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Schnäppchen für den Sommer - Wo der Urlaub günstig wird

Tourismus Schnäppchen für den Sommer - Wo der Urlaub günstig wird

Ein bekannter Party-Schlager lautet so: "Ab in den Süden, der Sonne hinterher!" Dieses Vorhaben nehmen sich jeden Sommer Tausende Deutsche zu Herzen. Sie packen ihre Badehose ein und fliegen in die Ferien - vornehmlich ans Mittelmeer.

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Volle Strände auf Mallorca: Weil die Insel auch in diesem Sommer ziemlich stark nachgefragt wird, gibt es dort eher weniger Schnäppchen zu finden.

Quelle: Julian Stratenschulte

Berlin. Keine zehn Wochen sind es mehr, bis die Hauptreisezeit beginnt. Wer die Frühbucherangebote der Reiseveranstalter ausgeschlagen hat, sollte sich jetzt ranhalten. Während Familien eher langfristig planen, buchen Alleinreisende und Paare eher spontaner. Nur wo ist es im Sommer richtig günstig?

"In der Türkei wird es dieses Jahr häufiger Schnäppchen geben, weil der russische Markt nicht so stark sein wird", sagt Benjamin Weiss, der sich beim Marktführer Tui um die Flug- und Hotelkapazitäten kümmert. "Das sorgt dafür, dass die Kunden aus Deutschland stärker umworben werden - die Preise gehen entsprechend runter." Markus Orth, Geschäftsführer des Last-Minute-Veranstalters L'Tur bestätigt: "Wir gehen davon aus, dass die Türkei dieses Jahr das Rennen machen wird."

Sebastian Kaatz, Gründer der Schnäppchenseite Urlaubspiraten, kommt zu einer ähnlichen Einschätzung: "Die Türkei und Bulgarien sind in diesem Jahr sehr schwer zu unterbieten." In der Türkei bekommt man zum Teil sieben bis zehn Tage in einem guten Vier-Sterne-Hotel für weniger als 250 Euro. Solche Preise sind natürlich die Ausnahme. Auch das Reisportal Tripadvisor hat ermittelt: In Antalya und Side zahlen Urlauber in diesem Sommer besonders wenig.

Ansonsten sollten sich Urlauber in Griechenland umschauen. Dort werde es dieses Jahr ausreichende Kapazitäten geben, sagt Orth. Auch Urlaubspirat Sebastian Kaatz rechnet dort mit Schnäppchen, ebenso wie in Portugal. "Und Ägypten ist sowieso günstig." Anders sieht es auf dem spanischen Markt aus: "Da wird es kurzfristig eher keine guten Schnäppchen mehr geben. Die Balearen liegen stark im Trend, das spanische Festland läuft auch sehr gut", sagt Tui-Experte Weiss.

Wer kurzfristig bucht, für den sind vor allem Last-Minute-Angebote spannend. Damit ist dem Deutschen Reiseverband (DRV) zufolge ein Zeitraum ab zwei Wochen vor Abreise gemeint. Bei L'Tur sieht man die vier Wochen vor Abflug als Kernzeit für last minute. "Freie Betten und Flüge kommen auf den Markt", erklärt Orth. "Das ist in der Regel mit einem deutlichen Preisabschlag verbunden. Es kann aber auch darum gehen, überhaupt noch etwas zu bekommen."

Warum wird es kurz vor der Feriensaison noch einmal richtig günstig? Die Veranstalter kaufen bei den Hoteliers früh große Kapazitäten an Hotelbetten. "Die Hotels beobachten ihre Auslastung sehr sorgsam. Wenn sie feststellen, dass zum Beispiel die zweite Augusthälfte nicht läuft, geben sie Sonderpreise an die Veranstalter weiter", erklärt Weiss. Die Logik ist dann: Bevor das Zimmer gar nicht verkauft wird, senke ich den Preis, auch wenn ich dann kaum noch etwas am Kunden verdiene. Die Reiseziele am Mittelmeer seien nie ganz ausgebucht - und deshalb gibt es Schnäppchen eigentlich immer. Und das nicht nur in der Türkei, aber eben im Sommer besonders häufig dort.

Mit Spottpreisen können Urlauber aber nicht rechnen. Der Grund: "Ganz massive Preisabschläge kurz vor Abflug vergraulen die Stammkundschaft", berichtet Weiss. Der Mensch ist eben doch ein Konkurrenzwesen: Wer schon lange im Voraus gebucht hat, ärgert sich, wenn der Nachbar plötzlich die gleiche Reise viel günstiger bekommt.

Wer last minute bucht, braucht vor allem eines: Flexibilität. "Das ist vor allem etwas für Leute, die nicht eine bestimmte Region und ein bestimmtes Abflugdatum im Blick haben", erläutert Kaatz. Tatsächlich ist die Kalkulation vieler Urlauber: Ob Türkei oder Griechenland ist egal - Hauptsache Sonne und ein guter Preis! Tui-Experte Weiss bestätigt: "Der Preis ist sehr, sehr wichtig. Es gibt viele Kunden, die nur deshalb das Reiseziel wechseln."

Wer flexibel ist und sparen will, muss Angebote vergleichen. Dazu vorweg eine wichtige Bemerkung: Es ist egal, ob eine Pauschalreise im Internet oder im Reisebüro angeboten wird - der Preis ist gleich. Das ist in Deutschland gesetzlich auch nicht anders möglich.

Der Reisepreis lässt sich durch viele Stellschrauben reduzieren. Da ist zunächst das Datum. "Die zweite Ferienhälfte bietet sich immer mehr an als die erste. In den ersten beiden Ferienwochen wollen alle in den Urlaub", sagt Weiss. Und wer nicht auf die Ferien angewiesen ist, sollte noch im Juni verreisen. Die Preise sind dann laut Kaatz deutlich günstiger als in der Hochsaison. Oder man verbringt den Hochsommer zu Hause und verreist im September und Oktober. "Flüge sind in der Ferienzeit teurer als außerhalb der Ferien. Ich empfehle, am Rand der Hauptsaison zu reisen", rät Kaatz.

Eine weitere Stellschraube: der Abflugort. Laut der Zeitschrift "Clever reisen" spart ein Urlauber bis zu 26 Prozent, wenn er von einem benachbarten Bundesland in die Ferien fliegt. Am besten wird die Pauschalreise dann mit einem Zug-zum-Flug-Ticket gebucht. Lohnen kann sich das vor allem, wenn das andere Bundesland noch keine Ferien hat. Aber natürlich lässt sich auch innerhalb eines Landes die Region oder das Hotel wechseln - es gibt viele Faktoren, die den Preis beeinflussen. Vergleichen und herumprobieren lohnt immer.

Wer mit ganz fixen Vorstellungen von seinem Traumurlaub ins Reisebüro kommt und trotzdem einen Knallerpreis erwartet, könnte wenige Wochen vor den Ferien aber enttäuscht werden. "Das Wunschangebot kann vergriffen sein, wenn man sich spät entscheidet", sagt Weiss. "Dann ist zum Beispiel der Robinson-Club in einer gesamten Augustwoche schon ausgebucht. Oder man muss etwa auf den Kanarischen Inseln nach Fuerteventura ausweichen, wenn Gran Canaria knapp wird." Der DRV rät, sich über die gewünschten Leistungen klarzuwerden: Auf was möchte man zugunsten eines besseren Preises nicht verzichten? Wo sind Abschläge möglich? Je mehr Informationen der Reisebüromitarbeiter zur Verfügung hat, umso besser kann er nach Angeboten suchen.

dpa

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