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Rückenschmerzen – fast jeden trifft es

Anzeige UKSH Rückenschmerzen – fast jeden trifft es

Im Universitären Wirbelsäulenzentrum des UKSH am Campus Kiel arbeiten alle Fachrichtungen Hand in Hand.

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Am Beginn steht die Frage, wie ein operativer Eingriff vermieden werden kann. Ist dieser unumgänglich, gilt es, die schonendste und nachhaltig wirksamste Therapiemethode exakt zu bestimmen.

Quelle: UKSH

Hexenschuss, Bandscheibenvorfall, chronische Kreuzschmerzen: Nach Schätzungen leiden 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Leben unter akuten Rückenschmerzen. Die Ursachen können sehr vielfältig sein und die Behandlung ist außerordentlich komplex. Daher machen viele Betroffene die Erfahrung, im Laufe der Diagnostik und Therapie zahlreiche Fachärzte aufsuchen zu müssen. Um ein optimales Behandlungsergebnis zu erreichen, das auch die unterschiedlichen Krankheits- und Therapiephasen umfasst, ist die Erfahrung eines präzise aufeinander abgestimmten Teams aus Spezialisten unterschiedlicher medizinischer Fachkompetenz von großem Vorteil.

Die Experten des UKSH am Campus Kiel bündeln ihre Erfahrung in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Wirbelsäule. Im „Universitären Wirbelsäulenzentrum (Comprehensive Spine Center)“ vereinen fünf medizinische Fachrichtungen ihre Fähigkeiten und Kenntnisse, um ihren Patienten ein höchst individuell abgestimmtes Behandlungskonzept anbieten zu können. „An wen soll ich mich mit Rückenschmerzen wenden?“ Diese Frage vieler Patienten beantworten Orthopäden, Unfallchirurgen, Neurochirurgen und Neurologen zusammen mit Radiologen und Schmerztherapeuten hier gemeinsam und fachübergreifend – und geben damit eine umfassende und auf jeden einzelnen Patienten abgestimmte Antwort.

Im Universitären Wirbelsäulenzentrum des UKSH profitieren Patienten mit Erkrankungen der Wirbelsäule von koordinierten Untersuchungen und abgestimmten Therapieplänen. In interdisziplinären Fallkonferenzen prüfen die Experten gemeinsam die beste Behandlungsoption für jeden einzelnen Patienten. In diese Beratungen werden die niedergelassenen Ärzte eng einbezogen. So kann den Patienten nicht nur die bestmögliche Therapie angeboten werden, sondern es können den Betroffenen auch vermeidbare Wege erspart werden. Durch die universitätsmedizinische Einheit von Krankenversorgung und Wissenschaft fließen zudem neueste Erkenntnisse der Forschung in die Therapie ein.

„Multikausale Erkrankungen erfordern hochkomplexe Behandlungsverfahren, die nur ein fachübergreifendes Team dauerhaft bieten kann“, sagt Prof. Dr. Andreas Seekamp, Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Unseren Patienten wie auch unseren niedergelassenen Kollegen möchten wir die Sicherheit der Expertise aller Fachrichtungen bieten.“ Dabei steht am Beginn des Behandlungsspektrums die entscheidende Frage, wie ein operativer Eingriff vermieden werden kann. Ist dieser unumgänglich, gilt es, die Wahl des schonendsten und nachhaltig wirksamsten Eingriffes exakt zu bestimmen. „Die minimalinvasiven Techniken haben sich in jüngster Zeit mit hervorragenden Ergebnissen rasant entwickelt“, sagt Prof. Dr. Michael Synowitz, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, „wir möchten, dass unsere Patienten im Universitären Wirbelsäulenzentrum unmittelbar von diesen neuen Erkenntnissen profitieren. Dies schließt auch den Einsatz von Kathetern zur wirksameren Medikamentengabe sowie die Rückenmarkstimulation zur Linderung nach der Operation ein.“

Exakte Diagnostik und Medizintechnik sind entscheidende Voraussetzungen für die erfolgreiche Behandlung von sehr schwierigen Wirbelsäulen- und Rückenmarkserkrankungen. Das Wirbelsäulenzentrum verfügt über modernste apparativ-technische Ausstattung mit einem Hybrid-Operationsaal, Rückenmarks-Neuronavigation, intraoperativer 3D-Bildgebung und neuronavigierter Endoskopie. Die Patienten profitieren von kurzen Dienstwegen und zügiger apparativer Diagnostik wie CT oder MRT-Bildgebung.  Auch kleine ambulante Interventionen wie CT-gesteuerte Gelenk- oder Nerveninfiltrationen können kurzfristig geplant und durchgeführt werden. Insgesamt bietet das Wirbelsäulenzentrum sowohl operative als auch konservative Therapie rund um die Wirbelsäule von einfachen Eingriffen bis hin zu hochkomplexen Behandlungen, die ohne interdisziplinäre Zusammenarbeit nicht möglich wären. Dazu zählen neben mikrochirurgischen Techniken auch neue innovative Methoden,  die im Rahmen der universitären Bedingungen mit wissenschaftlicher Evaluation und Betreuung angeboten werden können. Einen wesentlichen Faktor bildet zudem die Nachsorge, sowohl als Verlaufskontrolle und Betreuung im Rahmen der Rekonvaleszenz als auch zur weiterführenden Behandlung, sei es Strahlentherapie oder onkologische Beratung und Behandlung.

Darüber hinaus steht eine Reihe von schmerztherapeutischen Ansätzen zur Verfügung. Daher ist die Sektion Neurologische Schmerzforschung und -therapie der Klinik für Neurologie eng in das Wirbelsäulenzentrum eingebunden. „Schmerz ist nicht nur ein Symptom, Schmerz ist eine komplexe Krankheit, die viele Ursachen haben kann“, sagt Sektionsleiter Prof. Dr. Ralf Baron. „Gerade diese Komplexität ist auch die Herausforderung für uns. Im Mittelpunkt unserer wissenschaftlichen Projekte steht die Erforschung der Zusammenhänge der Schmerzentstehung und -chronifizierung. Die daraus resultierenden Erkenntnisse fließen direkt in die neuesten Therapiestrategien ein.“

Weitere Informationen:
Universitäres Wirbelsäulenzentrum
Tel.: 0431 500-24431

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