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Die Berufsberatung bietet jedem Schulabgänger eine Anschlussperspektive

Anzeige Die Berufsberatung bietet jedem Schulabgänger eine Anschlussperspektive

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt ist für Bewerber so gut wie lange nicht mehr. Aktuell sind im Agenturbezirk Kiel noch 461 freie Ausbildungsplätze gemeldet (Stand: 15.08.). Doch vor der Bewerbung auf einen Ausbildungsplatz steht immer noch die schwierige Wahl des richtigen Ausbildungsberufes oder Studienganges.

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Der Leiter der Agentur für Arbeit Kiel, Dr. Wolf-Dieter Schmidtke-Glamann, kann jedem Schulabgänger, der zur Berufsberatung kommt, eine Anschlussperspektive bieten.

Es gibt inzwischen zahlreiche Informationsmöglichkeiten, die junge Menschen zur Berufsorientierung nutzen können. Auch immer mehr online. Hier werden neben reinen Informationen zu den Berufen auch Eignungstests, Bewerbungstrainings, Fahrpläne bis hin zum Berufswahlpass angeboten. Da kann man als Jugendlicher schnell den Überblick verlieren. Das zeigt sich auch darin, dass trotz der vielfältigen Informationsmöglichkeiten die meisten Jugendlichen nur sehr wenige Berufe kennen und sich bei ihrer Berufswahl darauf konzentrieren. Wir haben deshalb mit dem Leiter der Arbeitsagentur Kiel, Herrn Dr. Schmidtke-Glamann, gesprochen und ihn gefragt, was er Jugendlichen in Sachen Berufswahl rät.

KN: Wie sollten Jugendliche an ihre Berufswahl herangehen?

SG: Zunächst sollte jeder für sich einmal überlegen: Was kann ich gut? Was mache ich gerne? Was interessiert mich? Bei der Analyse der eigenen Talente und Fähigkeiten kann man sich auch gut ein Feedback von Eltern, Lehrern und Freunden einholen, also Menschen, die einen gut kennen. Auf diesem Weg erhält man häufig Rückmeldungen, die wichtig sein können. Im nächsten Schritt kann ich mir dann überlegen, wie und in welchem Umfeld ich arbeiten möchte. Möchte ich z.B. mit Kindern arbeiten oder lieber mit Zahlen oder Holz? Möchte ich im Büro arbeiten, in einem Team oder mit Kunden? Was ist mir wichtig? Dann kann man sich z.B. im Berufsinformationszentrum (BiZ) erkundigen, welche Berufe dazu passen. Ich rate unbedingt dazu, nicht gleich in fertigen Berufen zu überlegen, sondern in Berufsfeldern.

KN: Wo kann man sich denn am besten informieren?

SG: Die meisten Jugendlichen sind heute sowieso jeden Tag im Internet, da bieten sich natürlich online-Portale an. Auch die Bundesagentur hält viele Informationen zu allen Ausbildungs- und Studiengängen auf ihrer Internetseite www.arbeitsagentur. de bereit. Da gibt es z.B. Planet-Beruf.de speziell für Schüler, die sich orientieren möchten. Hier findet man einen Orientierungstest, Filme oder wenn man sich bereits bewerben möchte, ein Bewerbungstraining. Aber auch der Besuch von Berufsmessen, Betriebspraktika, des BiZ, und vor allen Dingen ein Beratungsgespräch bei der Berufsberatung sind wichtige Informationsquellen. Außerdem gibt auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit mit abi.de ein spezielles Angebot für Abiturienten, die sich rund um das Thema Studium informieren möchten.

KN: Wann sollte ein Jugendlicher zur Berufsberatung gehen und warum?

SG: Grundsätzlich kann ich jedem Schüler empfehlen, sich von einem Berufsberater beraten zu lassen. Sei es, weil man vielleicht noch gar nicht weiß, welche Berufe zu einem passen könnten oder auch nur, um die eigene Wahl und Entscheidung durch eine kompetente Stelle absichern zu lassen. Denn auch derjenige, der schon genau weiß, was er mal machen möchte, sollte einen Plan B in der Tasche haben, wenn es mit dem Wunschberuf nicht klappt. Daher sollte man sich frühzeitig über Alternativen beraten lassen. Hier komme ich wieder auf die Berufsfelder zurück. Es gibt immer mehrere Berufe, die ähnliche Ausbildungsinhalte haben. Nehmen Sie zum Beispiel den kaufmännischen Bereich oder den Handel. Hier gibt es eine Vielzahl von Optionen, die unbekannt sind und doch vielfältige Karrierechancen bieten. Bei der Suche nach Alternativen hilft die Internetseite www.berufenet.arbeitsagetentur. de, die eine Suche nach Berufsfeldern ermöglicht. Und natürlich unterstützt die Berufsberatung dabei, einen Ausbildungsplatz zu finden, auch kurzfristig.

KN: Was kann ich machen, wenn ich keinen Ausbildungsplatz bekommen habe?

SG: Unbedingt sofort einen Termin mit der Berufsberatung vereinbaren! Zunächst können wir versuchen, noch geeignete freie Ausbildungsstellen zu finden. Wenn das nicht klappt, gibt es verschiedene Alternativen. Wir können jedem Schulabgänger eine Anschlussperspektive bieten, sogar dann, wenn es mit dem Schulabschluss nicht geklappt hat. Wir haben mehrere Maßnahmen im Angebot, z.B. ein begleitetes Langzeitpraktikum, oder auch das klassische Berufsvorbereitungsjahr. Hat jemand bereits einen Ausbildungsplatz gibt es ausbildungsfördernde Maßnahmen, wie ausbildungsbegleitende Hilfen (Nachhilfe) oder die Assistierte Ausbildung (generelle Unterstützung während der gesamten Ausbildung).

Vielen Dank für das Gespräch.

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