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Kiel Der große KN-Bratwursttest
Kiel Der große KN-Bratwursttest
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06:00 25.06.2015
Von Paul Wagner
90 Prozent Schwein und zehn Prozent Backensholzer Deichkäse, das ist in der Bratwurst, die Thilo Metzger-Petersen auf seinem Gasgrill an der Jungen Bühne zubereitet. Quelle: Sven Janssen
Kiel

Eine Wurst der gehobeneren Art gibt es zum Beispiel bei „Hanzz Wurst“ am Ostufer der Hörn. Norbert Balszuweit hat zum ersten Mal seinen Stand unweit der Halle 400 aufgebaut und bietet „Gourmet-Bratwürste“ aus einer Hamburger Schlachterei mit zwei Tunken zur Auswahl. Für diesen einmaligen Geschmack – klassisch mit einem Hauch von Birne oder scharf – mit frischem Brot werden allerdings 4,50 Euro pro Wurst fällig. Nicht gerade günstig, für den Unternehmer aber gerechtfertigt. „Schließlich bekommt der Gast bei uns einen richtigen Überraschungseffekt“, schwärmt der Chef nicht zu unrecht für die „Hanzz Wurst“.

 Wenige Meter weiter herrscht am großen Stand von „Unser Norden“ Hochbetrieb. Dort stehen schon am Mittag fast 20 Mitarbeiter an den beiden Holzkohlegrills und reichen im Sekundentakt Würste und Fleisch der hauseigenen Marke über die Brüstung. Geduldig haben sich die Kunden in eine Reihe gestellt und freuen sich auf den herzhaften und kräftigen Geschmack. Gerade einmal 1,50 Euro verlangen Grillchef Jörg Zander und sein Team pro Wurst der Sorten „Rostbratwurst“, „Schinkengriller“ oder „Kochwurst“. Dass diese kernigen Nordwürste schmecken, belegen die Zahlen: Mindestens 15000 Würste werden während der Kieler Woche bei „Unser Norden“ über den Tresen gehen.

 Wer eine echte Thüringer Rostbratwurst sucht, wird auf dem Westufer der Förde fündig. Auf der sogenannten Bundesländermeile unweit des Landeshauses hat Toni Fichtelmann seinen Stand aufgebaut. Flaggen des Freistaates wehen über dem Holzkohlegrill. Alle Würste stammen aus einer Landfleischerei in Ostthüringen und werden extra für die Kieler Woche in den hohen Norden geliefert. Man schmeckt es, und die Würste für 3 Euro pro Stück werden ihrem grenzüberschreitend guten Ruf gerecht. „Oine ächtä Thüringer bittä“, nuschelt ein Norweger und weiß offenbar, was er will. Einzig die Brötchen des Thüringen-Standes sind am Testtag etwas aus der Form geraten.

Die beste Wurst der Kieler Woche ist natürlich Geschmackssache. Die Anbieter an den Grills lassen sich einiges einfallen – und wir haben den Wurschttest gemacht.

 Eine schnörkellose Wurst, auf den Punkt gegrillt und direkt vom Schwenkgrill gibt es bei Frank Steuer auf dem Alten Markt. Jeweils 3 Euro kosten dort Bratwurst oder Krakauer, die von einem Betrieb in Wellsee geliefert werden. „Erstaunlicherweise sind es vor allem die Krakauer, die bei uns während der Kieler Woche besonders gut laufen“, sagt Steuer. Mit seinem Standort ist er zufrieden, vor allem Familien mit Kindern greifen in der Innenstadt zu. Der Profikoch, der seit fünf Jahren während der Kieler Woche am Grill steht, schwört auf die Kombination heimischer Würste mit Holzkohle. „Die bringt erst den richtigen Geschmack.“

 Eine Wurst-Premiere gibt es dagegen vor der Jungen Bühne. „Wir sind zum ersten Mal mit unseren Würsten auf die Kieler Woche gekommen“, sagt Thilo Metzger-Petersen. Das Angebot dürfte wohl einmalig sein. Die 100-Prozent-Biowurst stammt aus der Fleischerei Backensholz, kostet 3 Euro pro Stück und besteht zu zehn Prozent aus Deichkäse. „Eigentlich mehr als Hobby“, habe der Ökohof an der Westküste vor zwei Jahren ein paar Schweine beschafft. Gerade einmal 20 Stück der Rasse „Husumer rotbuntes Schwein“ kommen pro Saison unters Schlachterbeil und stellen die wichtigste Zutat. „Der Gasgrill ist allerdings ein Kompromiss“, sagt Metzger-Petersen mit einem Augenzwinkern. Was nicht ist, kann ja noch werden.

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