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Bewohner für inklusive WG gesucht

Anscharpark Bewohner für inklusive WG gesucht

Die Stadt Kiel und die Wankendorfer Baugesellschaft haben im Anscharpark ein neuheitliches Wohnkonzept entwickelt. Im Erdgeschoss eines Neubaus in Kiel-Wik soll eine inklusive Wohngemeinschaft entstehen, in der Studenten mit und ohne Behinderung gleichberechtigt zusammenleben können.

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Sozialdezernent Gerwin Stöcken (links) und Ulrik Schlenz, Vorstand der Wankendorfer Baugesellschaft, sind von ihrer Idee überzeugt.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. „Noch gibt es in Kiel wenige Möglichkeiten des gemeinsamen Wohnens von Menschen mit und ohne Behinderungen in modernen Wohnformen“, erklärt Sozialdezernent Gerwin Stöcken. Diesen Mangel wollen Stadt und Baugesellschaft mit ihrem Projekt beheben. Dafür suchen sie zwei Studenten, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, und drei Studenten ohne Behinderung, die ihr Zusammenleben entsprechend ihrer Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten gleichberechtigt organisieren können. Der Anscharpark und das benachbarte Marinequartier bieten dafür ganz neue Möglichkeiten. So bezog auch die Stiftung Drachensee im Bereich der Bettenhäuser des ehemaligen Krankenhauses ein Inklusionshaus, in dem Menschen mit Behinderung in eigenen Wohnungen leben können.

Um die Sechs-Zimmer-Wohnung, die für die Studenten-WG vorgesehen ist, so barrierefrei wie möglich zu gestalten, liegt sie im Erdgeschoss des Neubaus in der Boltenhagener Straße 3 und verfügt über zwei rollstuhlgerechte Zimmer mit großen integrierten Bädern. Die anderen drei Bewohner, die nicht auf Rollstühle angewiesen sind, beziehen die drei kleineren Zimmer und teilen sich zwei Bäder. Darüber hinaus stehen den Mietern ein großer Gemeinschaftsraum mit Couch, Essecke und unterfahrbarer Küchenzeile, zwei Terrassen und ein kleineres Zimmer, das als Büro oder Rückzugsraum für Betreuer genutzt werden kann, zur Verfügung.

Da gerade studentischer Wohnraum in Kiel aktuell sehr gefragt ist, möchten Stadt und Baugesellschaft, dass die WG-Bewohner an einer Hochschule eingeschrieben sind und die Zusammensetzung der Wohngemeinschaft im Laufe der Jahre variiert. Da die Stadt die beiden Zimmer für Studenten mit Behinderung subventioniert, um Benachteiligungen auszuschließen, werden alle WG-Bewohner in etwa die gleiche Warmmiete zahlen. Diese orientiert sich an den Preisen im Studentenwohnheim und liegt bei ungefähr 300 Euro pro Monat.

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