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Kiel Ist den Leuten Datenschutz egal, Katharina Nocun?
Kiel Ist den Leuten Datenschutz egal, Katharina Nocun?
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10:51 08.09.2018
Von Julia Carstens
„Beim Datenschutz geht es nicht um den Schutz von Daten. Es geht um den Schutz von Menschen“ – so lautet das Motto von Katharina Nocun. Sie weiß, welchen Vorteil das Internet bietet – aber kennt auch die Gefahren genau. In ihrem neuen Buch gibt sie Tipps für einen sicheren Umgang. Quelle: Gordon Welters
Kiel

Frage: Die Digitale Woche Kiel findet in diesem Jahr zum zweiten Mal statt. Welchen Stellenwert hat die Veranstaltung in der Szene?

Während der ersten Digitalen Woche Kiel saß ich 2017 auf dem Podium mit Marit Hansen, der Landesbeauftragten für Datenschutz. Die Konkurrenzveranstaltung war mit Konstantin von Notz zum Thema NSA-Überwachung. Da sieht man, dass es durchaus gelingt, sehr hochkarätige Leute nach Kiel zu locken. Das finde ich wichtig und gut, die Themenbreite auf der Digitalen Woche spiegelt das auch wider.

Welche weitere Veranstaltung auf der Diwo Kiel werden Sie besuchen?

Ich habe beruflich leider sehr viel um die Ohren momentan. Was ich mir in Kiel auf jeden Fall anschauen werde, ist am Montag die Sommerakademie des ULD, also des unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz. Da geht es um das Thema Datenschutz im Arbeitsleben.

Was hat Ihr persönliches Interesse für den Datenschutz geweckt?

Meine Eltern haben mir schon sehr früh einen Rechner ins Kinderzimmer gestellt, ich fand Computer immer spannend. Während des Studiums habe ich mich dann auch politisch für das Thema interessiert. Damals hatte die Bundesregierung das erste Mal versucht, die Vorratsdatenspeicherung zu verabschieden. Ich habe davon gelesen und hatte das Gefühl, es kann nicht sein, dass in einer Demokratie der Staat allen Ernstes vorschreiben will, dass meine Daten über mehrere Monate hinweg bei meinem Telefonanbieter gespeichert werden. Dass festgehalten wird, wen ich wann und wo angerufen habe. Es gab in diesem Bereich noch nicht viele Aktivisten. Ich hatte das Gefühl, da kommt es jetzt auf jeden Einzelnen an.

Ab 2016 waren Sie dann auch in Schleswig-Holstein aktiv und haben die Kampagne „SH stoppt Ceta“ geleitet. Wie kam es dazu?

Ich hatte mich davor schon mit dem Thema Handelsabkommen beschäftigt und dazu Blogeinträge und Zeitungsartikel veröffentlicht. Das Bündnis kam direkt auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, die Koordination zu übernehmen. Ich habe sofort ja gesagt, weil ich finde, dass es eine ganz wichtige Initiative ist. Das hat zwei Gründe. Zum einen finde ich, dass wir uns grundlegend darüber unterhalten sollten, welche Art von Handelsabkommen wir eigentlich eingehen wollen. Und zum anderen bin ich ein großer Freund von Volksentscheiden und Volksinitiativen. Für mich war es ein unglaublich schöner Tag, als wir die knapp 26.000 Unterschriften im Landtag eingereicht haben. Leider sieht es momentan so aus, als wenn es im Bundesrat doch eine Mehrheit für Ceta geben wird.

Sie gelten als Kritikerin von Facebook. „SH stoppt Ceta“ ist aber mit einer eigenen Seite bei Facebook aktiv. Warum?

Ich bin kein Freund von Facebook, das stimmt. Ich nutze das Netzwerk auch nicht privat. Es ist aber ein sehr gutes Werkzeug für Initiativen, die nicht viel Geld haben, um große Anzeigen zu schalten. Bei Facebook kann man viele Menschen erreichen. Heutzutage ist es fast unmöglich, eine Demo zu organisieren ohne Facebook zu benutzen. Das ist für mich eine pragmatische Lösung. Einerseits sage ich ja, wir brauchen bessere soziale Netzwerke, die unsere Privatsphäre respektieren, andererseits muss man aber auch als Aktivist damit arbeiten, was da ist und die Menschen da abholen, wo sie sind.

Was kritisieren Sie an Facebook?

Stellen Sie sich einfach vor: Sie sitzen in einer Kneipe und stellen später fest, dass der Wirt ihr Gespräch abgehört und ihre Gesten studiert hat, um ihnen am Ausgang einen auf Sie zugeschnittenen Werbeprospekt in die Hand zu drücken. Da wären Sie zu Recht empört. So etwas passiert aber in sozialen Netzwerken. Das heißt, wir nehmen die Netzwerke als einen geschützten Raum wahr, wo wir mit Freunden interagieren können. Facebook wertet aber das Verhalten seiner Nutzer in ausufernder Weise aus. Wohin und wann wir klicken, nach wem oder was wir suchen, kann sehr viele Rückschlüsse auf unsere Persönlichkeit geben. In unseren vier Wänden schätzen wir die Privatsphäre. Bei Diensten, die ich sehr nah an mich heranlasse, muss ich auch die Möglichkeit haben, in bestimmten Momenten unbeobachtet zu sein.

Facebook wird regelmäßig von Datenskandalen erschüttert. Trotzdem löschen nur wenige Mitglieder ihren Account. Ist den Leuten das Thema Datenschutz egal?

Viele Menschen haben sich einfach an Facebook gewöhnt. Dort organisiert man seine sozialen Kontakte und erfährt, wann welche Veranstaltung stattfindet. Diesen Mehrwert würde ein Netzwerk aber auch bieten, wenn man die Nutzer nicht durchleuchten würde. Leider haben die Nutzer kaum eine andere Wahl. Facebook hat durch den Aufkauf von Instagram und Whatsapp quasi ein Monopol. Umso wichtiger sind rote Linien bei der Frage, wie weit ein Unternehmen mein Nutzungsverhalten auswerten darf.

Gibt es bessere Alternativen?

Das ist eine komplizierte Geschichte. Ich bin bei alternativen Netzwerk namens Mastodon aktiv. Es ist dezentral organisiert, das heißt es gibt nicht nur einen Server, sondern jeder kann einen Server betreiben und die können dann alle miteinander kommunizieren. Ähnlich wie bei E-Mails gibt es nicht nur den einen Anbieter, der alles kontrolliert, sondern jeder Serverbetreiber macht seine eigenen Regeln. Da spielt natürlich Vertrauen eine große Rolle. Auch hier ist die Frage, ob ich das Netzwerk für meine Arbeit im öffentlichen Bereich nutze oder private Nachrichten verschicke. Für private Nachrichten sind verschlüsselte Messenger-Dienste, wie zum Beispiel Signal oder Threma, meiner Meinung nach die beste Alternative.

Für Ihr Buch „Die Daten, die ich rief“, haben Sie recherchiert, wo und in welchem Umfang Ihre Daten gespeichert sind. Was hat Sie dabei am meisten überrascht?

Mein sogenannter ‚Klickstream‘ von Amazon. Man weiß ja, dass Online-Shops jeden Klick eines Nutzers speichern um ihn auszuwerten. Es ist aber etwas anderes, das in einer riesigen Excel-Tabelle vor sich zu sehen. Nach einem Jahr, in dem ich Amazon genutzt habe, bekam ich eine Tabelle von 15.000 Klicks und zu jedem Klick gab es bis zu 50 Angaben. Da stand dann zum Beispiel zu jedem einzelnen Klick meine IP-Adresse, die Uhrzeit, oder welche Seite ich davor und danach genutzt hatte. Über so ein Konsum-Profil lässt sich eine Menge über eine Person herausfinden. Wenn wir zum Beispiel einen Selbsthilfe-Ratgeber beim Buchhändler um die Ecke kaufen, dann vergisst der das bald wieder. Bei Amazon läuft das in einer großen Datenbank mit anderen Diensten zusammen. Gesetzlich steht mir ein Einblick in diese Daten zu. Um den bei Amazon zu bekommen, musste ich monatelang ständig nachfragen. Das ist eine Frechheit.

Was könnte im schlimmsten Fall mit diesen Daten passieren?

Aus meinen Daten lässt sich ablesen, wo ich war, wann ich wach war, man sieht wann ich viel Freizeit hatte und zu welchen Krankheiten ich recherchiert habe. Je nachdem, welches soziologische und technische Wissen man hat, kann man herauslesen, ob jemand eher Frustkäufer ist oder zu Schnäppchen greift. Wir können uns auch noch gar nicht vorstellen, welche Datenanalyse in fünf oder zehn Jahren möglich ist. Wenn mir jemand vor Jahren gesagt hätte, dass man anhand von 50 Facebook-Likes Aussagen über grundlegende Charaktereigenschaften machen kann, hätte ich den Kopf geschüttelt. Aber genau das ist eingetreten.

Das Recht auf digitale Datenauskunft ist unter anderem in der EU-Datenschutzgrundverordnung festgehalten, die vor knapp vier Monaten in Kraft getreten ist. Wie lautet ihr bisheriges Fazit?

Das ist ein erster Schritt auf einem sehr weiten Weg und eine politische Kompromisslösung. Das Wichtigste ist für mich die verankerte Anhebung der Strafen. Große Unternehmen müssen endlich verstehen, dass Datenmissbrauch kein Bagatell-Delikt ist und sie richtig viel Geld kosten kann. Ein Datenleck oder Verletzung der Privatsphäre kann für Menschen einen immensen Schaden bedeuten. Leider haben es die sogenannten 'Privacy Icon' nicht in die Verordnung geschafft. Sie würden auf einen Blick zeigen, ob zum Beispiel Daten ins Ausland transferiert werden oder ob es eine Löschfrist gibt. Kaum ein Nutzer setzt sich hin und liest zwei Stunden lang die AGB. Und wer es versucht, versteht meist nur die Hälfte. Einfache Icons wären die bessere Lösung.

Politikerin, Bloggerin, Aktivistin – das ist Katharina Nocun

Katharina Nocun wurde 1986 in Polen geboren und ist in Deutschland aufgewachsen. Sie arbeitet als Publizistin, Bürgerrechtlerin und Ökonomin. Bundesweit bekannt wurde Nocun, als sie 2013 für einige Monate das Amt der politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschland übernahm. Im Frühjahr dieses Jahres erschien ihr Buch „Die Daten, die ich rief. Wie wir unsere Freiheit an die Großkonzerne verkaufen“ (Bastei Lübbe, 18 Euro). Daraus liest sie am Montag, 10. September, ab 19 Uhr im Starterkitchen (Kuhnkestraße 6, 24118 Kiel). Der Eintritt ist frei.

Auf viele Unternehmen ist also beim Datenschutz kein Verlass. Was kann ich selbst tun, um meine Daten besser zu kontrollieren?

Nehmen Sie sich die zehn Minuten Zeit und schauen Sie sich bei Diensten, die Sie benutzen, die Privatsphäre-Einstellungen an. Dort kann man festlegen, dass bestimmte Daten nicht für Werbezwecke genutzt oder überhaupt erhoben werden dürfen. Damit lässt sich Schaden minimieren. Noch besser wäre es, datenschutzfreundliche Alternativen zu Google oder Facebook zu nutzen. Ich empfehle hier zum Beispiel Open Street Map, einen datensparsamen Kartendienst, der von jedem Nutzer mitgestaltet werden kann. Und natürlich rate ich jedem, seinen eigenen Datensatz bei den Unternehmen abzufragen. Danach erscheint einem das vorherige Bemühen noch sinnvoller.

Sie haben monatelang recherchiert und sehr viele Anfragen stellen müssen. Dafür hat doch kaum jemand Zeit.

Die Leute müssen verstehen, dass es sich dabei um ihre eigenen Daten handelt. Es ist ihr gutes Recht, eine Kopie zu verlangen. Meine Hoffnung wäre, dass sich viele Menschen diese Mühe machen und die Unternehmen so ihre Weigerungshaltung aufgeben oder sogar diesen Datensatz von sich aus für den Nutzer zugänglich machen. Jeder sollte jederzeit transparent nachvollziehen können, was ein Unternehmen über ihn weiß. Nur so kann man informierte Entscheidungen treffen.

Das Land Schleswig-Holstein sieht sich bei der Digitalisierung in einer Vorreiterrolle. Der neue Umweltminister Jan Philipp Albrecht gilt auch als ausgewiesener Digital-Experte. Was erwarten Sie von ihm?

Er sollte sich in der Regierungskoalition dafür einsetzen, dass mehr Geld für die Vermittlung von Medienkompetenz und Informatik an Schulen bereitgestellt wird. Wenn die Schüler lernen, wie Programme funktionieren, können sie sie auch kritisch hinterfragen. Außerdem würde ich mir wünschen, dass das Thema freie Software in der öffentlichen Verwaltung endlich angegangen wird. Aus meiner Sicht ist es nicht nachvollziehbar, warum Softwarecode, der mit unseren Steuergeldern finanziert wurde, nicht der Zivilgesellschaft als öffentliches Gut zur Verfügung gestellt wird. Und die öffentliche Verwaltung wäre damit unabhängiger von großen Unternehmen wie Microsoft.

Sie selbst waren auch schon als Politikerin aktiv. 2013 haben Sie für mehrere Monate das Amt der politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei Deutschlands übernommen. Was haben Sie in dieser Zeit gelernt?

In einer Partei, die mehr als 30.000 Mitglieder hat, lernt man natürlich viel – über sich selbst, über andere Menschen, darüber, wie Menschen zusammenarbeiten. Ich habe auch einiges über Öffentlichkeitsarbeit gelernt, und darüber, was das mit mir macht. Aber ich würde die Erfahrung nicht missen wollen und würde mich in der gleichen Situation wieder so entscheiden. Die Piraten mögen heute keine bedeutende Rolle mehr spielen, damals haben wir wichtige Impulse gesetzt und den Menschen gezeigt, dass eine andere Art von Politik möglich ist.

Sie haben die Piraten 2016 verlassen. Woran ist die Partei gescheitert?

Es sind damals ganz viele Punkte zusammengekommen. Wir waren mit dem Wachstum überfordert. Viele wussten nicht, wie man eine Partei aufbaut und führt. Das Prinzip ‚learning-by-doing‘ ist mitten im Bundeswahlkampf keine gute Strategie.

Was wäre die richtige Strategie gewesen?

Wir hätten uns stärker professionalisieren und Hilfe von außen holen müssen. Dieser Wille war nicht da, weil man anders sein wollte. Die Partei wollte nicht die klassischen Parteistrukturen übernehmen. Das hat einiges kompliziert gemacht. Parteitage haben bis zu 100.000 Euro gekostet, das ist ohne große Spender im Hintergrund nur schwer möglich.

Nach Ihrem Austritt aus der Piratenpartei beschäftigen Sie sich nun mit rechtspopulistischen Bewegungen. Wie beurteilen Sie das Geschehen der vergangenen Wochen in Chemnitz?

Interessant finde ich, dass in der Berichterstattung über die Vorfälle eine geschlossene Rechte dargestellt wird. Die AfD ist gemeinsam mit Pro Chemnitz marschiert. Das wurde von führenden Mitgliedern beider Seiten auch begrüßt. In rechten Internetforen wird momentan diskutiert, ob es die richtige Entscheidung war, die AfD eine Kundgebung anmelden zu lassen. So hätte man sich nicht getraut, provokante Maßnahmen zu starten um der Partei nicht zu schaden. Es ist gut möglich, dass die AfD künftig nicht mehr als Veranstalter auftritt und sich stattdessen als parlamentarischer Arm im Hintergrund der radikalen Rechten begreift.

Sollte die AfD vom Verfassungsschutz beobachtet werden?

Wenn ich mir vor Augen führe, wen der Verfassungsschutz sonst so beobachtet, dann verstehe ich ehrlich gesagt nicht, dass die AfD nicht beobachtet wird. Gerade die Jugendorganisationen haben Querverbindungen zu rechtsextremen Burschenschaften, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob eine Beobachtung das Problem mit der AfD lösen würde. Spätestens durch den NSU wurde klar, dass der Verfassungsschutz auch kritisch zu sehen ist. Er müsste dringend reformiert werden.

In Sachsen wird 2019 ein neuer Landtag gewählt, die AfD liegt momentan bei 25 Prozent. Warum ist die Partei dort so stark?

Ich habe Ökonomie studiert und kenne die Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung im Osten. Dort wurden Fehler gemacht. Die Menschen haben zu Recht das Gefühl, nicht am Wohlstand in Deutschland teilnehmen zu können und sich abgehängt zu fühlen. Wir müssen als Gesellschaft dringend darüber sprechen, was in dieser Region in den vergangenen Jahrzehnten schiefgelaufen ist. Es braucht eine aktive Zivilgesellschaft, die Alternativen für die Menschen schafft. Wenn es keinen Jugendtreff in dem Heimatort gibt, dann geht man eben zum Nazi-Treff. Prävention sollte von staatlicher Seite nicht als verschärfte Polizeiarbeit betrachtet werden, sondern durch wirtschaftliche Förderung und soziale Initiativen erfolgen. Die Region braucht Hilfe, damit Menschenfänger es nicht so leicht haben.

Sie selbst sind in Polen geboren und in Deutschland aufgewachsen. Haben auch Sie Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit gemacht?

Witze über Polen waren der Hit in den Neunzigern, sogar Harald Schmidt hatte dafür in seiner Abendsendung einen festen Platz. Natürlich macht das was mit einem, wenn man in den Neunzigern aufwächst und ständig hört, dass Polen klauen, unehrlich oder sonst eben Opfer sind. Als Jugendliche bin ich bei einer Mitfahrgelegenheit eingestiegen und alle Autoinsassen haben sich Polenwitze erzählt und über Osteuropäer gelästert. Ich habe sachlich gegengehalten, das half aber nichts. Das hat mich natürlich getroffen. Beim Aussteigen habe ich dann gesagt, dass ich Polin bin.

Was bereitet Ihnen mehr Sorge: Der wachsende Zuspruch für rechtspopulistische Parteien oder die rasante Digitalisierung, bei der Datenschutz kaum Schritt halten kann?

Ich finde die Kombination besonders besorgniserregend. Wir dürfen staatliche und private Datensammlungen nicht getrennt betrachten, denn der Staat greift ja zunehmend auf letztere zu. Wenn wir uns die Gesetzesänderungen der vergangenen Jahre anschauen, dann haben wir eine deutliche Ausweitung dessen, Polizei und Geheimdienste in Deutschland und auch international machen dürfen. Ein ähnlich hartes Gesetz wie das Polizeiaufgabengesetz gab es in Bayern seit 1945 nicht. Wir bauen da einen autoritären, schlüsselfertigen Überwachungsstaat, ohne zu wissen, wer einmal die Schlüssel dafür in der Hand hält. Ich befürchte, dass wir in zehn oder 20 Jahren eine Regierung mit einem rechten Koalitionspartner haben könnten. Dann werden Gesetzesformulierungen wie ‚Gefährder‘ ganz anders ausgelegt als heute. Ich weiß genau, wer für die AfD ein ‚Gefährder‘ ist; das sind Menschen wie ich und das macht mir Sorgen.

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