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Kiel Lernen für eine friedliche Zukunft
Kiel Lernen für eine friedliche Zukunft
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07:11 19.08.2018
Von Petra Krause
Verlässt nach der zehnten Klasse die Kieler Gelehrtenschule, um in Armenien zwei Jahre ein United World College zu besuchen: die 17-jährige Anouschka Kuschnerus. Quelle: pkr
Kiel

 „Es ist eine unheimlich große Chance, die ich nutzen muss“, sagt Kuschnerus, die bis zur zehnten Klasse die Kieler Gelehrtenschule besuchte. Der zweijährige Schulbesuch endet mit dem International Baccalaureate Diploma (IB), das fast überall auf der Welt anerkannt wird.

Zwei Jahre kosten etwa 65000 Euro

Als sie sich über das UWC informierte, war ihr sofort klar: „Es ist das, wonach ich immer gesucht habe, ohne zu wissen, dass es das schon gibt.“ Im vergangenen Jahr hat sie daraufhin die Bewerbungsphase durchlaufen. Von Mai bis Ende Oktober hatte sie Zeit für die Online-Bewerbung. Die Fragen zielten vor allem darauf ab, „die Persönlichkeit herauszukitzeln“. Nicht der finanzielle Hintergrund der Eltern, sondern Motivation und Engagement spielten eine Rolle. Auch Schüler, deren Eltern in der Lage seien, die rund 65000 Euro für zwei Jahre am College aufzubringen, müssten das Auswahlverfahren durchlaufen.

 Diskussion mit 70 Jugendlichen

Mit Jugendlichen aus rund 70 Ländern „gemeinsam zu lernen, sich zu bilden und zu diskutieren, die Welt gestalten zu wollen und sich zu vernetzten für eine friedliche Zukunft“, das begeistert Anouschka, die schon als Vorstandsmitglied im Jungen Rat aktiv war. „Man redet nicht nur über Konflikte, sondern hat dort Leute aus den jeweiligen Ländern sitzen. Das ist eine ganz andere Diskussionsgrundlage.“

1962 wurde das erste UWC gegründet

Das ist auch genau das Leitmotiv des Ideengebers der Colleges. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges entwarf der Pädagoge Kurt Hahn in den 1950er-Jahren eine Vision von Bildung, die junge Leute aus aller Welt aktiv befähigen sollte, sich für eine tolerantere, friedlichere und gerechtere Welt einzusetzen. Dies mündete 1962 in der Gründung des ersten UWCs, des Atlantic College in Wales.

Eine ganz spezielle Schule

Das Konzept basiert auf einer ganzheitlichen Erziehung, bei der akademische und außerakademische Inhalte kombiniert werden. Ein starker Fokus liegt dabei auf dem sogenannten „Service-Bereich“: anderen helfen, sich in die Gemeinschaft einbringen, Engagement zeigen. Eben eine Schule, die weit übers Klassenzimmer hinausgeht. Vor allem der praktische Teil fehlte ihr an einer deutschen Schule.

Das Wunsch-College liegt landschaftlich reizvoll

Ihr 2014 eröffnetes Wunsch-College in Armenien liegt mitten im 240 Kilometer großen Dilijan Nationalparks zwischen der georgischen Hauptstadt Tiflis und der armenischen Hauptstadt Jerewan auf 2000 Metern Höhe. Das biete ihr viele Outdoormöglichkeiten. Im Grunde hätten sie aber die Bilder im Internet überzeugt. „Als ich das College da gesehen habe, fühlte ich mich sofort wohl.“

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