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Roboterunterstützte Chirurgie am UKSH: Komplexeste Krebsoperationen im Bauch- und Thoraxbereich noch präziser und schonender

Universitätsklinikum Schleswig Holstein | Campus Kiel Roboterunterstützte Chirurgie am UKSH: Komplexeste Krebsoperationen im Bauch- und Thoraxbereich noch präziser und schonender

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die sogenannte minimal-invasive (laparoskopische) Chirurgie (Knopflochchirurgie) Einzug in fast alle Gebiete der Bauch- und Thoraxchirurgie gehalten. So ist es wissenschaftlich belegt, dass z.B. bei Darmkrebs die minimal-invasiven Operationsmethoden im Vergleich zu den offenen Operationen (mit großem Bauchschnitt) gleichwertige Langzeitergebnisse erzielen können. Die Vorteile: weniger Schmerzen nach der OP, bessere kosmetische Ergebnisse und weniger Infektionen.

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Die überwiegende Anzahl der Speiseröhren-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen-, Leber- und Darmoperationen wird an der Klinik für Allgemeine Chirurgie des UKSH seit der Übernahme der Leitung durch Prof. Dr. Thomas Becker im November 2010 minimal-invasiv durchgeführt, sodass die Klinik über eine große Erfahrung auf diesem Gebiet verfügt. So wurden von ca. 400 Darmoperationen in dieser Zeit mehr als zwei Drittel minimal-invasiv durchgeführt, selbst größte Krebsoperationen an der Speiseröhre werden zu 70 Prozent laparoskopisch assistiert durchgeführt.
Jedoch gibt es in der Knopflochchirurgie auch technische Einschränkungen. Nachteile sind die langen Instrumente mit stellenweise größeren Hebelwirkungen und die eingeschränkte Sicht, z.B. im unteren Becken des Menschen. Hier bieten die neuartigen roboterassistierten minimal-invasiven Eingriffe Vorteile gegenüber der konventionellen laparoskopischen Chirurgie. Am Campus Kiel des UKSH konnte im vergangenen Jahr das sogenannte roboter-assistierte Da-Vinci-System über fachübergreifend beantragte Forschungsgelder der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und durch eine Spende der Damp-Stiftung als Gemeinschaftsprojekt der Klinik für Urologie (Prof. Dr. Klaus-Peter Jünemann), der Klinik für Gynäkologie (Prof. Dr. Walter Jonat) und Klinik für Allgemeine Chirurgie (Prof. Dr. Thomas Becker) in Betrieb genommen werden. Aus jeder Klinik mussten zunächst hochspezialisierte Operateure und OP-Pflegekräfte ein spezielles Ausbildungsprogramm durchlaufen, um dieses System anwenden zu dürfen. Ähnlich einer Pilotenausbildung zur Flugzeugführung absolvieren die Spezialisten an einem Simulator kontinuierlich zusätzliche Trainingsprogramme.
Die roboterassistierte Chirurgie bietet durch eine dreidimensionale Darstellung und bis zu 15-fache Vergrößerung die Möglichkeit der präziseren anatomischen Strukturdarstellung. Durch die fast uneingeschränkte Beweglichkeit können die Instrumente flexibler eingesetzt werden, ähnlich der menschlichen Hand. Dabei werden die Bewegungen der Hand des Chirurgen in feinste, völlig zitterfreie Bewegungen der Präparationsinstrumente umgesetzt. Dadurch werden Gewebeschädigungen minimiert, feinste Nerven und Blutgefäße werden geschont. So können z.B. die Sexualfunktion und Funktion des Schließmuskels bei Enddarmoperationen besser erhalten werden.
Seit September 2013 konnte das roboter-assisstierte System bereits in 23 Fällen mit sehr guten Ergebnissen bei Darmkrebsoperationen eingesetzt werden. Mittlerweile wird das Spektrum weiter ausgedehnt und bei sehr komplexen Krebsoperationen angewandt. Erstmalig in Deutschland wurde bei einem Patienten die von Krebs befallene Speiseröhre komplett roboter-assistiert mit dem Da-Vinci-System operativ entfernt. Der Patient konnte bereits fünf Tage nach diesem sehr großen Eingriff ohne jede Komplikation die Klinik verlassen.

Universitätsklinikum Schleswig Holstein | Campus Kiel
Klinik für Allgemeine-, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie
Prof. Dr. med. Thomas Becker
Tel.: 0431-5 97-4301
E-Mail: Sabine.Schueder-Kruse@uksh-kiel.de
www.uksh.de/chirurgie-kiel
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Vortrag im UKSH Gesundheitsforum
im CITTI-PARK Kiel
Komplexe onkologische OPs – Noch schonender und präziser
UKSH, Klinik für Allgemeine Chirurgie, Prof. Dr. Becker
Montag 14. April 2014 18–20 Uhr
Mühlendamm 1, 24113 Kiel
Anmeldung unter Tel.: 0431-5 97-5212 oder per Email an
gesundheitsforum-kiel@uksh.de

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Helmut Hitze
(0431) 903 2373
helmut.hitze@kieler-nachrichten.de

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