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Kiel Entrüstung am Rande der Oase
Kiel Entrüstung am Rande der Oase
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21:10 09.11.2017
Von Oliver Stenzel
Zu hoch, zu massig, zu dicht: die Bürgerinitiative "Blücherdialog - Rettet die Innenhöfe" stört stört sich an den Ausmaßen der Blücherhöfe, die derzeit Gestalt annehmen. Quelle: Oliver Stenzel
Kiel

Wer die Entwürfe der Blücherhöfe an der Nettelbeckstraße auf der Website des Münchener Immobilienunternehmens Dr. Grosdidier anschaut, gewinnt den Eindruck von baulicher Weite und Harmonie. „Hier leben Sie inmitten eines geschützten, ruhigen Innenhofs, geborgen und überschaubar, harmonisch eingebettet in neue, großzügige Grünoasen“, heißt es einladend dazu, und tatsächlich ist die Nachfrage nach den dort entstehenden 54 Wohnungen bereits jetzt hoch.

Man kann das Bauprojekt aber auch aus einer ganz anderen Perspektive wahrnehmen, wie zahlreiche Anwohner auf der Sitzung des Ortsbeirats Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook am Mittwoch mit Nachdruck demonstrieren. „Wir lehnen diese Bauten nach wie vor als für diesen Innenhof zu überdimensioniert entschieden ab!“, heißt es in fettgedruckten Buchstaben in einem dreiseitigen Protestschreiben der Bürgerinitiative „Blücherdialog – Rettet die Innenhöfe“, das die Kieler Künstlerin und Anwohnerin Ilka Kollath zur Eröffnung der Sitzung in Gänze verliest. Dass der Ortsbeirats-Vorsitzende Dieter Hartwig (SPD) anlässlich des Richtfests der Höfe im August verlautbaren konnte, es seien in den vergangenen Monaten keine Beschwerden mehr angekommen, habe vor allem mit der Resignation der Anwohner zu tun: „Nachdem wir erleben mussten, wie sehr das Projekt von Ihnen und den übrigen politischen Gremien der Stadt gerade in dieser Form gewollt und durchgedrückt wurde, sahen wir keinen Sinn mehr darin, weiterhin unsere Kräfte zu opfern.“

Vor allem die gegen den Protest der Initiative erfolgte Übernahme der von den Investoren geforderten Bruttogeschossflächenzahl von mindestens 5600 Quadratmetern habe dazu geführt, dass sich die Blücherhöfe der Randbebauung nicht unterordnen und den Innenhof-Charakter zerstören würden, so Kollath: „Die Bauten sind viel zu hoch, viel zu massig und viel zu dicht an die bestehenden Grundstücke der Randbewohner gesetzt.“ In sämtlichen Wohnungen und Gärten seien überdies Lichteinbußen zu verzeichnen. Obwohl bereits im Besitz von entsprechenden Entgegnungen von Stadt und Bauplanern, verzichteten Hartwig und die Mitglieder des Ortsbeirats auf den Versuch, die Vorwürfe in der Sitzung zu entkräften. Stattdessen schlossen sie sich dem Vorschlag von Betti Bogya (SPD) an, zeitnah einen direkten Dialog zwischen der Bürgerinitiative, der Stadt und dem Bauträger herzustellen.

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