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Gesundheitswesen aktuell Lebensfreude ist gerade im Alter sehr wichtig
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00:01 11.02.2017

Herr Dr. Hegewald, was bieten Sie älteren Rückenpatienten, was sie woanders nicht finden?

Neben unseren hervorragenden Hygienedaten und Wundinfektionsraten würde ich da vor allem Erfahrung und unsere große Bandbreite nennen: Patienten können sich bei uns stationär zur intensiven konservativen Therapie und Diagnostik aufnehmen lassen. Wir bieten mit Rückenmarkstimulation und Schmerzpumpen wirkungsvolle Maßnahmen zur Schmerzbekämpfung an. Und – sollte doch ein operativer Eingriff nötig sein – schonende, mikrochirurgische operative Eingriffe.

Was ist denn das Besondere bei älteren Rückenschmerzpatienten?

„Bei älteren Menschen müssen Risiken und Nutzen eines operativen Eingriffs noch gewissenhafter gegeneinander abgewogen werden. Denn einerseits sind die Risiken für Komplikationen während und nach der OP im Alter unbestreitbar erhöht. Andererseits stehen bei typischen Wirbelsäulenerkrankungen des höheren Lebensalters die Chancen schlecht, die Beschwerden rein konservativ ausreichend zu bessern. Und natürlich gilt es unbedingt zu verhindern, dass ein alter Mensch nur aufgrund seiner Schmerzen in eine Abwärtsspirale aus sozialer Isolation, Bewegungsmangel und immer weiter abnehmender Leistungsfähigkeit rutscht. Etwa dadurch, dass er sich nicht mehr selbst versorgen, seinen Hobbys nicht mehr nachgehen oder nicht mehr an Familienunternehmungen teilnehmen kann. Lebensfreude ist gerade im Alter sehr wichtig.“

Und warum hilft bei Wirbelsäulenerkrankungen im Alter oft nur eine Operation?

Ein gutes Beispiel ist die sogenannte Spinalkanalstenose. Der Spinalkanal ist eine Art knöcherner Tunnel, der die Wirbelsäule durchzieht. In ihm befindet sich das Rückenmark. Im Alter kann es durch verschleißbedingte Knochenwucherungen zu einer Verengung kommen, im Fachbegriff Stenose genannt. Geraten dadurch die Nerven unter Druck, treten Schmerzen in Bein und Rücken sowie Empfindungsstörungen bis hin zu Lähmungen auf. Ähnliche Symptome verursacht oft ein Bandscheibenvorfall, der typisch ist für das jüngere und mittlere Lebensalter. Jedoch tritt hier weiches Gewebe aus der Bandscheibe aus. Dieses kann der Körper mit der Zeit wieder abbauen, so dass sich der Bandscheibenvorfall von selbst zurückbildet. Die Knochenwucherungen beim älteren Menschen sind vergleichbar mit einem Stein im Schuh: Spritzen, Medikamente und Übungen helfen da nicht weiter. Der Stein muss raus.“

Nun sagten Sie selber, dass das OP-Risiko im Alter erhöht ist…

Das stimmt. Jedoch hat es in der Neurochirurgie in den letzten Jahren viele Entwicklungen gegeben, von denen gerade ältere Menschen profitieren. Komplexe operative Eingriffe, die bei älteren Menschen gar nicht oder nur unter hohem Risiko durchführbar waren, sind heute oft dank moderner Techniken und Instrumente minimalinvasiv, also durch kleine Hautschnitte, möglich. So wird weniger Muskulatur beschädigt, der Blutverlust ist geringer und die Patienten erholen sich nach der Operation viel schneller als bei gängigen offenen Operationsmethoden. Bleiben wir beim Beispiel Spinalkanalstenose: Heute können wir die Knochenwucherungen über kleine Hautschnitte mit Hilfe eines speziellen OP-Mikroskops millimetergenau abtragen.“

Gibt es weitere typische Wirbelsäulenerkrankungen im Alter?

Ja. Dazu gehören vor allem Wirbelkörperbrüche als Folge einer Osteoporose und Wirbelsäulenmetastasen, also Tochterschwülste einer Krebserkrankung. Beide können zu sehr starken Schmerzen führen. Und beide erfordern viel Erfahrung und technisches Know-how, wenn ein operativer Eingriff von Nöten ist. Beides können wir in der Ostseeklinik vorweisen.

Können Sie die vorhin erwähnte Rückenmarkstimulation und die Schmerzpumpen erklären?

Bei der sogenannten epiduralen Rückenmarkstimulation, einem minimalinvasiven Verfahren zur Behandlung von Nervenschmerzen, werden über Elektroden Impulse auf das Rückenmark geleitet. Diese spürt der Patient als angenehmes Kribbeln, das die Schmerzen überlagert. Eingesetzt wird dies vor allem bei Patienten, die nach Voroperationen unter Schmerzen leiden, die in Beine oder Arme ausstrahlen. Schmerzpumpen befördern schmerzstillende Medikamente über einen winzigen Katheter an die Nervenwurzel. Sie sollen chronischen Schmerzpatienten mit sehr langen Leidenswegen, Tumorpatienten mit starken Schmerzen und Menschen helfen, die Schmerztabletten nicht mehr vertragen. Für beide Verfahren bedarf es kleiner operativer Eingriffe, die meist in Lokalanästhesie durchgeführt werden können.

Anfangs sprachen Sie die gute Hygienesituation in der Ostseeklinik an. Was meinten Sie damit?

Jedes Krankenhaus ist verpflichtet, die Keimsituation in Bezug auf multiresistente, also gegen Antibiotika unempfindliche Keime zu dokumentieren. Als einziges Krankenhausunternehmen veröffentlicht HELIOS diese Daten für jeden einsehbar im Internet. Die Ostseeklinik schneidet dabei seit Jahren hervorragend ab. Das stellt gerade für ältere Menschen ein besonderes Plus an Sicherheit dar.

HELIOS Ostseeklinik Damp
Abt. Neurochirurgie/Wirbelsäulenchirurgie
Seute-Deern-Ring 20
24351 Ostseebad Damp
Telefon: (04352) 80-6236
Fax: (04352) 80-6234
E-Mail: neurochirurgie-damp@helios-kliniken.de
www.helios-kliniken.de/klinik/damp-ostseeklinik.html

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