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Kiel Birgitt Becker ist die neue Direktorin
Kiel Birgitt Becker ist die neue Direktorin
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21:09 25.01.2017
Von Thomas Geyer
Amtsübergabe: Birgitt Becker übernimmt den Direktorenposten am Arbeitsgericht von Udo von Alvensleben. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Rund 80 Gäste aus Justiz und Wirtschaft waren der Einladung ins Gerichtsgebäude an der Deliusstraße gefolgt. Eine stattliche Zahl für eine Gerichtsbarkeit, die gemessen an ihrer personellen Ausstattung zu den Zwergen der Justiz gehört: Derzeit gibt es in Kiel vier Arbeitsrichter(innen). Eine fünfte Stelle ist vakant.

In seiner Festrede unterstrich der Staatssekretär im Justizministerium, Eberhard Schmidt-Elsaeßer, die Bedeutung der Arbeitsgerichte für das Wirtschaftsleben der Region. Zuständig für Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, besetzten sie ein Aufgabenfeld mit hohem Konfliktpotenzial. Für die Betroffenen seien die Entscheidungen oft von existenzieller Bedeutung.

Schneller als der Rest der Justiz

Arbeitsrichterinnen und -richter stärkten durch besonnene Konfliktlösung den gesellschaftlichen Frieden in Schleswig-Holstein, sagte der Staatssekretär. Dem diene auch die ungewöhnlich schnelle Bearbeitung von Urteilsverfahren: „Im Bundesvergleich lag die Landesjustiz 2015 in der Arbeitsgerichtsbarkeit mit 2,2 Monaten auf dem ersten Rang.“ Der Schnitt lag bei 3,0 Monaten.

Der 1950 in Aurich geborene Udo von Alvensleben studierte Rechtswissenschaften in Kiel und Bonn, legte 1977 die Erste Juristische Staatsprüfung ab. 1981 wurde er Arbeitsrichter in Lübeck, war dort 23 Jahre Kammervorsitzender und Dezernent. Im Januar 2004 trat er die Stelle als Direktor des Arbeitsgerichts Kiel an.

Arbeitsgericht offener machen

Seine Nachfolgerin Birgitt Becker stammt aus Wedel, machte Abitur in Berlin und studierte Jura in Regensburg und Kiel. Seit 1987 Arbeitsrichterin, folgte sie 1993 einem Ruf ins Frauenministerin des Landes, wirkte am Gleichstellungsgesetz und seiner Umsetzung mit. Zwei Jahre leitete Becker das Ministerinnenbüro für Frauen, Jugend, Wohnungs- und Städtebau. Sechs Jahre war sie Gleichstellungsbeauftragte für die Justizbehörden des Landes. Zudem war sie am Personalentwicklungskonzept für Richter und Staatsanwälte beteiligt.

Diese Projekte habe sie mit Antritt der Direktorenstelle abgeschlossen, sagte Becker am Mittwoch. Ihre erklärten Ziele: Die „hochengagierten Kollegen und Servicekräfte“ sollten „nicht nur gut, sondern auch gerne hier arbeiten“. Das Arbeitsgericht will sie stärker in die öffentliche Wahrnehmung rücken und mehr Bürgernähe schaffen – vielleicht auch mal mit einem Tag der offenen Tür.

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