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Kiel Hindenburg nicht das einzige Problem
Kiel Hindenburg nicht das einzige Problem
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07:09 13.07.2018
Von Oliver Stenzel
Ein Jahr nach dem Ratsbeschluss hingen die neuen Straßenschilder an der Kiellinie. Quelle: ulf: Ulf Dahl
Kiel

Seit 2014 setzt sich auch der Ortsbeirat Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook dafür ein, dem Flaneur mittels einer Info-Stele näher darüber zu informieren, dass der Reichspräsident Paul von Hindenburg, der 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte, aus heutiger Sicht nicht mehr auf diese Weise geehrt werden sollte. Doch passiert ist seitdem nichts. Aus diesem Grund gab es bereits im Sommer vergangenen Jahres einen Eklat auf der Ortsbeirats-Sitzung, als Kiels Kulturreferent Rainer Pasternak ankündigte, den geplanten Info-Point zur Umbenennung des Hindenburgufers nun noch einmal in einem Seminar mit Kieler Geschichtsstudenten zu thematisieren. Er stellte eine Realisierung im Verlauf 2018 in Aussicht

Fassungslosigkeit unter den Besuchern

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Alexander Blažek (CDU) nach der Vorstellung des aktuellen Stands von „blanker Fassungslosigkeit“ sprach – und damit die allgemeine Stimmung im Ortsbeirat parteiübergreifend auf den Punkt brachte. Zuvor hatte Kulturamtsleiter Michael Reiter berichtet, dass das zwischenzeitlich durchgeführte Seminar in einen seriösen, aber „vielleicht auch etwas verstaubt“ anmutenden Text gemündet sei, auf den man bei der Realisierung des Info-Points lieber verzichten wolle.

Stattdessen sei nun eine ganz neue Perspektive in den Fokus gerückt: Da die Stadt ja derzeit plane, die gesamte Uferpromenade umzugestalten, könne man sich vorstellen, auch die Stele in diesen Prozess zu integrieren. Diese solle dann in der Nähe von Ulrich Beiers „Graf-Luckner-Zeichen“ auf der Höhe des Carl-Loewe-Wegs aufgestellt werden und die 1973 errichtete Plastik gleich mit thematisieren. Denn auch der als „Seeteufel“ bekannte Felix Graf von Luckner erscheine aus historischer Perspektive mittlerweile als problematisch.

Sitzungsgast Benjamin Walczak, der sich als SPD-Ratsherr aktiv für die Stele eingesetzt hatte, zeigte sich „entsetzt“ vom neuen Stand der Dinge. Alexander Blažek wies überdies darauf hin, dass Rainer Pasternak dem Ortsbeirat bei seinem letztjährigen Besuch bereits „ganz andere Zusagen“ gemacht habe.

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