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So lässt sich Stress aushalten

KN-Talk an der Kieler Uni So lässt sich Stress aushalten

Probleme, Ärger, Zeit- und Leistungsdruck – die Mehrheit der Deutschen fühlt sich in ihren Alltag gestresst. Beim KN-Talk am Mittwochabend in der Kieler Universität erklärten Experten den rund 180 Zuhörern, wie sie der Stress-Spirale entkommen und einem Burnout vorbeugen können.

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Sprachen über Stress (von links): Dr. Gernot Langs, Kristin Alheit, Dr. Jan Philipp Klein, Tanja Salkowski, Kerstin Berszuck und Moderatorin Heike Stüben von den Kieler Nachrichten.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Stresssituation gehören zum Leben, man kann sie nicht verhindern“, stellte Dr. Philipp Klein, Oberarzt am Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) in Lübeck, nüchtern fest. Und nicht jeder erlebt diese Situationen als negativ. „Stress macht mir Spaß“, verwunderte Privatdozent Dr. Gernot Langs gleich zu Beginn der Podiumsdiskussion das Publikum. Für den vielbeschäftigten Chefarzt der Schön Klinik in Bad Bramstedt sei Stress ein Motivator.

Doch für viele Menschen ist Stress ein Angstgegner. Er kann zu Schmerzstörungen, Ängsten, Tinnitus, Depressionen und Schlafstörungen führen. Auch Magengeschwüre und Herzinfarkte sind oft die Folge. Schuld an den Stresssyndromen, da sind sich die Experten einig, sei der falsche Umgang mit belastenden Situationen. Podiumsgast Tanja Salkowski (39) hat das gleich zweifach erlebt. Als Marketingleiterin arbeitete sie drei Jahre durch, rutschte in eine Depression und brach zusammen. Doch obwohl sie sich ein halbes Jahr Auszeit nahm und den Beruf wechselte, konnte sie ihre Depression nicht überwinden. Nach einem Suizidversuch ließ sich Tanja Salkowski stationär behandeln. Erst als sie die Depression als Krankheit akzeptierte und ihre Haltung zum Thema Leistung änderte, gelang ihr der Ausweg aus der Stress-Spirale.

Genau hier sehen die Experten einen Lösungsweg: Es gehe darum, Einstellungen zu ändern, nicht immer alles perfekt und es allen recht zu machen. „Da müssen auch Prioritäten gesetzt und Entscheidungen getroffen werden, das ist manchmal bitter“, verrät Gernot Langs. 

Kerstin Berszuck, AOK-Referentin für Prävention, hatte eine praktische Übung parat: Sie ließ das Plenum eine Achtsamkeitsübung machen. Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) verriet anschließend ihre persönliche Strategie: „Vor 15 Jahre habe ich angefangen zu joggen. Während ich laufe, erlaube ich mir abzuschalten. Mich aber nur hinzusetzten und abzuschalten, das käme bei meinem Gefühl ,Ich muss immer etwas tun` nicht vor.“

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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