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Die Zukunft der Chirurgie

ANZEIGE UKSH Die Zukunft der Chirurgie

Die wohl innovativste Entwicklung auf dem Gebiet der operativen Medizin der vergangenen 20 Jahre ist die roboterassistierte Chirurgie. Das hochmoderne "da  Vinci"-Chirurgiesystem, das seit 2013 am Campus Kiel des UKSH eingesetzt wird, ermöglicht höhere chirurgische Präzision, schonendere Zugänge sowie mehr Sicherheit für die Patienten.

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Ein Team aus hochspezialisierten OP-Schwestern und -Pflegern assistiert dem Chirurgen während des Eingriffs.

Quelle: UKSH

Die winzigen OP-Instrumente wer­den über kleinste Schnitte in den Körper eingeführt. Dann übernimmt der Operateur an einer Konsole die Kontrolle. Die Instrumente des com­putergestützten Systems sind ext­rem wendig und alle Bewegungen, die der Operateur mit seinen Händen ausführt, werden direkt und völlig zitterfrei übertragen. Außerdem ver­fügt der "da Vinci" über eine stereos­kopische Kamera - der Chirurg sieht ein vergrößertes, hochauflösendes und dreidimensionales Bild, auf dem auch feinste Gefäße und Nerven er­kennbar sind. "Es ist, als befände ich mich miniaturisiert im Körper des Patienten", sagt Prof. Dr. Klaus-Peter Jünemann, als Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie  einer der erfahrensten "da Vinci"-Opera­teure am UKSH. "Dadurch werden Prozeduren möglich, die bisher als nicht realisierbar galten."

Prof. Jünemann ist zugleich Sprecher des Kurt-Semm-Zentrums für laparoskopische und roboteras­sistierte Chirurgie, das im Oktober 2016 am UKSH in Kiel gegründet wurde. Die klinikübergreifende Einrichtung ist deutschlandweit das erste Zentrum für laparoskopische und roboterassistierte Chirurgie, das sich den drei Zielen Krankenversorgung, chirur­gische Ausbildung und Forschung verschrieben hat. "Das UKSH hat die Zeichen der Zeit in der Chirur­gie erkannt und ermöglicht seinen Patienten nicht nur eine Behandlung auf höchstem Niveau, sondern sorgt gemeinsam mit der CAU auch dafür, dass diese hochmodernen Techniken weiterentwickelt werden und wiede­rum den Patienten zugutekommen", sagt Dr. Carl Hermann Schleifer, stell­vertretender Vorsitzender der Damp Stiftung, die die Anschaffung der bei­ den "da Vinci"-Chirurgiesysteme am UKSH finanziell unterstützt hat.

Die minimal-invasive laparoskopische Chirurgie, auch Schlüssellochchir­urgie genannt, hat in Kiel eine lan­ge Tradition. Pionier und weltweiter Wegbereiter war der Kieler Gynäko­loge Professor Dr. Kurt Karl Stephan Semm. Während Prof. Semm gegen starke Widerstände kämpfen muss­te, sind die Vorteile der minimalinvasiven Operationsmethoden gegenüber offenen Operationen (mit großem Bauchschnitt) mittlerweile wissenschaftlich belegt: weniger Schmerzen nach dem Eingriff, bessere kosmetische Ergebnisse, kürzere Krankenhausaufenthalte und weniger Wundinfektionen. Dementsprechend sind laparoskopische Operationen heute weit verbreitet und standardisiert. Eine Weiterentwicklung der laparoskopischen Chirurgie sind roboterassistierte und computergestütze Techniken. Im Mittelpunkt steht dabei das "da Vinci"-Chirurgiesystem.

Nicht nur in der Klinik für Urologie sind die Experten von dem technischen Fortschritt überzeugt. Auch die Klinik für Allgemeine, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Becker und die Klinik für Gynäkologie unter der Leitung von Prof. Dr. Nicolai Maass zählen zu den "da Vinci"-Pionieren am Campus Kiel. So gelang es dem Team um Prof. Becker im Dezember 2013 bundesweit erstmalig, eine Speiseröhrenkrebs-Operation ausschließlich mit roboterassistierter Technik durchzuführen. Auch in der Gynäkologie werden inzwischen zahlreiche Eingriffe mit der neuartigen Technik ausgeführt.

Zu den Gründungsmitgliedern des Kurt-Semm-Zentrums zählen außerdem die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie (Direktor: Prof. Dr. Jochen Cremer), die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie (Direktor: Prof. Dr. Andreas Seekamp) und die Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang). Eine Besonderheit des Zentrums ist zudem die Mitgliedschaft der Anatomischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität (CAU) unter der Leitung von Prof. Dr. Thilo Wedel. "Die Kooperation mit dem Anatomischen Institut ist für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von medizinischem Personal und die Initiierung und Durchführung von Forschungsvorhaben ausgesprochen wertvoll", sagt Prof. Jünemann. Das Institut stellt Körperspenden zur Verfügung, mit deren Hilfe unter authentischen Rahmenbedingungen neue schonende Operationstechniken entwickelt und Operateure ausgebildet werden können.

Weitere Informationen:

Kurt-Semm-Zentrum für laparoskopische und roboterassistierte Chirurgie

Tel.: 0431 - 500-24807

www.uksh.de/kurtsemmzentrum

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