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Kiel Wo geht's von der Autobahn in die Stadt?
Kiel Wo geht's von der Autobahn in die Stadt?
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18:24 14.04.2016
Von Karin Jordt
Die verschiedenen Varianten zum Bau der Autobahn im Kieler Süden erläuterte Vorsitzender Normen Mohr im Ortsbeirat Meimersdorf/Moorsee. Quelle: Karin Jordt
Meimersdorf/Moorsee

Wie wird der Verkehr künftig von der A 21 ins Stadtgebiet rollen? Die Frage ist noch nicht geklärt. An der Entscheidung beteiligt werden die Ortsbeiräte nicht, weil für Planung, Bau und Finanzierung der Autobahnen der Bund zuständig ist, der dazu die jeweiligen Landesstraßen-Bauverwaltungen beauftragt. Über den Ausbau von Bundesfernstraßen muss der Bundestag förmlich entscheiden. Dass die Autobahn 21 in Richtung Norden weitergebaut werden soll, ist aber sowohl bei der Stadt Kiel wie auch auf Bundesebene unstrittig, denn Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg des Verkehrs aus: Auf der B 404, wo heute 43150 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden unterwegs sind, werden es im Jahr 2025 voraussichtlich 69350 Kraftfahrzeuge sein. Für die B 76 liegen die Verkehrsbelastungen laut Prognose für 2025 zwischen etwa 133000 Kraftfahrzeugen (westlich des Barkauer Kreuzes) und 69000 Fahrzeugen (südöstlich der Anschlussstelle Wellseedamm) im Zeitraum von 24 Stunden.

Die einzelnen Planfälle

  • Planfall 1 sieht vor, die A 21 über die Neue Hamburger Straße zum Barkauer Kreuz zu führen. Außerdem wird die Südspange als kreuzungsfreie, vierstreifige Bundesstraße 202 mit Mittelstreifen zwischen dem Knoten Karlsburg und Gaarden gebaut. Der Knoten B 76/ B 202 ist zu gestalten, dass später bei Bedarf auch der Bau der Ostuferentlastungsstraße möglich bleibt. Die Wohngebiete Grünes Herz, Hofteichstraße, Kronsburg und Neumeimersdorf sollen eine autobahnunabhängige Anbindung ins Stadtgebiet bekommen.
  • Beim Planfall 2 wird die Autobahn über die Trasse der Südspange Gaarden nach Nordosten geführt und im Bereich der Bahnquerung bei der Straße „An der Kleinbahn“ an die B 76 angebunden. Die Segeberger Landstraße soll südlich der B 76 zum Ostring führen. Auch in dieser Variante wird der Knoten A 21/B 76 so angelegt, dass der Bau einer Ostuferentlastungsstraße (B 502) nördlich der B 76 später möglich ist. Die Hamburger Straße bleibt als Stadteinfahrt der B 404 im Wesentlichen erhalten.
  • Planfall 3 verzichtet auf neue Trassen und die Südspange Gaarden. Die A 21 verläuft wie in der ersten Variante zum Barkauer Kreuz. Bestehende Straßen, besonders der Wellseedamm und die B 76 zwischen Barkauer Kreuz und Ostring, müssten dann ausgebaut werden. Diese Lösung stößt allerdings in Elmschenhagen auf Ablehnung, weil befürchtet wird, dass dann der gesamte Verkehr zum Ostuferhafen über den Wellseedamm und durch den Stadtteil rollen würde.
  • Beim Planfall 4, auch „Null+-Variante“, genannt, endet die Autobahn nördlich der Anschlussstelle Karlsburg in Höhe der Hofteichstraße. Die vorhandene Bahnbrücke wird durch einen Neubau ersetzt. Für Kronsburg und Neumeimersdorf muss eine autobahnunabhängige Anbindung geschaffen werden.

Eine Empfehlung für eine der Varianten gibt es bisher weder von der Stadt noch vom Ortsbeirat Meimersdorf/Moorsee. Anlieger forderten, dass auch Lärmschutz geplant werden müsse. Landtagsabgeordneter Bernd Heinemann (SPD) erinnerte daran, dass der Ostuferhafen in Zukunft eher an Bedeutung gewinnen werde und eine Lösung für den Russlandverkehr brauche. „Das ist Weltpolitik“, sagte er. Auch wenn mit einer Fertigstellung der A 21 nicht vor 2030 gerechnet werde, könne die politische Entwicklung jedoch die Angelegenheit beeinflussen.

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