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Kiel Er hat viel bewegt im Ortsbeirat
Kiel Er hat viel bewegt im Ortsbeirat
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09:00 09.07.2018
Von Oliver Stenzel
Mindestens eine Stunde am Tag hat Dieter Hartwig in den vergangenen zehn Jahren dem Ortsbeirat gewidmet. Quelle: Oliver Stenzel
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Kiel

Vom Balkon seiner Wohnung im Brauereiviertel aus genießt Dieter Hartwig derzeit freien Blick. Ein Haus ist abgerissen worden, sodass das Auge ungehindert Richtung Samwerstraße schweifen kann. „Meine Frau und ich erfreuen uns wirklich sehr daran“, sagt der 74-Jährige, der natürlich weiß, dass diese Freude von kurzer Dauer sein wird. Gegen den bevorstehenden Neubau mitsamt dem dazugehörigen Lärm und Schmutz hat er allerdings nichts einzuwenden. „Ich kann mich ja nicht für die Nachverdichtung einsetzen und mir selbst mehr Freiraum zwischen den Häusern wünschen“, sagt Hartwig. Der Satz wirkt so klar und gerade wie der Mann, der ihn ausgesprochen hat.

Mensch mit konsequentem Charakter

Der Vorsitzende des Ortsbeirats Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook ist ein konsequenter Charakter. Sein stets in Sachverstand, Bürgernähe und Humor gebetteter Ordnungssinn sorgt dafür, dass das Stadtteilparlament effektiv arbeitet. Auf einer Liste mit dessen wichtigsten Themen hat er in den vergangenen Jahren viele Häkchen machen können – von der Bewohnerparkzone über die Fahrradstraße bis hin zum barrierefreien WC. „Obwohl wir ja nichts zu beschließen haben, können wir viel bewegen“, stellt der SPD-Kommunalpolitiker heraus, dessen Parteizugehörigkeit im Ortsbeirat eine ebenso untergeordnete Rolle spielt wie bei den anderen Mitgliedern.

Vermittler zwischen Stadt und Bürgern

Auch diese Tatsache tut der kleinsten politischen Einheit der Stadtverwaltung spürbar gut. „Bei uns herrscht tatsächlich weitgehend innerer Frieden. Und dieser trägt dazu bei, dass wir uns um die Belange der Bürger kümmern können“, bestätigt Hartwig. Seit er bekanntgegeben hat, nicht mehr kandidieren zu wollen, haben ihm auch zahlreiche Vertreter der Ämter noch einmal mitgeteilt, dass sie stets gerne in die Sitzungen des Ortsbeirats kommen – nicht zuletzt, weil sich dieser seiner Vermittlerrolle zwischen Stadt und Bürgern stets bewusst ist. Und er betont: „Im Ortsbeirat spielen wir nicht Demokratie, sondern sie findet statt. Jeder kann den Interessenausgleich hier live erleben und mitgestalten.“

Keine Demokratie ohne Kompromisse

Nach der letzten von ihm geleiteten Sitzung am kommenden Mittwoch wird man ihn nach der Sommerpause dort auch nicht als Gast erleben können: „Wenn man die Bahn freimacht, soll man sie auch richtig freimachen.“ Seine Quintessenz nach so vielen Jahren passionierten Einsatzes? „Nichts ist so selbstverständlich wie der Kompromiss“, sagt Dieter Hartwig und ergänzt, dass dieser Satz auch sonst ein Leitmotiv seines Lebens sei. Und im Mittelweg den Königsweg zu sehen, zählt ja seit jeher zu den Charakteristika der besten Demokraten.

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