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Drohender Grexit: Was Griechenland-Urlauber wissen müssen

Tourismus Drohender Grexit: Was Griechenland-Urlauber wissen müssen

Die Sommerferien stehen vor der Tür, Tausende Deutsche zieht es zur Erholung nach Griechenland. Griechen dürfen ab sofort maximal 60 Euro pro Tag an den Geldautomaten abheben.

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Nach dem «Nein» der Griechen zu den Sparvorgaben der internationalen Geldgeber sind Urlauber verunsichert. Photo: Kay Nietfeld

Quelle: Kay Nietfeld

Berlin. ßen? Alles, was Touristen jetzt wissen müssen, im Überblick:

 

Wie kann ich jetzt noch bezahlen?

 

Griechen dürfen ab sofort maximal 60 Euro pro Tag an den Geldautomaten abheben. Touristen sind davon aber nicht betroffen. Sie können unbegrenzt Geld abheben - vorausgesetzt, die Geldautomaten sind nicht leer. Das Auswärtige Amt rät Griechenland-Besuchern deshalb, ausreichend Bargeld mitzubringen. Laut ADAC und dem Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz sind Zahlungen mit EC- und Kreditkarten weiterhin theoretisch möglich.

Es könnte allerdings sein, dass Geschäfte oder Restaurants auf Bargeld bestehen. Dort werden außerdem allmählich die 20-Euro-Scheine knapp. Wenn alle Stricke reißen und Urlauber dringend Geld benötigen, ist laut Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV) ein letzter Ausweg der Geldtransfer. Über Unternehmen wie Moneygram oder Western Union kann man sich Geld nach Griechenland schicken lassen.

 

Kann ich meine Griechenland-Reise kostenlos stornieren?

 

Leere Geldautomaten sind aus rechtlicher Sicht noch kein Grund dafür, dass Urlauber ihre Reise kostenlos stornieren dürfen. "Ich fliege ja nicht ausschließlich dorthin, um Geld abzuheben", so Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Anders sieht die Situation nach seinen Angaben aus, falls in den kommenden Tagen oder Wochen eine Art Dominoeffekt einsetzen sollte und zum Beispiel kein Benzin mehr für die Ausflugsbusse vorhanden ist oder es in den Hotels kein Essen mehr gibt. "Dann kann ich den Vertrag mit dem Veranstalter wegen Schlechtleistung kündigen." Das Unternehmen wäre dann verpflichtet, die Reisenden nach Hause zu befördern.

Alternativ können sich Urlauber vor Ort beim Reiseleiter beschweren und eine Minderung des Reisepreises verlangen. Bis es soweit ist, bleibt Urlaubern, die ihre geplante Griechenland-Reise nicht antreten möchten, nur die Hoffnung auf Kulanz des Veranstalters oder die reguläre Stornierung. Dann fallen aber Stornogebühren an.

 

Gibt es Einschränkungen bei den Sehenswürdigkeiten?

 

Derzeit noch nicht. Sollte das Land aber zahlungsunfähig werden, könnte die Regierung wohl keine Gehälter mehr zahlen. Dann müssten laut ADAC wohl auch viele staatliche Museen schließen. Auch im Verkehr dürfte es Probleme geben, zum Beispiel bei den Fähren.

 

Wie sieht es mit der medizinischen Versorgung aus?

 

Laut ADAC behandeln viele Ärzte bereits derzeit nur gegen Bargeld. Urlauber sollten auf jeden Fall eine Auslandskrankenversicherung abschließen. So bekommen sie nach der Reise ihr Geld zurück.

 

Welchen Einfluss hätte ein "

Grexit

" auf meine Pauschalreise?

 

Die Auswirkungen wären zunächst eher gering. Ein Verlassen der Eurozone habe keine Auswirkungen auf bereits gebuchte Reisen, hatte Marktführer Tui bereits versichert. Touristische Leistungen wie Flüge, Hotels oder Bustransfers seien eingekauft und vertraglich abgesichert. Wer jetzt noch bucht, müsse sich ebenfalls keine Sorgen machen: Die veröffentlichten Preise seien weiterhin gültig. Gleiches gilt bei Thomas Cook: Die Leistungsverträge mit den griechischen Hoteliers seien schon vor längerer Zeit abgeschlossen worden. Die Preise stünden fest, hatte Sprecher Christian Schmicke erklärt.

Laut Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband haben die meisten Urlauber bereits im Vorfeld Hotels, Flug, Transfers und meist auch Teile der Verpflegung bezahlt. Für den Rest sollten sie vor Reisebeginn überschlagen, wie viel sie noch benötigen und diesen Betrag möglichst bar mitnehmen.

dpa

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