4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Aus den Fugen geraten – Beschädigte Fliesen ersetzen

Wohnen Aus den Fugen geraten – Beschädigte Fliesen ersetzen

Ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit, und schon ist es passiert: Eine heruntergefallene Flasche schlägt einen Sprung in die Bodenfliese. Oder der Bohner rutscht ab und kratzt die Wandverkleidung auf.

Voriger Artikel
Wenn der Baum vom Nachbarn nervt - Rechte von Hausbesitzern
Nächster Artikel
Fallen entschlüsseln: Immobilienverträge richtig lesen

Einzelne beschädigte Fliesen kann auch ein Heimwerker einfach selbst von der Wand lösen und ersetzen.

Quelle: Markus Scholz

Berlin. So geht der Heimwerker dann vor:

Wenn nur eine kleine Stelle an der Fliese abgeplatzt ist oder sie einen minimalen Riss hat, kann sich eine Reparatur lohnen. "Es gibt im Handel Reparatursets, mit denen sich optische Fehler beseitigen oder zumindest lindern lassen", erklärt Jens-Uwe Fellhauer, Geschäftsführer des Industrieverbands Keramische Fliesen + Platten. "Es ist aber auch nicht schwer, die beschädigte Fliese herauszunehmen und durch eine neue zu ersetzen." Ein versierter Heimwerker sei durchaus in der Lage, die Fugen rund um die Fliese auszufräsen, ohne die Nachbarfliesen zu beschädigen.

"Es empfiehlt sich, immer einen kleinen Vorrat der Originalfliesen bereitzuhalten, damit das einheitliche Bild nicht gestört wird", empfiehlt Fellhauer. Das ist natürlich bei Dekorfliesen besonders wichtig, aber auch bei glatten, weißen Wänden empfehlenswert. "Weiß ist nicht gleich weiß und es ist schwierig, nach Jahren noch den passenden Farbton zu finden." Die Idee, Originalfliesen an einer weniger sichtbaren Stelle herauszulösen und woanders wieder einzusetzen, funktioniert nicht. "Eine Fliese, die fest in einem Klebebett verlegt wurde, lässt sich nicht unbeschädigt herauslösen", erklärt Robert Raschke-Kremer, Trainer an der DIY-Academy in Köln.

Die alte Fliese lässt sich mit Hammer und Meißen lösen, nachdem ein Winkel- oder Fugenschleifer die Fuge entfernt hat. Wichtig ist, dann alle Mörtelreste zu entfernen und Unebenheiten mit Reparaturmörtel auszugleichen. "Die Fläche muss glatt sein", betont der DIY-Experte. Mit dem Zahnspachtel kommt dann neuer Fliesenkleber in die Lücke und die Fliese folgt darauf. "Wichtig ist, sie gleichmäßig auszurichten."

Nach etwa 24 Stunden wird der Fugenmörtel diagonal zur Fugenrichtung eingeschlämmt. "Bevor der Mörtel komplett ausgetrocknet ist, muss die Fuge geglättet werden", erklärt Raschke-Kremer. "Dann die Fliese mit einem feuchten Schwann abwischen – und fertig." Der Trainer rät Heimwerkern, Hilfsmittel zu benutzen: "An der Wand würde ich Fugenkreuze verwenden, damit die Fliesen nicht verrutschen." Ansonsten ist der Arbeitsablauf der gleiche - egal, ob sich die Fliesen an der Wand oder am Boden befinden.

Allerdings gibt es Unterschiede in der Beschaffenheit der Keramik, betont Fellhauer. Wandfliesen bestehen meist aus Steingut, sind nicht so schwer und viel leichter zu bearbeiten als Fliesen für den Boden. Bodenfliesen sind in der Regel aus Steinzeug oder Feinsteinzeug. "Das ist extrem stabil. Ohne Spezialwerkzeug ist da kaum etwas zu machen."

Mal eine Fliese austauschen, das ist kein Problem. Aber spätestens, wenn der Untergrund nicht mehr in Ordnung ist, sich mehrere Teile lockern und die Fugen nicht mehr dicht sind, sollte man über eine Komplettrenovierung nachdenken. Hier muss der Laie sein Können gut einschätzen: "Wenn dem Heimwerker bei Fliesenarbeiten das nötige Know-how fehlt, kann es passieren, dass er Untergründe falsch einschätzt oder aus Unkenntnis bauchemischer Prozesse ungeeignete Materialien oder Arbeitsmethoden einsetzt", sagt Karsten Kofeld von der Baugewerks-Innung Berlin. "Eine Ausgleichsspachtelung kann zum Beispiel bei starken Unebenheiten zum Ablösen der Fliesen führen oder sogar die Fliese selbst reißen lassen." Wichtig ist, dass Heimwerker die Materialien und Arbeitsweise dem jeweiligen Untergrund anpassen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Die neuesten Trends des Einrichtens jetzt im Schwerpunkt "Faszination Wohnen". mehr

Anzeige
Mehr aus Ratgeber: Bauen & Wohnen 2/3