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Kiel Der Bau der Sandkiste beginnt
Kiel Der Bau der Sandkiste beginnt
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07:02 16.05.2018
Von Frank Behling
Der Schwimmkran "Enak" hebt ein Stemmtor der kleinen Nordschleuse aus dem Wasser. An die Stelle der Schleusentore soll ein Damm eingesetzt werden, damit die Schleusen mit Sand gefüllt werden können. Quelle: Frank Behling
Kiel

Am Montagabend traf Deutschlands größter Schwimmkran in Holtenau an. Nach einer kurzen Nachtpause legte die Besatzung des Krans „Enak“ los und ging am Dienstag um 7 Uhr an der Zufahrt der Fördeseite in Position. „Der Kran hat die Aufgabe die Schleusentore auszubauen. Das ist der erste Schritt“, sagte Frank Bullerkist, der Projektleiter beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau für den Ersatzbau der kleinen Schleusen. Mit einem Investitionsvolumen von 240 bis 290 Millionen Euro wird es die größte Baustelle der nächsten Jahre in Kiel.

Ab 2023 gebaut und 2029 eröffnet

Bis die ersten Schiffe durch die neuen Kammern fahren werden, steht noch ein Planungs- und Baumarathon ins Haus. Wenn die Planungen und Umweltprüfungen nach Plan laufen, soll die neue Schleusen ab 2023 gebaut und 2029 eröffnet werden. „Der erste Bauabschnitt sind jetzt die Sicherungsarbeiten“, sagt sein Matthias Baasch, der die Schleusen betreut.

110 000 Tonnen Sand

Die 1895 eingeweihten Schleusenkammern haben an mehreren Stellen Risse und Stabilitätsprobleme. Um die Schleusen abreißen zu können müssen sie in mehreren Schritten zunächst stabilisiert werden. Dies geschieht durch große Stahldämme und feinen Seesand aus der Ostsee. Rund 1 100 000 Tonnen Sand sollen Bagger aus der nähe der dänischen Insel Marstal ab Herbst nach Holtenau bringen und in die beiden Schleusenkammer spülen. Der Seesand dient dabei als Stabilisator und verhindert später beim Abriss ein unkontrolliertes Zusammenstürzen des Bauwerks.

Während der Schwimmkran mit dem Ausbau der ersten acht Schleusentore an der Fördeseite begonnen hat, sind in der Wik an der Uferstraße die Vorbereitungen zum Bau von einem „Fangedamm“ angelaufen. Direkt neben dem Fähranleger werden in den kommenden Wochen große Stahlblöcke aus Spundwandstahl gebaut, die dann an der Fördeseite wie ein Damm vor die Schleuse gesetzt werden soll. In diesen Damm kommen dann 15 000 Tonnen Seesand als Stabilisierung. Ein zweiter Damm wird dann später an der Kanalseite gebaut. Das soll bis zum Herbst erfolgen.

7000 Lastwagen-Fahrten

Danach rücken dann Saugbagger an und holen aus dänischen Gewässern bis zum Jahresende die 110 000 Tonnen Seesand und füllen damit die beiden Schleusenkammern. „Alles wird auf dem Seeweg herangebracht und in die Kammern gespült. Es wird dadurch keinen Lkw–Verkehr durch Holtenau geben“, sagt Bullerkist. Bei einer Anlieferung über Land wären 7000 Lastwagen-Fahrten erforderlich.

Auch die ausgebauten Schleusentore werden mit dem Schwimmkran und Ponton auf dem Wasserweg zur Uferstraße in die Wik gebracht. Dort sollen die alten Tore in den nächsten Wochen verschrottet werden

Der Schwimmkran "Enak" hebt in dieser Woche acht Stemmtore der kleinen Schleuse Kiel-Holtenau aus ihren Lagern
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