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Kiel Auf dem Parkett kennt er sich aus
Kiel Auf dem Parkett kennt er sich aus
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10:39 28.10.2011
Wolfgang Struck 4.3.1982 Quelle: Helmut Beckmann
Kiel

Er war THW-Torwart in Kiel, Börsen-Millionär und Lebemann in Düsseldorf und lebt nun als Rentner auf den Philippinen: Wolfgang Struck führte ein abwechslungsreiches Leben. Seine Geschichte erzählt er gerne - wobei das Leben, betont er, ja noch lange nicht vorbei sei. Der 72-Jährige mag markige Sprüche: „Ich will 140 werden, ich habe noch viel vor mir!“ Sein sehnlichster Wunsch sei, so sagt er, noch einmal beim THW im Tor zu stehen. „Als ältester Torwart der Welt!“

Sein letztes Spiel beim THW ist über 40 Jahre her. Aufgewachsen bei seiner Oma in Elmschenhagen, kam Struck als Teenager ganz zufällig zum Handball. Er sollte seinem Bruder, der bei Schwarz-Weiß Elmschenhagen spielte, sein liegen gelassenes Butterbrot vorbeibringen, erinnert er sich. Der Mannschaft fehlte ein Torwart, Struck half aus und blieb beim Handball. Von Elmschenhagen wechselte er zum THW, der mit ihm im Tor 1962 und 1963 Deutscher Meister wurde, außerdem spielte er sechsmal in der deutschen Nationalmannschaft. Nebenbei studierte Struck nach einer Banklehre Jura an der Christian-Albrechts-Universität. Dann warb ihn die schwedische Mannschaft Redbergslid ab und Struck zog nach Göteborg. Schwedisch konnte er, das hatte ihm seine Frau beigebracht. „Die hatte ich ein paar Jahre zuvor im Urlaub nördlich von Stockholm kennengelernt, dann wurde sie schwanger und damals musste man dann ja gleich heiraten.“

17 Jahre hielt die Ehe, aus der Struck zwei Söhne hat. In diesem Lebensbereich ist er selbstkritisch: „Ich taug nicht für die Ehe. Ich war immer so extrem ehrgeizig und wollte immer hoch hinaus, ganz weit nach oben.“ Zumindest finanziell ging es Ende der 60er Jahre für ihn immer weiter aufwärts. In Göteborg arbeitete Struck vier Jahre als Devisenmakler, um dann nach Düsseldorf an die Rheinisch-Westfälische Börse zu wechseln. Dort, glaubt man einem Spiegel-Artikel von 1985, machte Struck „ein paar Millionen“ an der Börse, eröffnete den Schickeria-Treff Café König und lernte seine zweite Frau kennen, die von den Philippinen kam.

Nebenbei widmete er sich weiter dem Handball, nun allerdings seltener auf dem Feld. Um den Handball in Deutschland salonfähig zu machen, wie er sagt, wurde er Anfang der 80er zum Mäzen von TuRu Düsseldorf. „Fußball ist doch ne tote Else“, so sieht das Struck auch heute noch, obwohl er bei Holstein Kiel eine kleine Ausnahme macht. Deren Aufstieg habe ihm imponiert.

TuRu Düsseldorf wurde auch dank der Struckschen Millionen relativ erfolgreich: 1988 wurde das Team Vizemeister und 1989 Europacupsieger. Diesen Erfolg erlebte Struck allerdings nicht mehr mit, da lebte er bereits mit seiner zweiten Frau erst in New York, dann in Manila auf den Philippinen. Über Nacht, schrieb der „Düsseldorfer Express“, sei er wegen Steuerschulden in Millionenhöhe aus Deutschland verschwunden. Nein, sagt Struck heute, das sei ihm alles von ehemaligen Geschäftspartnern in die Schuhe geschoben worden. Genau erklären, was der plötzliche Rückzug zu bedeuten hatte - das mag Struck aber auch nicht.

Nun sei er zum zweiten Mal geschieden und lebe in Manila von einer kleinen Rente, erzählt er. Den THW hat er lange nicht mehr live gesehen, was im Verein passiert, verfolgt er auf kn-online. Auch in der Finanzwelt sei er noch aktiv, man würde noch von ihm hören. Alles in allem blickt er auf sein bisheriges Leben positiv zurück: „Ich bereue nichts, da bin ich wie Edith Piaff!“

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