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Kiel Alle Optionen in Kiel sind offen
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07:02 18.04.2018
Von Kristian Blasel
Wie geht es am Theodor-Heuss-Ring weiter? Land und Stadt lassen derzeit verschiedene Szenarien prüfen, wie die Schadstoffbelastung dort gesenkt werden kann. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

 „Das laufende Gerichtsverfahren, das die Deutsche Umwelthilfe angestrengt hat, macht es erforderlich, alle denkbaren Maßnahmen in den Blick zu nehmen“, sagt Stadtsprecherin Annette Wiese-Krukowska.

Eine City-Maut für Kiel würde vor allem Pendler treffen

Bis der neue Luftreinhalteplan auf dem Tisch liegt, der sich, wie berichtet, bis mindestens zum Sommer verzögert, ist gleichwohl alles noch denkbar – auch die radikale Lösung einer City-Maut, die nach Überzeugung von Stadt und Land den Schadstoffausstoß kurzfristig deutlich senken würde. Zielgruppe wären Berufspendler, heißt es in der Aufgabenliste, die gemeinsam mit dem von VW finanzierten Gutachterbüro PTV im März erarbeitet worden ist und inzwischen auch dem Umweltausschuss der Stadt vorliegt. Geprüft wird konkret die Erhebung von Gebühren für die Nutzung des Theodor-Heuss-Rings zur Einfahrt in die Innenstadt „bei gleichzeitigem Ausbau des ÖPNV und Bau von Radschnellwegen“.

In Göteborg werden Fahrzeuge automatisch für Gebühren erfasst

Dass derartige Überlegungen nicht nur graue Theorie bleiben müssen, beweist ein Blick ins Ausland: Städte wie London, Madrid und Stockholm haben mit diesem Mittel die Verkehrsbelastung in ihren Innenstädten radikal gesenkt. Auch in Göteborg, das von Kiel aus täglich per Stena-Fähre angefahren wird, müssen seit dem Jahr 2015 selbst ausländische Fahrzeuge werktags Gebühren zahlen. Der Betrag (maximal 60 schwedische Kronen, rund 6,25 Euro) variiert je nach Uhrzeit. Kontrollstationen erfassen dort automatisch den Verkehr, der Fahrzeughalter erhält per Post eine Rechnung. Doch Wiese-Krukowska beruhigt: „Es gibt für Kiel dazu kein konkretes Szenario. Faktisch ist es äußerst unwahrscheinlich, dass das für eine so kurze Strecke in Frage kommt.“

Entscheidungen sollen erst mit dem Luftreinhalteplan fallen

Doch was hilft stattdessen, die Schadstoffbelastung am Theodor-Heuss-Ring kurzfristig zu senken? Stadt und Land geben darauf noch keine Antwort, sondern verweisen auf den überarbeiteten Luftreinhalteplan. „Die Stickoxidemissionen am Theodor-Heuss-Ring sind weiterhin deutlich zu hoch, und die Anwohnerinnen und Anwohner haben ein Recht auf Einhaltung der EU-Luftqualitätsnormen“, hieß es am Montag ausweichend aus dem Umweltministerium. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer wiederum lehnt seit Monaten Fahrverbote für Kiel grundsätzlich ab. „Schon jetzt ist eine hohe Nervosität der Reedereien wahrzunehmen, die den Ostuferhafen bedienen“, schrieb Kämpfer im März in einem Brief an Umweltstaatssekretär Tobias Goldschmidt.

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