch über kleine Hautschnitte schonend operieren“, erklärt Hegewald. „In der Regel sind hier keine Verschraubungen notwendig. Sollte dies aufgrund einer instabilen oder verkrümmten Wirbelsäule doch notwendig sein, können wir dies meist ebenfalls minimalinvasiv durchführen.“

Wirbelkörpereinbrüche

Wirbelkörperbrüche, etwa als Folge einer Osteoporose, können zu sehr starken Rückenschmerzen führen. „Hier arbeiten wir intensiv mit unseren Rheumatologen zusammen, die auf die medikamentöse Behandlung der Osteoporose und begleitender Erkrankungen spezialisiert sind“, so Hegewald. Werde dennoch eine Operation nötig, seien diese meist sehr anspruchsvollen Fälle, die viel Erfahrung und technisches Know-how erforderten, in der Neurochirurgie der Ostseeklinik bestens aufgehoben.

Wirbelsäulenmetastasen

Die Zahl älterer Menschen mit Metastasen, also Tochtergewülsten einer Krebserkrankung, in der Wirbelsäule steigt. Dabei kann es zu starken Schmerzen und Symptomen ähnlich einer Querschnittslähmung kommen. Als schonendste und effizienteste Therapieform gilt die Strahlentherapie. „Radikale Metastasenresektionen werden daher nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt“, erklärt Dr. Hegewald: „Bedrängt eine Metastase jedoch mal Nerven oder Rückenmark, wird – meist mikrochirurgisch – die Metastase nur so weit entfernt, dass die Nervenstrukturen entlastet sind und die Strahlentherapie im Anschluss sicher durchgeführt werden kann. Diese neue, viel schonendere Strategie wird gerade unter dem Namen „Separation Surgery“ bekannt. In einigen Fällen können bei ausgeprägten Schmerzen oder instabilen Frakturen auch andere Behandlungen notwendig werden. Diese reichen von Wirbelkörperzementierungen, über minimalinvasive Verschraubungen bis hin zum Ersatz ganzer Wirbelkörper.

Beste Hygienedaten

Ein besonderes Plus an Sicherheit, von dem auch und gerade betagte Patienten profitieren, sind die hervorragenden Hygienedaten in der Ostseeklinik Damp. Infektionen mit multiresistenten Bakterien sind inzwischen ein Dauerthema in der Presse. Und schon Infektionen mit normalen Keimen stellen bei Operationen am Bewegungsapparat eine schwere Komplikation dar. Hier bietet die Ostseeklinik Damp größtmögliche Sicherheit. Als Spezialklinik für Wirbelsäulen- und Gelenkchirurgie werden ausschließlich geplante Eingriffe durchgeführt. Dadurch können die zahlreichen Hygienemaßnahmen mit größter Gewissenhaftigkeit umgesetzt und eingehalten werden. Mit Erfolg: Bei den regelmäßig erhobenen und auch im Internet veröffentlichten Hygienedaten und den Wundinfektionszahlen schneidet die Ostseeklinik seit Jahren hervorragend ab.

Effiziente Schmerzvermeidung

Doch nicht nur der Infektionsschutz beginnt in der Ostseeklinik schon vor der Operation. Da es nach Operationen zu starken Schmerzen kommen kann, werden mit dem Patienten schon vor dem Eingriff die Möglichkeiten der effizienten Schmerzlinderung besprochen. In der Ostseeklinik stehen alle modernen Verfahren zur peri- und postoperativen Schmerzbehandlung zur Verfügung. Dadurch lassen sich selbst stärkste Beschwerden für einen gewissen Zeitraum nahezu auszuschalten. Das ist auch und besonders für Patienten mit chronischen Schmerzen, bei denen ein operativer Eingriff nötig wird oder bei denen eine zusätzlich schmerzhafte Erkrankung aufgetreten ist, sehr wichtig.  

Für Frischoperierte steht in der Ostseeklinik zudem ein elfköpfiges, rund um die Uhr erreichbares Team aus speziell ausgebildeten Pflegekräften, so genannte painnurses (Schmerzschwestern) zur Verfügung. Diese besuchen die Patienten mindestens zweimal am Tag. „Das Ziel ist, gemeinsam mit dem Patienten den optimalen Mittelweg aus Schmerzfreiheit und früher Mobilisation zu finden“, sagt Schwester Kerstin Peeck, die wie die meisten Kollegen des durchweg examinierten Pflegeteams schon seit Jahrzehnten in der Ostseeklinik beschäftigt ist.

Mit Priv.-Doz. Dr. Aldemar Hegewald, seit dem 1. April Chef des insgesamt elfköpfigen Teams der Abteilung Wirbelsäulenchirurgie, verfügt die Ostseeklinik Damp über einen ausgewiesenen Spezialisten in der Behandlung der Halswirbelsäule, schwieriger Wirbelsäulenproblematiken insbesondere bei älteren Patienten sowie den Einsatz minimalinvasiver Techniken mit denen sich größere Operationen oft vermeiden lassen.

Interview

Gemeinsam noch stärker gegen den Schmerz

Neurochirurgen, Orthopäden, Schmerztherapeuten, Rheumatologen beschäftigen sich alle mit Schmerzen. Jeder hat einen anderen Blickwinkel darauf. In der Ostseeklinik Damp arbeiten diese Fachrichtungen zusammen. So entstehen ein mehrdimensionales Bild und ein größeres Verständnis für den Patienten. Wie Rückenpatienten davon profitieren, erklärt Privatdozent Dr. Aldemar Hegewald, Chefarzt der Abteilung Neurochirurgie:

Wo liegt der größte Vorteil Ihres interdisziplinären Konzepts?

„Rückenschmerzen sind oft komplex und können, nicht ausreichend behandelt, schnell in eine chronische Schmerzerkrankung übergehen. Deswegen haben Betroffene oft einen jahrelangen Ärztemarathon hinter sich – ohne die Untersuchungen und Therapien zu bekommen, die ihnen wirklich helfen. Hier in Damp können wir in kürzester Zeit anbieten, wofür die Patienten sonst wochenlang von einem Facharzt zum anderen laufen müssten. Außerdem führt das zusammengetragene Wissen der verschiedenen Fachrichtungen zu einem tieferen Verständnis für den Patienten und seine Erkrankung.“

Wie kann man sich dieses Zusammentragen konkret vorstellen?

„Jeden Donnerstag sitze ich mit meinem Kollegen Dr. Armin Frank, Chefarzt der Abteilung Anästhesie und ausgebildeter Schmerztherapeut sowie unseren leitenden Therapeuten, zusammen und bespreche die Patienten der kommenden Woche. Dabei arbeiten wir einen Stundenplan aus. Darauf stehen eingehende körperliche Untersuchungen in der Neurochirurgie, die Vorstellungen beim Orthopäden, Rheumatologen, Neurologen und Osteopathen, physio- und ergotherapeutische Anwendungen sowie z.B. Testbetäubungen, um herauszufinden, wo der Schmerz genau sitzt. Parallel dazu nimmt der Schmerztherapeut auch die bisherige Medikation unter die Lupe, optimiert diese und beschäftigt sich z.B. auch mit den biopsychosozialen Hintergründen der Schmerzproblematik.“

Und daraus entwickeln Sie dann gemeinsam ein Therapiekonzept?

„Genau. Gemeinsam wird analysiert, was die Untersuchungen, Gespräche, Anwendungen und Testbetäubungen ergeben haben und wie es weitergehen kann: ambulant, mit einer Operation, oder z.B. durch eine erweiterte multimodale Schmerztherapie.“

Vor einer Rückenoperation haben viele Menschen große Angst. Können Sie diese nehmen?

Ganz nehmen kann ich diese Angst leider nicht. Jedoch beherrschen wir in der Ostseeklinik schonende, minimalinvasive Verfahren durch die sich größere Operationen oft vermeiden lassen.

Können Sie ein Beispiel für ein solches Verfahren nennen?

Bei der epiduralen Rückenmarkstimulation, das ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung von Nervenschmerzen, werden über Elektroden Stromimpulse auf die Rückenmarkshaut geleitet. Diese spürt der Patient als angenehmes Kribbeln, das die Schmerzen überlagert. Rückenmarksstimulatoren werden eingesetzt, um Menschen zu helfen, die nach mehreren Voroperationen am Rücken unter Schmerzen leiden, die in Arme oder Beine ausstrahlen. Aber auch bei Phantomschmerzen, durchblutungsbedingten Schmerzen sowie Polyneuropathien etwa bei Diabetes finden Rückenmarkstimulatoren erfolgreich Anwendung. 

Und wie läuft so eine Operation ab?

„In einem ersten Schritt wird unter lokaler Betäubung und Röntgenkontrolle eine feine Sonde über eine Spezialnadel durch die Haut zur Rückenmarkshaut vorgeschoben. In den folgenden Tagen werden die Position der Sonde, Stromstärke und Impulsfrequenz variiert. Gemeinsam mit dem Patienten wird die Wirkung auf den Schmerz getestet. Lässt sich der Schmerz so deutlich reduzieren, erfolgt ein zweiter Eingriff. Bei diesem wird unter Vollnarkose ein impulsgebender Stimulator, vergleichbar einem Herzschrittmacher, unter die Haut implantiert. Das Reizmuster kann der Patient über ein Handgerät selbst steuern und den Stimulator bei Bedarf auch ganz abschalten. Durch einen Rückenmarkstimulator lassen sich Schmerzen nicht selten so stark eindämmen, dass auf Schmerzmittel verzichtet oder die Dosierung zumindest stark zurückgefahren werden kann. Das verringert das Risiko für Nebenwirkungen und Schäden durch chronische Schmerzmitteleinnahme. 

Sie bieten auch Schmerzpumpen an. Wie funktionieren diese?

„Schmerzpumpen kommen bei chronischen Schmerzpatienten mit sehr langen Leidenswegen, Tumorpatienten mit starken Schmerzen und Menschen zum Einsatz, die z.B. ihre oralen Schmerzmedikamente nicht mehr vertragen. Dabei werden schmerzstillende Medikamente von einer – außenliegenden oder unter die Haut implantierten - Pumpe mittels eines kleinen Katheters an die Nervenwurzel gebracht. 

Sie sprachen vorhin eine multimodale Schmerztherapie an. Was ist das?

„Eine multimodale Schmerztherapie können Patientenmit besonders hartnäckigen chronischen Schmerzerkrankungen in der Abteilung Innere Medizin/Rheumatologie von meinem Chefarztkollegen Dr. Joachim Georgi machen. In einem intensiven Zwei-Wochen-Programm kümmert sich ein fachübergreifendes Team aus Ärzten, Psychologen, Ergo- und Physiotherapeuten intensiv um den Patienten. Es erfolgen Einzel- und Gruppentherapien, Entspannungsübungen, Krankengymnastik, Wärme- und Kälteanwendungen, Bäder, Massagen, Fango- und Strombehandlungen sowie das Erlernen von Schmerzbewältigungstechniken und natürlich eine medikamentöse Therapie.

Adress-/Kontaktdaten (Soll: ca. 200 Zeichen, Ist: 262)

HELIOS Ostseeklinik Damp

Abteilung Neurochirurgie/Wirbelsäulenchirurgie

Seute-Deern-Ring 20

24351 Ostseebad Damp

Telefon: (04352) 80-6236

Fax: (04352) 80-6234

E-Mail : neurochirurgie-damp@helios-kliniken.de

Internet: www.helios-kliniken.de/klinik/damp-ostseeklinik.html

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