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Musik

Festival-Highlights: Die Toten Hosen und Metallica


Sanfte Töne gab es in der Vergangenheit, in diesem Jahr wurde am Ring und im Park wieder gerockt. 2011 ging es vielen zu gediegen zu: Sanfte Klänge der Akustik-Gitarre, Coldplay und die Söhne Mannheims.
Beth Ditto spielt Formel 1.

Beth Ditto spielt Formel 1.

© Daniel Karmann

Nürburg/Nürnberg. "Kuschelrock im Park" lästerten schon einige Rockfans in Nürnberg.

Doch die Veranstalter haben daraus ihre Lehren gezogen und ein Line-up auf die Bühne gebracht, das die Fanmassen immer wieder in Extase versetzte. Chillen war gestern, 2012 wurde bei "Rock am Ring" und "Rock im Park" kräftig eingeheizt.

Eins der Highlights waren ganz klar die Rocklegenden von Metallica, die die Massen zum Kochen brachten. Bei ihrem wohl größten Hit "Enter Sandman" rasteten die Fans förmlich aus, bei der Ballade "Nothing Else Matters" entzündete die Menge in ein Lichtermeer mit Feuerzeugen. Gegen Ende schossen immer wieder Leuchtraketen von der Bühne aus gen Himmel.

"Nürnberg, es ist schon eine Weile her", sagte Sänger James Hetfield beim Parkfestival. Schon fünf Mal stand die Band bei den Zwillingsfestivals auf der Bühne - zuletzt 2006. "Diejenigen, die noch keine Metallica-Fans waren, sind es hoffentlich jetzt. Willkommen in der Metallica-Familie."

Zu dieser Familie zählten sich wohl auch Die Toten Hosen, die als Headliner am Samstagabend auf dem Nürnberger Zeppelinfeld ihr 30. Bühnenjubiläum feierten. Sie reisten extra einen Tag früher an, um sich den Auftritt der Metal-Legenden anzusehen. Die Hosen mussten sich aber hinter Metallica alles andere als verstecken. Bei den Klassikern "Hier kommt Alex", "Bonnie und Clyde" oder "Alles aus Liebe" grölten die Fans bis in die letzten Reihen mit.

Zwei Stunden lang hatte Frontmann Campino die Massen im Griff - so weit, dass er eine Wette mit einem Roadie gewann. Mit einer Dose Bier in der Hand ließ er sich in die Menge fallen und zu einem Technik-Turm in die Mitte tragen, um ihm die Dose zu überreichen. Hätte er es nicht geschafft, hätte er die Minibar-Rechnungen seiner 50-köpfigen Crew übernehmen müssen. Er hatte Glück - und die Fans auf seiner Seite.

Metallica, die Hosen, Linkin Park, Donots, Billy Talent, Soundgarden und eine Beth Ditto von Gossip, die sich am Ring barfuß und im engen schwarzen Kleid in Hochform zeigte und mehrmals ein Bad in der Menge nahm. Dieses Line-up dürfte der Grund dafür gewesen sein, dass das Festival in diesem Jahr nach Veranstalterangaben "rekordverdächtig" war. Die Karten waren Monate im Voraus weg.

Was für die große Schwester "Rock am Ring" in der Eifel mit 85 000 verkauften Tickets selbstverständlich ist, ist für den Park neu. Entsprechend voll war es überall auf den Campingplätzen und vor allen Bühnen. Immer wieder mussten die Zuschauerplätze in Nürnberg wegen drohender Überfüllung geschlossen werden, auf den Campingplätzen ging schon am ersten Tag gar nichts mehr. Große Pavillons waren in diesem Jahr verboten. Kein Platz.

Abseits der Bühne blieb es zunächst zwar alles andere als ruhig - die Campingplätze sind längst zur Partyzone geworden, wo das Partyvolk nicht nur knöcheltief im Matsch, sondern auch knietief in leeren Bierdosen steht. Endlose Zeltstädte, dröhnende Stereoanlagen und zahllose Grills. Besondere Vorkommnisse meldete die Polizei bis zum Sonntagmittag allerdings keine - weder am Ring noch im Park. Kleinere Diebstähle habe es gegeben - und die ein oder andere gefälschte Eintrittskarte sei aufgetaucht.

dpa

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