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Neid im Job lässt sich nicht verdrängen

Arbeit Neid im Job lässt sich nicht verdrängen

Die schnelle Beförderung eines Kollegen, der erst ein Jahr kürzer in der Firma arbeitet. Oder der Gehaltsbonus für die Kollegin, von dem man nur nebenbei erfährt.

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«Was, der wurde befördert und nicht ich?» Wer sich übergangen fühlt, sollte mit seinem Chef sprechen.

Quelle: Jens Kalaene

Bonn. Im Arbeitsalltag gibt es viele Situationen, die Neid aufkommen lassen. Mit dieser Emotion umzugehen, fällt nicht leicht.

Denn: "Egal, ob das Gefühl gerechtfertigt ist oder nicht, es ist erstmal da", erklärt der Organisationspsychologe Stefan Poppelreuter aus Bonn. Herumzuspekulieren, warum ein Kollege an einem vorbeigezogen ist, bringt nur wenig. Ein wenig Reflexion schadet aber nicht: Hat der Kollege vielleicht mehr Expertise auf einem Gebiet oder mehr soziale Kompetenz?

Um herauszufinden, inwiefern das Neidgefühl begründet ist, hilft Mitarbeitern nur die Flucht nach vorne: ein Gespräch mit dem Chef oder demjenigen, der die Beförderung oder Bonuszahlung entschieden hat. Viele scheuen sich davor. Stattdessen werden sie unzufrieden und hoffen: "Mein Chef muss das doch merken", sagt Poppelreuter. Oft ist das aber nicht der Fall. In einem persönlichen Gespräch geht es dann darum, so sachlich wie möglich zu erklären: "Ich fühle mich hier übergangen und nicht wahrgenommen." Dann sollte man begründen, warum man nach eigener Meinung genauso eine Beförderung verdient hätte. "Zum Beispiel, indem man auf erfolgreich abgeschlossene Projekte verweist."

Manchmal kann solch ein Gespräch dabei helfen, das negative Gefühl loszuwerden. Reicht das Zusammensetzen mit dem Chef dafür nicht aus, können Beschäftigte mit ihrem Partner oder einem Freund noch einmal darüber diskutieren. Außenstehende haben meist einen anderen Blickwinkel.

Merkt man hingegen, wie stark das Gefühl einen gefangen hält und mit viel Missgunst einhergeht, kann professionelle Hilfe eines Therapeuten nötig sein. Anzeichen dafür sind extreme emotionale Reaktionen wie Aggressionen oder Wutausbrüche.

dpa

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