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Kiel Mojib Latif wird neuer Präsident
Kiel Mojib Latif wird neuer Präsident
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17:13 23.10.2017
Von Anne Steinmetz
Klimaforscher Mojib Latif wird neuer Präsident des deutschen Ablegers des Club of Rome. Quelle: Arno Burgi/dpa

Latif folgt der Unternehmerin Fanja Pon nach, die das Präsidentenamt aus persönlichen Gründen abgab.„Die Wahl ist für mich eine große Ehre, aber auch eine große Verpflichtung“, sagte Latif am Montag. Der Club of Rome stehe für Glaubwürdigkeit, diese zu erhalten sei eine verantwortungsvolle Aufgabe.

Ein Anliegen seiner Präsidentschaft ist für Latif der Einsatz für eine ökosoziale Marktwirtschaft. „Viele Fehlentwicklungen der vergangenen Jahren liegen im Wirtschaftssystem begründet. Die Wirtschaft braucht wieder klare Regeln.“ Ihn persönlich bewege der Zulauf der Populisten in letzter Zeit. Auch hierfür sieht der 63-Jährige Gründe im Wirtschaftssystem, dies habe zu wachsenden Ungerechtigkeiten geführt.

„Wir brauchen einen gesamtgesellschaftlichen Entwurf, der hier für Veränderungen sorgt. Nur dann können wir auch den Klimawandel wirksam bekämpfen.“ Es könne doch beispielsweise nicht angehen, dass Banken zockten ohne Ende, wenn etwas schief gehe aber der Staat einschreiten müsste, um die Banken zu retten. „Es muss wieder das Verursacherprinzip gelten“, fordert Latif. Das gelte auch für andere Bereiche wie etwa die Automobilindustrie.

Daniel Günther gratulierte Mojib Latif

Glückwünsche für seine neue Aufgabe erhielt Latif am Montagnachmittag auch von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Latifs Talent bestehe darin, für seine Forschungsergebnisse im Bereich des Klimaschutzes eine Sprache zu finden, die alle Menschen verstünden und sie anrege, über ihr Handeln nachzudenken, schrieb Günther. Der Klimaforscher gebe aber auch der Politik immer wieder Impulse für eine nachhaltige Gestaltung der Lebenswelt. „Vor uns stehen große Herausforderungen. Ich würde mich daher sehr freuen, wenn wir unseren Dialog ausbauen und den Weg gemeinsam gestalten können.“

Der Club of Rome ist ein internationaler Zusammenschluss von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Er wurde 1968 in Rom gegründet - mit dem Ziel, Verständnis für die dringlichsten Probleme der Erde zu wecken. Zehn Jahre später wurde die Deutsche Gesellschaft Club of Rome mit Sitz in Hamburg gegründet. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Claudia Kemfert, Expertin für Umwelt- und Energiefragen am DIW in Berlin, Franz-Josef Radermacher, Informatiker und Experte für Globalisierungfragen, und der Unternehmensberater Roland Berger.

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