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Kiel Perspektiven für Langzeitarbeitslose
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10:00 02.03.2019
Von der Arbeitslosigkeit in die Festanstellung: 23 neue Angestellte wurden am Freitag im Kaufhaus "Echt Gut" begrüßt. Quelle: Manuel Weber
Kiel

Im dritten Jahr sinkt der Zuschuss zu den Lohnkosten auf 90 Prozent, in den darauffolgenden zwei Jahren sinkt er ebenfalls jeweils um zehn Prozent. Die Jobs für Menschen, die mindestens sechs Jahre Arbeitslosengeld II bezogen haben, werden maximal fünf Jahre lang gefördert.

Auch in der freien Wirtschaft gibt es Stellen

Insgesamt sollen in diesem Jahr in Kiel 300 Stellen für diesen sozialen Arbeitsmarkt geschaffen werden. Dabei sind nicht nur öffentliche Einrichtungen und soziale Träger, sondern auch Arbeitgeber aus der freien Wirtschaft. "Stellen, die vorher gestrichen wurden, weil sie nicht wirtschaftlich waren, tauchen wieder auf", sagt Karsten Böhmke, der Geschäftsführer des Jobcenters Kiel. So könne es etwa im Einzelhandel Servicekräfte am Pfandautomaten geben.

Die Förderdauer bietet Planungssicherheit

Pit Lohse ist einer von denen, die nun dauerhaft bei "Echt Gut" arbeiten. "Ich habe hier schon als Zwei-Euro-Jobber und Ehrenamtlicher Möbel aufgebaut und mich immer sehr wohlgefühlt", erzählt der 36-Jährige. "Nun freue ich mich, Sicherheit zu haben und so meine Zukunft planen zu können."

Den Aspekt der Langfristigkeit hebt auch Böhmke hervor: "Dass die Stellen fünf Jahre lang gefördert werden, gab es vorher bei keiner Maßnahme." Zudem biete das Teilhabechancen-Gesetz die Möglichkeit, Weiterbildungen während des Arbeitsverhältnisses zu fördern. Auch Coaching gebe es für die Beschäftigten. "Es geht um soziale Teilhabe durch Arbeit", so Böhmke.

"Echt Gut" muss rentabel werden

Vor zweieinhalb Jahren kam Lohse über das Jobcenter zu "Echt Gut", zunächst als Zwei-Euro-Jobber. Die Arbeit gefällt ihm, er stellt Möbel im Verkaufsraum auf, macht kleine Reparaturen. Er hofft bereits, dass er später um die weiteren zwei Jahre verlängert wird.

Ob das möglich ist, hängt auch davon ab, ob das Sozialkaufhaus rentabel wird. Denn die Stadtmission als Träger von "Echt Gut" muss die Lohnkosten auch finanzieren können. Karin Helmer, Geschäftsführerin der Stadtmission, ist optimistisch. "Bislang konnten nur Bedürftige im Kaufhaus einkaufen. Dies ist nun anders. Wir können wie Karstadt an jeden verkaufen."

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Von Jördis Merle Früchtenicht

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