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Kathetertechnik: Innovative und schonende Optionen für Herzpatienten

Anzeige UKSH Kathetertechnik: Innovative und schonende Optionen für Herzpatienten

Das Herz ist der wichtigste Muskel des Menschen. Rund drei Milliarden Mal schlägt es im Laufe eines Menschenlebens und pumpt dabei etwa 250 Millionen Liter Blut durch den Körper. Umso bedrohlicher ist es, wenn das Organ erkrankt. Laut Statistischem Bundesamt sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 39 Prozent bei weitem die häufigste Todesursache in Deutschland.

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Im Herzkatheterlabor der Klinik werden innovative und schonende Verfahren zur Therapie von Herzerkrankungen eingesetzt. Hier eröffnet PD Dr. Rosenberg ein komplett verschlossenes Herzkranzgefäß.

Quelle: UKSH

Die Ursachen und Symptome von Herzerkrankungen können sehr unterschiedlich sein. Daher sind eine gute Diagnostik und eine passgenaue Therapieplanung von hoher Bedeutung. Die Klinik für Innere Medizin III mit den Schwerpunkten Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin am Campus Kiel des UKSH ist spezialisiert auf die Behandlung von Erkrankungen des Herzens. „Ziel unserer Experten ist es immer, unseren Patienten die neuesten Therapieverfahren anzubieten, die gegebenenfalls auch in Kooperation mit anderen Kliniken des UKSH durchgeführt werden“, sagt Klinikdirektor Prof. Dr. Norbert Frey.

Laut Deutscher Herzstiftung leiden etwa 1,5 Millionen Menschen an der Koronaren Herzerkrankung (KHK). Eine KHK droht, wenn Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) das Herz am Pumpen hindern. Viele Betroffene wissen nicht, dass sie an einer KHK erkrankt sind, denn erst wenn die Gefäße bereits stark verengt sind, reagiert der Körper mit Schmerzen. Für die Therapie der KHK stehen den Medizinern Medikamente und minimalinvasive Katheterverfahren zur Verfügung, in manchen Fällen kann eine Bypass-Operation nötig sein. „Unsere Klinik hat sich eine hohe Expertise bei der Behandlung sehr komplexer Herz-Kranzgefäß-Erkrankungen erarbeitet“, sagt Prof. Frey. „Bereits seit 2012 können wir beispielsweise sogenannte resorbierbare Stents einsetzen, also Gefäßstützen, die sich von selbst auflösen. In den vergangenen Jahren haben wir zudem ein erfolgreiches „CTO“-Programm etabliert, wodurch wir mit speziellen Verfahren auch vollständige Verschlüsse von Herzkranzgefäßen wiedereröffnen können.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Klinik ist die Behandlung von Erkrankungen der Herzklappen mittels Katheterverfahren. Vereinfacht gesagt funktionieren Herzklappen bei gesunden Menschen wie Ventile, die dafür sorgen, dass das Blut in die richtige Pumprichtung fließt. Undichte Klappen können Symptome wie Luftnot, leichte Erschöpfbarkeit, Brustenge, Schwindel oder Ohnmachtsanfällen verursachen. Fast eine Million Menschen in Deutschland leiden an einer sogenannten Mitralklappeninsuffizienz. „In der Regel wird dieser Defekt mit einem chirurgischen Eingriff therapiert. Für Patienten jedoch, bei denen ein sehr hohes OP-Risiko besteht, kann eine minimal-invasive katheterbasierte Therapie eine gute Alternative sein“, sagt PD. Dr. Rosenberg, leitender Oberarzt an der Klinik. Bei dieser Methode, die seit 2010 an der Klinik eingesetzt wird, setzt der behandelnde Arzt einen kleinen Clip zwischen die beiden Segel der Mitralklappe, der die Undichtigkeit reguliert. Auch bei der sogenannten Aortenklappenstenose bestehen innovative Therapieoptionen. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer zunehmenden Verkalkung der Aorten-Herzklappe. Als Alternative zum chirurgischen Ersatz der Aortenklappe konnte auch hier in Zusammenarbeit mit der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie (Direktor Prof. Dr. Jochen Cremer) ein minimal-invasives Katheterverfahren etabliert werden. Mehr als 1.000 Mal konnte am UKSH in Kiel mit dieser  katheterbasierten Aortenklappenstent-Implantation (TAVI) Patienten geholfen werden.

Sehr häufige Herzerkrankungen sind außerdem Herzmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen. Auch für diese Erkrankungen verfügt die Klinik über innovative Therapieverfahren und steht ihren Patienten in Spezialambulanzen für eine intensive Beratung und Betreuung zur Verfügung. So steht Patienten mit Herzschrittmachern, implantierbaren Defibrillatoren (ICD), biventrikulären Aggregaten (CRT), Geräten zur kardialen Kontraktionsmodulation (CCM) und Ereignis-Rekordern die Ambulanz für Herzschrittmacher und ICD zur Verfügung. Der technische Status der Implantate wird bei den ambulanten Behandlungen untersucht und die Programmierung wird individuell auf den jeweiligen Patienten und dessen Grunderkrankung angepasst. „Selbstverständlich können wir unsere Patienten in Kooperation mit benachbarten Disziplinen mit allen modernen Systemen versorgen“, sagt Prof. Frey. Ein Beispiel ist der Baroreflex-Modulator: Das innovative System ist in der Lage, durch Sensoren an der Halsschlagader den Blutdruck zu messen und gleichzeitig zu regulieren. Als eine von wenigen Kliniken in Europa wird dieses Verfahren in Kiel nicht nur bei arterieller Hypertonie, sondern auch bei Patienten mit Herzschwäche erfolgreich eingesetzt. Der Vorteil: „Das Herz bekommt die Chance, sich kontinuierlich zu erholen. Langfristig verbessert sich die Herzleistung und die Lebensqualität der Patienten“, sagt Prof. Dr. Hendrik Bonnemeier, stellv. Klinikdirektor und leitender Oberarzt, der sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigt.

„Auch beim Einsatz der modernsten Behandlungsmethoden steht für uns immer der kranke Mensch als Individuum im Mittelpunkt unseres Handelns“, sagt Prof. Frey. „Gleichzeitig wollen wir als wissenschaftliche Einrichtung des UKSH stetig neueste Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft in die Praxis umzusetzen und diese Verfahren ständig weiter zu entwickeln – zum Wohle unserer Patienten.“

Weitere Informationen:
Klinik für Innere Medizin III
Tel.: 0431 500-22801 
www.uksh.de/kardiologie-kiel

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