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Kiel Senioren leiden unter dicker Luft
Kiel Senioren leiden unter dicker Luft
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07:00 06.02.2018
Von Karen Schwenke
Das Awo-Servicehaus (helles Eckgebäude in der Bildmitte) liegt zwischen zwei vielbefahrenen Straßen, dem Theodor-Heuss-Ring und Lübscher Baum. Die Bewohner der 50 Seniorenwohnungen fühlen sich durch Lärm und Abgase gestört. Der Seniorenbeirat stellt die Gartennutzung vor und hinter dem Haus infrage. Quelle: Frank Peter
Kiel

In 50 Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen verbringen hier Menschen im Alter von 75 bis über 90 ihren Lebensabend. Rund 150 Meter entfernt steht die Messstation, in der seit Jahren Stickoxidwerte weit über dem Grenzwert erfasst werden. Unabhängig vom Grenzwert fühlen sich die Bewohner offenbar belastet: „Sie haben sich beschwert, dass sie die Fenster nach vorn zur Straße nicht öffnen können, weil es stinkt und laut ist“, berichtet Karl Stanjek, Mitglied des Seniorenbeirats der Stadt. Er hat sich bei den Betroffenen erkundigt, wie es ihnen ergeht. Anlass für seine Recherche war ein Projekt zur Gartenverschönerung, für das die Awo Fördergelder von der Stadt beantragt hatte. Der Seniorenbeirat lehnte in einer Empfehlung eine Förderung ab. 2500 Euro von der Stadt gab es für das Projekt trotzdem, und die Awo will nach eigenen Angaben bald mit den Gartenarbeiten beginnen.

Stanjek hatte von den älteren Menschen erfahren, dass sie zwar gerne draußen sitzen würden, aber dies nicht tun, weil sie nur die Wahl haben zwischen der Grünfläche vor dem Haus, das Richtung Süden liegt – dann blicken sie genau auf den Theodor-Heuss-Ring, wo sie die verpestete Luft einatmen und den Verkehrslärm ertragen müssten. Oder sie nutzen den Hinterhof, dieser liegt in Richtung Norden und sei ihnen zu schattig. Der Seniorenbeirat stellte klar, dass er Gartenprojekte grundsätzlich positiv sehe. „Wir haben aber große Bedenken bezüglich der Schadstoffbelastung“, so Stanjek.

Die Leiterin aller sieben Awo-Servicehäuser in Kiel, Birgit Walkenhorst, streitet die Probleme in dem kleinsten aller Häuser gar nicht ab: „Die Senioren sind der Verkehrsbelastung ausgesetzt wie alle anderen, die im Quartier wohnen.“ Die Awo wolle mit dem Projekt gerade die Wohnqualität der Senioren verbessern: „Es betrifft den Garten hinter dem Haus, dort ist es geschützter. Außerdem haben wir vom Umweltschutzamt schwarz auf weiß, dass die Schadstoffbelastung nicht zu hoch ist.“  Das Amt beruft sich auf die Berechnungen der zuständigen Landesbehörde. Martin Schmidt, Sprecher des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, sagt jedoch: „Unsere Expertin vermutet, dass die Stickstoffdioxidwerte am Awo-Servicehaus um den Grenzwert liegen. Zu behaupten, dass sie auf jeden Fall darunter liegen, wäre zu gewagt.“

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