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Konflikte

Nordkorea trotzt der Welt mit Plan zum Raketenstart


Das kommunistische Nordkorea bietet mit Plänen zu einem Raketenstart der Welt die Stirn. Trotz heftiger Kritik an seinem Raketenprogramm und internationaler Sanktionen will das weitgehend isolierte Land in den kommenden drei Wochen eine mehrstufige Trägerrakete starten.
Startbereite Rakete im nordkoreanischen Tongchang-ri.

Startbereite Rakete im nordkoreanischen Tongchang-ri.

© Handout/ Image (C) Digitalglobe 2012/Archiv

Seoul. Die USA und Südkorea sehen darin den Test einer atomwaffenfähigen Interkontinentalrakete.

Nordkorea wolle einen "weiteren einsatzfähigen Satelliten" ins All schießen, meldeten die Staatsmedien am Samstag unter Berufung auf das Komitee für Raumfahrttechnologie. Der Start solle zwischen dem 10. und 22. Dezember erfolgen.

Die USA hielten Nordkorea vor, jeder Raketenstart unter Verwendung der Technologie für ballistische Raketen sei ein Verstoß gegen UN-Resolutionen. "Ein nordkoreanischer "Satelliten"-Start wäre ein hoch provokativer Akt, der den Frieden und die Sicherheit in der Region gefährdet", erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums Victoria Nuland. "Die Verwendung knapper Ressourcen zur Entwicklung von Atomwaffen und Langstreckenraketen wird Nordkorea nur noch weiter isolieren und verarmen lassen."

Südkoreas Außenministerium sprach von Provokation. Nordkorea wolle eine Langstreckenrakete unter dem Vorwand eines Satellitenstarts testen. Das Nachbarland fordere damit eine strikte Reaktion heraus.

Auch die chinesische Regierung äußerte Besorgnis über das Vorhaben des kommunistischen Bruderlandes. China hoffe, dass alle betroffenen Parteien einen Weg fänden, der dem Frieden und der Stabilität der koreanischen Halbinsel dienlicher sei, zitierte die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag einen Sprecher des Außenministeriums. Nordkorea habe das Recht auf die Nutzung des Weltraums. Dieses Recht werde jedoch durch Resolutionen des UN-Sicherheitsrates begrenzt.

Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle (FDP) sprach von einem "besorgniserregenden Rückschritt". "Ich fordere Nordkorea nachdrücklich auf, den Weg zu Deeskalation und Verständigung nicht durch provokative Schritte zu blockieren", sagte Westerwelle am Sonntag laut Mitteilung des Auswärtigen Amts in Berlin. Die Resolution 1874 des Sicherheitsrats verbiete derartige Tests "unmissverständlich".

Der Raketenstart könnte mit den Gedenkfeiern zum ersten Todestag des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il am 17. Dezember zusammenfallen. Es wäre der zweite größere Raketenstart des Landes seit der Machtübernahme durch Kims noch nicht 30-jährigen Sohn Kim Jong Un. Beobachter vermuten, die neue Führung wolle Stärke demonstrieren. Der Start einer Rakete des Typs Unha-3 im April war fehlgeschlagen; die Rakete war kurz nach dem Start explodiert.

Der UN-Sicherheitsrat hatte den Raketenstart am 13. April in Nordkorea scharf verurteilt. Bereits nach einem Atomtest in Nordkorea im Mai 2009 hatte der Rat das Land dazu aufgerufen, keine Atomsprengköpfe und ballistischen Raketen mehr zu testen.

Der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak warf Pjöngjang bereits vor der Ankündigung des Raketenstarts zudem vor, die Präsidentenwahl in Südkorea am 19. Dezember beeinflussen zu wollen. Nordkorea werde damit aber kein Glück haben. "Selbst wenn es ein Rakete testet, wird das keine große Auswirkung auf die Wahl haben", sagte Lee der dpa und anderen Nachrichtenagenturen in Seoul.

Der geplante Satellitenstart geschehe auf "Geheiß des Führers Kim Jong Il", hieß es in den nordkoreanischen Medien. Der langjährige Alleinherrscher war im Alter von 69 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Techniker hätten "die Fehler analysiert, die beim vorigen Raketenstart im April gemacht wurden", wurde das nordkoreanische Raumfahrtkomitee zitiert. Die neue Rakete solle vom Startort Sohae an der Westküste eine zweite Version des Beobachtungssatelliten Kwangmyongsong-3 auf eine Erdumlaufbahn bringen.

Aus Sicht der USA und Südkoreas will Nordkorea mit diesen Starts in Wirklichkeit die Technik für Interkontinentalraketen verbessern. Ballistische Raketen sind die wichtigsten Trägermittel für atomare Sprengköpfe.

dpa

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