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Kiel Quereinstieg ins Erzieherleben
Kiel Quereinstieg ins Erzieherleben
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20:14 31.08.2015
Von Volker Rebehn
Zum Start erhielten die neuen Azubis von Pädiko-Geschäftsführerin Monika Clausing kleine Schultüten (von links): Philip Glackin, Manuel Puderbach, Nils Kimme, Lars Wordell, Paul Teubler und Ralf Ehmke werden den Männeranteil in den Kitas erhöhen. Quelle: Volker Rebehn
Kiel

Der freie Jugendhilfeträger kooperiert bei dem Projekt mit dem ebenfalls freien Jugendhilfeträger KinderWege Lübeck. Für Philip Glackin war es die erste Schultüte. Als Pädiko-Geschäftsführerin Monika Clausing die Auszubildenden am Montag in Kiel begrüßte, schenkte sie jedem eine kleine Schultüte. „Das ist meine erste, zur Einschulung gibt es so etwas bei uns nicht“, freut sich der gebürtige Ire, der in Leipzig Design und Kunsthandwerk studiert hat und dann nach Kiel gekommen ist. Hier hat der 38-Jährige an Schulen und im Verein viel mit Kindern gearbeitet. Diese Arbeit habe ihm so viel Spaß gemacht, erzählt er, dass er langfristig als Erzieher arbeiten möchte. Das Quereinstieg-Projekt biete dafür die Möglichkeiten.

 „Ich freue mich, dass wir sieben Männer für die Ausbildung gewonnen haben“, sagte Pädiko-Geschäftsführerin Monika Clausing. Männer seien in der immer noch deutlich von Frauen dominierten frühkindlichen Bildung in Kindertagesstätten willkommen. Im Bundesdurchschnitt würden lediglich sechs Prozent Männer in den Kindertagesstätten arbeiten. Die neuen Auszubildenden sieht sie als Bereicherung der pädagogischen Arbeit und der Teams bei Pädiko. „Es ist gut, wenn wir Menschen mit Lebenserfahrung, die neue Kompetenzen mit einbringen, integrieren können“, sagt sie Geschäftsführerin.

 Den „Jungs“ stünden drei intensive Jahre berufsbegleitender Ausbildung bevor. Drei Tage in der Woche in der Woche lernen sie in Kitas, zwei Tage besuchen das Berufsbildungszentrum in Mölln. Frauen seien nicht unter den Kieler Bewerbern gewesen. Mit dem aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Bundesmodellprojekt soll Interessierten mit mittlerem Schulabschluss und einer abgeschlossenen Berufsausbildung die berufliche Neu- oder Umorientierung ermöglicht und dem bundesweit hohen Bedarf an qualifizierten Fachkräften begegnet werden.

 Dass viele als Erzieher weniger verdienen als in ihren früheren Berufen, ist für die Männer kein Problem. „Es geht nicht ums Geld“, sagt Manuel Puderbach (38). Es sei „absoluter Herzenswunsch“ des früheren Groß- und Außenhandelskaufmanns gewesen, mit Kindern zu arbeiten. Ralf Ehmke (53) hat im Metallbau und in der Hausmeisterei gearbeitet und Kinder im Städtischen Krankenhaus ehrenamtlich betreut. „Jetzt kann ich daraus einen Beruf machen“, sagt der Kieler.

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