1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Wachsende Konkurrenz: Muss sich Club-Urlaub neu erfinden?

Tourismus Wachsende Konkurrenz: Muss sich Club-Urlaub neu erfinden?

Erholung und Genuss, Party und Kultur, Gesundheits- und Aktivurlaub: Mit zahlreichen Angeboten buhlen Ferienclubs wie Club Med, Robinson oder Aldiana um zahlungskräftige Kunden.

Voriger Artikel
Blenheim Palace - Eine Reise auf Churchills Spuren
Nächster Artikel
Nackt im Urlaub? Fremde Kulturen respektieren

Noch 2005 hatte Thomas Cook seinen Club-Anbieter Aldiana verkauft. Nun will er seine Vertriebspartnerschaft mit dem Ferienclub-Pionier Club Méditerranée in Europa kräftig ausbauen.

Quelle: Sebastian Kahnert

Frankfurt/Main. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Ist der Club-Urlaub also nicht längst überholt?

"Urlauber haben hohe Ansprüche, wenn es um Erlebnisse geht, und sind bereit dafür viel auszugeben", sagt Tourismusexperte Martin Lohmann. Das hat auch die Hotellerie erkannt. "Manch türkisches Großhotel bietet ein ähnlich großes Spektrum an wie klassische Ferienclubs. Ein Alleinstellungsmerkmal wie früher gibt es nicht mehr", sagt Lohmann.

"Der klassische Cluburlaub muss sich weiterentwickeln und eine Antwort finden auf die Konkurrenz durch clubähnliche Hotels und Kreuzfahrten", sagt auch Tourismusexperte Roland Gassner vom Marktforschungsinstitut GfK. Konkurrenz gibt es zum Teil auch im eigenen Haus. So buhlen beim Branchenprimus Tui Robinson-Clubs und Hotelmarken wie Viverde oder Sensimar um die Gunst Erholungssuchender und Erlebnishungriger.

Dennoch: "In den nächsten fünf Jahren soll die Zahl unserer Robinson-Clubs von derzeit 23 auf 40 steigen", sagt der für das Tagesgeschäft zuständige Tui-Deutschland-Geschäftsführer (COO), Oliver Dörschuck der Deutschen Presse-Agentur. Club-Urlauber seien treue Fans. Der Stammkundenanteil liegt seinen Angaben zufolge bei Robinson bei 63 Prozent.

"Entscheidend sind passgenaue Konzepte für einzelne Zielgruppen. Wer versucht in zu vielen Teichen zu fischen, wird nichts fangen", sagt der Manager. Gerade Club-Urlauber wüssten sehr genau, was sie von den schönsten Wochen des Jahres erwarteten. "Deshalb gibt es bei Robinson sowie Magic Life unterschiedliche Ausrichtungen der Clubs, zum Beispiel das Familien-Resort oder den Club in der Türkei, wo mehr gefeiert wird." Eins haben die Fans gemeinsam: Gute Sportangebote sind ihnen sehr wichtig, das Qualitätsbewusstsein ist sehr hoch. Dafür sind sie bereit, einiges zu zahlen.

Der Vorteil von Robinson und Co. ist die starke Marke. "Die Urlauber wissen, welche Leistungen und Qualität sie erwarten", sagt Lohmann, Geschäftsführer des Instituts für Tourismus und Bäderforschung in Nordeuropa. Nach GfK-Daten liegt der Anteil der Cluburlaube und clubähnlichen Angeboten am Gesamtreisemarkt mittlerweile bei 15 Prozent. Das Segment wächst seit 2009 im Schnitt jährlich um 3 Prozent und damit etwas stärker als der Gesamtmarkt.

Tui-Konkurrent

Thomas Cook kündigte denn auch kürzlich an, seine Vertriebspartnerschaft mit dem Ferienclub-Pionier Club Méditerranée in Europa kräftig auszubauen. Beide Unternehmen, an denen der chinesische Mischkonzern Fosun International beteiligt ist, wollen bis 2018 das Umsatzvolumen im Thomas-Cook-Vertrieb auf 100 Millionen Euro pro Jahr steigern. Noch 2005 hatte Thomas Cook seinen Club-Anbieter Aldiana verkauft.

 

Grundsätzlich werden es immer mehr, die sich ihren Urlaub so richtig was kosten lassen. Nach einer

Analyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hat sich das Volumen des gesamten Hochpreissegments - Ausgaben von mehr als 3000 Euro pro Person und Urlaub - binnen zehn Jahren auf inzwischen 2,4 Millionen Reisen verdoppelt.

 

Gerade Urlauber, die die schönsten Wochen des Jahres im Ferienclub oder ähnlichen Anlagen verbringen, gelten als ausgesprochen zahlungskräftig. Der GfK zufolge geben sie im Schnitt täglich etwa 20 Prozent mehr aus als der Durchschnittsurlauber.

Langfristig könnte allerdings die Altersstruktur ein Problem werden, meint Gassner: Club-Reisende sind im Schnitt 51 Jahre und damit deutlich älter als der Durchschnittsurlauber (46 Jahre). "Die Anbieter müssen sich junge Zielgruppen erschließen." Grundsätzlich sieht der Experte die Branche auf dem richtigen Weg. "Das Altersprofil bei einzelnen Clubs unterscheidet sich immer stärker".

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeige
Mehr aus Ratgeber: Reise 2/3