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Rauch sorgt für Anwohner-Ärger

Holzofenbäcker in Gaarden Rauch sorgt für Anwohner-Ärger

Der Rauch, den die Holzofenbäckerei in Gaarden verursacht, sorgt für Ärger unter den Anwohnern. Die Nachbarn des Traditionsbetriebs klagen über Belästigung und lassen gesundheitliche Gefahren prüfen. Bäcker und Gegner hoffen auf eine einvernehmliche Lösung.

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"Wir verbrennen nur gutes, trockenes Holz," sagt Bäckerei-Seniorchef Heinrich Vorbeck.

Quelle: Martin Geist

Gaarden. Viel Rauch um nichts? Oder eine nervige, gar gesundheitsschädliche Beeinträchtigung der Lebensqualität? Unterschiedliche Positionen wurden auch auf einem Treffen der Nachbarn deutlich. Organisiert hatte das Treffen Andreas Halle, der von seiner Wohnung in der Heintzestraße auf den Schornstein der Bäckerei blickt und darüber klagt, dass ihm der daraus entweichende Geruch selbst bei geschlossenen Fenstern in die Nase steigt. „Nachts werde ich manchmal vom Rauchgeruch im Schlafzimmer wach und bin dann völlig gerädert, weil ich lange nicht wieder einschlafen kann“, schildert der Gaardener sein Problem. Andere Anwohner sind sauer, weil sie auf ihren Balkonen keine Wäsche aufhängen können.

Beim Anfeuern qualmt es mächtig

Tatsächlich, so räumt Bäcker Andreas Vorbeck ein, qualmt es mächtig beim Anfeuern. „Nach einer halben Stunde ist das aber vorbei, und dann brennt der Ofen extrem sauber ab“, fügt er hinzu. Vorbeck kann sich auf Fakten berufen. Geheizt wird ausschließlich mit Eichen- und Buchenholz, das nach Messungen der Behörden die zulässige Restfeuchtigkeit von 26 Prozent mit zehn bis elf Prozent weit unterschreitet. Auch habe man vor einem Jahr freiwillig den Schornstein erhöht, um die Belastung zu reduzieren.

Dass in der kleinen Bäckerei, die umsäumt ist von großen Mehrfamilienhäusern in der Heischstraße, der Heintzestraße, der Bielenbergstraße und der Sörensenstraße, etwas nicht nach Recht und Gesetz läuft, behauptet auch die Gegenseite nicht. Und dennoch meint Andreas Halle: „Der Rauch zieht leider nicht hin, wo er soll.“

„Das tut uns leid, es ist nicht unser Bestreben, jemanden zu ärgern“, kommentierte Bäcker Vorbeck. Und er deutete Entgegenkommen an. Möglicherweise könne ein Gebläse helfen, auch den Einbau von Filtern schließe er nicht aus. Geklärt werden müsse aber erst, ob und welche technische Nachrüstungen etwas bringen und wirtschaftlich verkraftbar sind.

Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung

Moderate Töne schlagen auch die Kritiker an. „Es geht nicht darum, einem Betrieb die Grundlage zu entziehen“, versicherte Andreas Halle. Er hoffe auf eine Lösung, mit der alle Beteiligten gut leben können. Im nächsten Schritt will die Initiative klären lassen, ob der Rauch, der an ihren Häusern ankommt, Gesundheitsbelastungen bringt. Dazu sei aber die Unterstützung der Behörden notwendig.

Laut Pressestelle der Stadt Kiel prüft aktuell das Amt für Bauordnung, Vermessung und Geoinformation die Angelegenheit. Außerdem heißt es in Stellungnahme: „Nach unseren Informationen gab es eine Bestätigung durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, dass die Bäckerei keine Umweltstandards verletzt.“

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