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Bauboom im Kieler Süden geht weiter

1600 neue Wohneinheiten Bauboom im Kieler Süden geht weiter

Im Kieler Süden werden rund 1600 weitere Wohneinheiten entstehen. Das Konzept für die neue Siedlung liefert ein Dortmunder Büro, das sich damit gegen drei weitere Bewerber durchsetzte. Eine Jury kürte den Siegerentwurf am Mittwoch einstimmig nach langen Beratungen im Rathaus.

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Wachstumschancen im Kieler Süden: Auch auf dem sogenannten Erdbeerfeld – Bauabschnitt Mitte – am Bustorfer Weg werden Häuser entstehen.

Quelle: Karin Jordt

Kiel. „Wohnen und erholen im Kieler Süden“ nennt Stadtplaner Holger Hoffschröer vom Büro „RHA Reicher Haase Assoziierte“ sein Konzept. Sein Stadt-Dorf setzt sich aus mehreren Wohnquartieren mit verschiedenen Haustypen zusammen. Eine Ringstraße, die gut für den öffentlichen Nahverkehr geeignet ist, umschließt den Ortskern, in dem Geschosswohnungen und ein Bürgerzentrum vorgesehen sind. Auch kleine Läden könnten sich dort ansiedeln. Viele Rad- und Fußwege, eine Schule, mehrere Kindertageseinrichtungen und Grünzüge wurden ebenfalls eingeplant. „Das Besondere an dem Konzept ist der Umgang mit der Topografie“, erläuterte Prof. Rudolf Scheuvens, Städtebauexperte aus Wien und Vorsitzender der siebenköpfigen Jury: „Man arbeitet mit den Höhen und nicht gegen sie.“ Knicks und Wasserläufe seien in den öffentlichen Raum integriert. Auf den zweiten Platz wählte die Jury mit 5:2 Stimmen den Entwurf von „AS+P Albert Speer und Partner“ aus Frankfurt. Die weiteren Konzepte legten die Büros „Zastrow + Zastrow“ aus Kiel und „LRW Loosen, Rüschoff und Winkler Architekten und Stadtplaner“ aus Hamburg vor. Alle vier Entwürfe lieferten interessante Details.

„Für uns geht die Arbeit jetzt erst los“, meinte Stadträtin Doris Grondke, ebenfalls Jurymitglied. „Es ist gelungen, in relativ kurzer Zeit die Ideen zu präsentieren“, lobte die Baudezernentin die Arbeit der beauftragten Büros beim zweiten Bürgerforum im Ratssaal. Dort hatten die Planer am Dienstag noch einmal vor rund 100 Besuchern ihre überarbeiteten Vorschläge erläutert. Auf dem sogenannten Erdbeerfeld am Bustorfer Weg (Bereich Mitte) sowie auf dem Acker- und Grünland zwischen Solldiekswall und dem Meimersdorfer Friedhof (Bereich Ost) wird ein Quartier für alle Generationen entstehen, das das Wohngebiet behutsam in das gewachsene Umfeld integriert.

Baugrundstücke und bezahlbare Wohnungen sind Mangelware in Kiel. Während die Bevölkerungszahl weiter wächst, sollen die Flächenreserven im Kieler Süden nun möglichst schnell zu Bauland werden. Aber bis die ersten Umzugswagen anrollen können, werden voraussichtlich noch einige Jahre ins Land gehen. Die Vermarktung, so die bisherige, vorsichtige Schätzung aus dem Stadtplanungsamt, könnte 2020 beginnen.

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Es ist eine Nachricht, die in den Debatten über die Entwicklung des ehemaligen MFG-5-Geländes und mögliche Neubauprojekte in Suchsdorf-West gerne untergeht: Das derzeit größte Siedlungsvorhaben der Landeshauptstadt betrifft den Kieler Süden.

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