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Kiel Serientäter sprühte Reizgas in Kirche
Kiel Serientäter sprühte Reizgas in Kirche
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08:00 16.11.2018
Von Thomas Geyer
Tatort St. Johannes-Kirche in Kiel-Gaarden: Der Angeklagte will das 1961 eingeweihte Gebäude, in dem er im Oktober 2017 eine Besucherin bestahl und einen Zeugen mit Reizgas besprühte, nicht als Gotteshaus erkannt haben. Quelle: Thomas Geyer
Kiel

Der Vorwurf: Diebstahl mit Waffen, gefährliche Körperverletzung und Widerstand. Am schwersten fiel der Angriff des drogenabhängigen Asylbewerbers auf einen Zeugen ins Gewicht, der ihn nach einem Diebstahl in der St. Johannes-Kirche in Gaarden festhalten wollte. Dort hatte der 26-Jährige am Erntedank-Sonntag 2017 einer Besucherin das Smartphone aus der Handtasche gefischt. Als die Besitzerin den Diebstahl bemerkte, ließ er die Beute fallen und flüchtete in Richtung Ausgang.

Reizgas ins Gesicht gesprüht

Dem Tatzeugen, der ihn daran hindern wollte, sprühte der Taschendieb Reizgas ins Gesicht und schlug ihm mindestens drei Mal die Faust gegen den Kopf. Wie der Geschädigte vor Gericht aussagte, wurde er von dem großen, kräftigen Mann hochgehoben und mit einem Schulterwurf zu Boden geschleudert. Mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma lag der Verletzte zwei Tage in einer Klinik. Nach seinen Angaben ist die Sehkraft seines linken Auges bis heute eingeschränkt.

"Ich habe keinen Priester gesehen"

„Ich wusste nicht, dass es eine Kirche ist, ich habe keinen Priester gesehen“, teilte der arabisch sprechende Angeklagte vor Gericht über Dolmetscher mit. Auf die Frage, ob er dort Reizgas versprüht habe, nickte er stumm. Als Auflage für die dreijährige Bewährungszeit muss der Seriendieb 150 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten und sich regelmäßigen Urinkontrollen zum Nachweis seiner Drogenfreiheit unterziehen.

Mann hat einen Asylantrag gestellt

Der Mann, den eine Tatzeugin aus Algerien für einen Landsmann hält, hat einen Asylantrag gestellt. Sein Leben in Kiel ohne Einkommen und festen Wohnsitz nannte er einen Alptraum. Damit der Mittwoch aus der U-Haft entlassene Mann im Visier der Behörden bleibt, soll er jetzt in eine Landesunterkunft in Neumünster oder Boostedt ziehen.

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