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Schmerzproblematik – über den Tellerrand geschaut

Schmerzen Schmerzproblematik – über den Tellerrand geschaut

Schmerz in seinen verschiedenen Varianten scheint, zumindest periodisch, zum Leben dazu zu gehören. Je nach Ausprägung und Empfinden kann der Schmerz den Menschen erheblich aus dem gewohnten Lebensrhythmus bringen.

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Der akut auftretende, noch nicht so lang bestehende Schmerz stellt zunächst einmal ein Warnsignal, eine „rote Lampe“ dar, die uns auf ein Ungleichgewicht im Körper hinweist. Die unkritische Verwendung von Analgetika als erste Maßnahme sollte deshalb überdacht werden, von akuten Notfällen, Unfällen oder Tumorschmerzen einmal abgesehen. Im Vordergrund sollte daher eine genaue Differenzierung stehen – wo ist der Schmerz lokalisiert, wohin strahlt er aus, welcher Art ist der Schmerz, in welchem zeitlichen Zusammenhang mit anderen Ereignissen trat er auf, gibt es tageszeitliche Schwankungen? – usw.

Chronische Schmerzen dagegen haben ihre Warnfunktion weitgehend verloren und sich verselbstständigt. Es können sich bestimmte Hirnareale auf die dauerhafte Schmerzwahrnehmung einstellen und Schmerzsignale aussenden, auch wenn keine organische Ursache mehr vorliegt. Es entsteht dann ein so genanntes Schmerzgedächtnis, d.h., eine neue Krankheit „die chronische Schmerzkrankheit“. Dies gilt auch für das Enterale Nervensystem, das so genannte Bauchhirn bei chron. Bauchschmerzen.

Neuropathische Schmerzen bestehen bei ca. 6% der hiesigen Bevölkerung. Als Ursachen gelten Verletzungen oder Funktionsstörungen des Nervensystems, u. a. Infektionen wie z.B. die Neuro-Borreliose, die Herpes-Zoster-Neuralgie, weiterhin die diabetische Neuropathie, Narbenschmerzen u. a.

Schmerzen im Muskel- und Faszienbereich entstehen u. a. durch einen chronischen Beckenschiefstand bei oft gleichzeitig über lange Jahre bestehenden Muskelverspannungen durch Überlastung und Stress. Hieraus folgt dann eine zunehmende Verschlackung des die Wirbelsäule umgebenden Bindegewebes und eine Mikrozirkulationsstörung, die Nährstoffzufuhr wird blockiert und der Abtransport der Stoffwechselabfall-Produkte stagniert. Es kommt zu einem Stoffwechselstau mit Anhäufung von Säuren und einer Entzündung, die schließlich den Schmerz auslöst.

Psychische Ursachen, wie Angst und Depressionen sind eng mit chronischen Schmerzen verbunden. Umgekehrt löst ein chronischer Schmerz auch oft Ängste und Depressionen aus. Depressionen verstärken dabei die Schmerzwahrnehmung, sodass man annehmen muss, dass Schmerz nicht als ausschließlich körperliches Phänomen betrachtet werden kann. Menschen nehmen Schmerzen sehr unterschiedlich wahr, wobei Gedanken und Gefühle eine wichtige Rolle spielen.

Rheumatische Erkrankungen, wie die Arthritis, sind akute Gelenkentzündungen. Bei ca. jedem dritten der Schmerzpatienten stecken entzündliche Gelenkbeschwerden hinter dem Problem.

Eine Ursachensuche des Schmerzes erfordert eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung, um fernab vom augenblicklichen Schmerz mögliche Auslöser zu finden. Die Ganzkörper-Thermografie (Wärmeregulationsdiagnostik) liefert z. B. eine solche Übersicht.
 
Die Therapie
Da Schmerz dem subjektiven Erleben unterliegt, ein chron. Schmerzustand den ganzen Menschen erfasst und beeinträchtigt und somit alle medizinisch-therapeutischen Ebenen, wird deutlich, dass Schmerzen eine ganzheitliche komplexe Therapie brauchen.

Bei chronischen Schmerzen sollte der Schwerpunkt auf der Behandlung der ursächlichen Auslöser liegen und wenn dies nicht immer zufriedenstellend gelingt, sind aus meiner Sicht Medikamente oder Therapieverfahren zu bevorzugen, die wirksam sind, jedoch nur geringe Nebenwirkungen aufweisen. Unter den naturheilkundlichen Behandlungsmethoden gibt es eine Vielzahl von z.T. hoch wirksamen Therapieverfahren und Medikamenten, die in der Regel sehr gut verträglich sind und kaum Nebenwirkungen aufweisen.

Hier kann nur ein kurzer Überblick skizziert werden:
Die alternative Schmerztherapie richtet sich insbesondere gegen die Entzündung als primärer Schmerzauslöser, gegen die Gewebsverschlackung und Gewebsübersäuerung sowie Mikrozirkulationsstörung und venöse Stauung. Hier haben sich die Hämatogene Oxidationstherapie, die Darmsanierung, pflanzliche Heilmittel, wie u.a. Curcuma, Weihrauch, Teufelskralle, Weidenrinde, Enzymtherapie, Mittel zur Knorpelregeneration, bestimmte homöopathische Mittel, verschiedene Vitamine, Mineralstoffe/Spurenelemente sehr bewährt. Zur Muskel-und Faszienbehandlung kann die Matrix-Rhythmus-Therapie und Triggerosteopraktik mit Erfolg eingesetzt werden. Eine Behandlung von Gelenkfehlstellungen und Beckenschiefstand bedarf einer speziellen Therapie, wobei das Ileosacralgelenk und der Atlas eine Rolle spielen.
Eine kausal wirksame Maßnahme bei wiederkehrenden Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfällen stellt die Injektionsbehandlung mit 
0,9 % iger Kochsalzlösung dar, die schon nach wenigen Therapiesitzungen in der Mehrzahl der Fälle gute und lang anhaltende Resultate hinsichtlich der Schmerzreduktion oder Schmerzbefreiung erzielt.
Eine besondere Behandlungsform stellt auch die Unterspritzung von Narben dar, die den Energiefluss der durchziehenden Meridiane wiederherstellen kann. So können Schmerzen oft schon unmittelbar nach der Injektionstherapie verschwinden und es können sich nicht selten mit dem Narbenereignis emotional und traumatisch abgespeicherte Informationen auflösen.

Die Erkennung und Behandlung psychischer Ursachen beim Schmerzgeschehen muss immer mit berücksichtigt werden. Eine sehr hilfreiche Test- und Therapiemethode ist dabei die Psychosomatische Energetik, ggfs. kombiniert mit dem Lüscher-Test, wodurch für den Patienten Erkenntnisse zur tieferen Ursache seiner Beschwerden erkennbar werden.

Dr. med. Wolfgang Kühn
Arzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, Privatarztpraxis
Exerzierplatz 7, 24103 Kiel
Tel.: 0431-9 33 80
kuehn.kiel@web.de
www.dr-med-kuehn.de

Text und Foto: Dr. Kühn

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