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Holstein-Fahne bei St.-Pauli-Ultras gesucht

Einsatz in Ultra-Szene Holstein-Fahne bei St.-Pauli-Ultras gesucht

Durchsuchungseinsatz in der Ultra-Szene des FC St. Pauli: Ermittler haben am Donnerstag unter Leitung der Staatsanwaltschaft Kiel mehrere Wohnungen in Hamburg durchsucht. Ziel war offenbar zu klären, wer bei einem nächtlichen Überfall in Kiel beteiligt war. Die Einsatzkräfte fanden Beweismaterial.

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Nach einem Überfall auf Holstein-Kiel-Ultras im September löste sich die Gruppe "Supside" auf, deren Banner abhanden kam. Ermittler suchten dies jetzt bei einer Razzia in Hamburg.

Quelle: Andrè Haase

Hamburg/Kiel. Das nächste Kapitel um die Überfall-Nacht auf den 16. September 2017: Der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler bestätigte gegenüber KN-online: "Ja, es gab eine Durchsuchungsaktion bei drei Objekten von Ultras des FC St. Pauli." Den Männern im Alter zwischen 22 und 27 Jahren werden Raub, Landfriedensbruch und andere Verbrechen wie Körperverletzung vorgeworfen.

Nach KN-Informationen ging es den Ermittlern auch darum, die Fahne der Ultra-Fangruppierung "Supside" von Holstein Kiel sicherzustellen. Sie wurde aber nicht gefunden. Stattdessen nahmen die Ermittler offenbar andere Gegenstände mit, die strafrechtlich relevant sein könnten – Betäubungsmittel in geringer Menge,  pyrotechnische Gegenstände und Datenträger.

Gewalttätige Auseinandersetzung vor dem Holstein-Stadion

Vom 15. auf den 16. September 2017 hatten vor dem Holstein-Stadion wohl mehrere Personen aus der Ultra-Szene St. Pauli auf die Kieler Ultras gewartet: Diese kamen vom Auswärtsspiel in Aue zurück und wurden von dem Überfall überrascht, es kam zu einer brutalen Schlägerei. Mehrere Personen wurden dabei verletzt, die Polizei war mit 14 Streifenwagen vor Ort. Da in dem Zusammenhang das Banner der Kieler Ultragruppe abhanden kam, löste sich die Vereinigung gemäß der Gepflogenheiten in der Ultra-Szene auf. Drei Tage später sorgten Vermummte aus dem Holstein-Kiel-Fanblock dann für Aufsehen, als sie vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli den Platz stürmten, um Fahnen der Hamburger zu klauen. Sie wurden ihnen aber wieder entrissen.

"Zufallsfunde" waren eingeplant

Am Donnerstag erfolgte nun die Durchsuchung in Hamburg: Rund 40 Polizisten aus Schleswig-Holstein waren in die Hansestadt gefahren, um dort mehrere Wohnungen mehrerer Tatverdächtiger im Alter zwischen 22 und 27 Jahren zu durchsuchen.

Auch die Hamburger Polizei und szenekundige Beamte aus dem Umfeld des FC St. Pauli leisteten offenbar Unterstützung. "Man rechnet bei Durchsuchungen in einer Szene auch immer mit Zufallsfunden", erläuterte Oberstaatsanwalt Bieler, "daher versichern wir uns auch der Unterstützung vor Ort." Die Ermittlungen rund um den Fahnen-Klau und die Auswertungen der "sichergestellten Beweismittel" liefen jetzt, so Bieler.

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