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Kiel Bombe auf Schrottplatz in Kiel gefunden
Kiel Bombe auf Schrottplatz in Kiel gefunden
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18:32 28.07.2017
Von Niklas Wieczorek
Auf einem Schrottplatz in Kiel tauchte plötzlich eine Bombe auf. Wie sie dort hingelangen konnte, ist noch unklar. Quelle: Julian Stähle/dpa (Symbolbild)
Kiel

Um 17 Uhr endet eigentlich die Schicht von Bernd Fischwasser, Betriebsleiter beim Kieler Schrotthandel – um 16.45 Uhr fand er die Bombe: Ein in einer Schrottlieferung angelieferter Weltkriegs-Sprengkörper ohne Zünder hat am Donnerstag den Betrieb auf dem Ostufer aufgemischt. Der Kampfmittelräumdienst musste kommen und die 250-Kilo-Bombe entsorgen. Die war in ihrem Zustand zwar nicht unmittelbar gefährlich, 60 bis 70 Kilo Sprengstoff in ihrem Inneren hätten aber durchaus noch detonieren können.

Das teilte die Kieler Polizei am Freitag mit. Laut Sprecher Oliver Pohl konnten die Sprengstoffexperten um Oliver Kinast den Einsatz zweieinhalb Stunden nach Auffinden der Bombe beenden: „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte Räumdienst-Chef Kinast im Anschluss. „Das letzte Mal waren die Kampfmittelräumer vor drei, vier, fünf Jahren hier“, erinnerte sich Betriebsleiter Fischwasser.

Kieler Schrotthandel - Bombe fiel beim Sortieren auf

Am Donnerstag, kurz vor Feierabend, sei den Mitarbeitern die Bombe beim Sortieren der Schrottberge aufgefallen. „An der Form haben wir sie erkannt. Die war wohl in einer Schrottlieferung drin“, so Fischwasser, „der zuständige Mitarbeiter konnte aber nicht mehr klar bestimmen, woher die kam.“ Momentan sei auf dem Schrottplatz ordentlich was los, mehrere Lieferungen würden dann stets auf einen großen Haufen gekippt und anschließend je nach Stoffen und Verwertbarkeit separiert. Fischwasser trocken: „Für Bomben haben wir aber keinen Bereich.“

Da der Kampfmittelräumdienst ab 16 Uhr nicht mehr im regulären Dienst ist, riefen die Schrotthändler zunächst die Polizei. Beamte vom 4. Revier trafen ein, um den explosiven Fund zu begutachten. „Das Wichtigste ist dann: Ruhe bewahren“, erklärt Pohl, „wir gehen nicht näher an den Sprengkörper heran und sperren gegebenenfalls ab.“

Die Polizei stellt jetzt weitere Nachforschungen an, ob die Bombe unwissentlich oder absichtlich entsorgt wurde. „Das 4. Revier möchte natürlich weiter herausbekommen, wo die Bombe herkommt“, sagte Sprecher Oliver Pohl. Durch den späten Fund, kurz vor Feierabend, wurden zumindest keine Lieferungen oder Arbeiten auf dem Schrottplatz behindert. „Das passte bestens“, sagte Fischwasser.

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