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Kiel Campus Suite verdrängt Ruderverein
Kiel Campus Suite verdrängt Ruderverein
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00:16 02.04.2013
Von Bastian Karkossa
Die Seeburg ist inzwischen an die Campus Suite vermietet - die Ruderriege der Akademische Turnverbindung Ditmarsia Kiel muss sich deshalb zum 1. April eine neue Bleibe suchen. Quelle: Ruske (Archiv)
Kiel

„Hier entsteht Seeburg & Campus Suite“, steht auf einem großen Plakat unweit der Bootshalle der ATV Ditmarsia. Für Karsten Busch, den Vorsitzenden des Altherrenverbands der ATV, und Kraft Schepke, erfolgreicher ATV-Ruderer und Olympia-Sieger von 1960 im Deutschlandachter, haben jene Worte allerdings einen bitteren Beigeschmack. Ihr Verein muss die angemietete Halle zum 1. April räumen.

Im Frühjahr 2012 wurde der Verein nach Darstellung von Karsten Busch vor vollendete Tatsachen gestellt: Die CAU habe mitgeteilt, dass die Campus Suite der neue Pächter der Seeburg sei und den Eingangsbereich der 60 Quadratmeter großen Halle benötige. Also genau die Räumlichkeiten, in der die rund 50 Mitglieder ihre Rudermaterialien lagern. Karsten Busch ärgert die Kündigung: „Wir sind seit der Fertigstellung der Seeburg 1911 zuverlässiger Mieter dieser Räumlichkeiten". 

Schlechte Karten für die Akademische Turnverbindung Ditmarsia Kiel (ATV): Weil die Christian-Albrechts-Universität (CAU) die Seeburg künftig komplett an die Campus Suite vermietet, muss die Ruderriege sich zum 1. April eine neue Bleibe suchen. Möglicherweise droht dem Verein nun das Aus.

Auch Schepke ist nicht begeistert, zeigt sich aber verständnisvoll: „Die Universität handelt gemäß der Gesetzeslage korrekt“. Eine andere Vorgehensweise hätte er sich dennoch gewünscht: „Die Seeburg wurde ursprünglich für Ruderaktivitäten gebaut. Wenn die Räume nun gebraucht werden, wäre es schön gewesen, wenn die Universität eine Alternative für uns bereitgehalten hätte. So wird die Wiege des Deutschlandachters trocken gelegt“.

Wie es mit dem Verein nun weitergeht, wissen Busch und Schepke nicht. Da es seit Frühjahr 2012 zu keinem persönlichen Gespräch mit den Verantwortlichen der Universität gekommen sei, habe man die befreundeten Rudervereine nach Lagerungsmöglichkeiten gefragt, doch diese stießen bereits an ihre Kapazitätsgrenzen, fasst der Vorsitzende die missliche Lage zusammen. Schepke und Busch befürchten nun, dass die aktive Ruderriege, die jährlich zwischen 4000 und 7500 Jahreskilometer rudert, Wanderfahrten organisiert und an Benefizveranstaltungen wie „Rudern gegen Krebs“ teilnimmt, vor dem Aus steht.

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