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Kiel Ein Tonstudio im Taschenformat
Kiel Ein Tonstudio im Taschenformat
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07:00 18.05.2016
Von Volker Rebehn
Henrik Langer liebt Musik, egal ob Rockmusik oder elektronische Sounds des Synthesizers. Auch mit seiner Projektidee für den „Google Summer of Code“ kommt er dieser Leidenschaft nach. Quelle: Volker Rebehn
Kiel

Er ist einer von weltweit 1206 Studierenden, die an dem dreimonatigen, von Google organisierten und von Mentoren betreuten Programmierstipendium teilnehmen. Der Wettbewerb bringt jährlich Projektideen junger Entwicklerinnen und Entwickler mit Softwareorganisationen wie Mozilla (Firefox), The Linux Foundation und vielen anderen zusammen. In dieser Zeit sollen die Studierenden Open-Source-Software programmieren, Software die für Dritte einsehbar und nutzbar ist. Start ist am 23. Mai.

 Musik liegt Henrik Langer im Blut. Als Jugendlicher spielte er Schlagzeug, als das in der elterlichen Wohnung zu laut wurde, griff er zur Gitarre. Die Liebe zum Schlagzeug ist bis heute geblieben. Henrik trommelt in einer Rockband. Der große Notenschlüssel als Tattoo auf seinem linken Unterarm zeugt von seiner Musikbegeisterung. Früh begeisterte ihn aber auch, elektronische Sounds auf einem Midi-Synthesizer zu kreieren. „Alles, was mit kreativer digitaler Klangerzeugung zu tun hat, mag ich“, erzählt er. Er gehe nicht in Klubs, sondern habe viel mehr Spaß zu hören, wie er zu Hause neue Klangerlebnisse auf seinem APC 40 gestaltet. „Das macht keinen schweren Kopf, sondern nur gute Gefühle.“

 So lag es nahe, dass Henrik Langer seine Vorlieben für Musik und Technik für mögliche berufliche Perspektiven nutzt. Das Studium an der Fachhochschule Kiel im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik bietet dafür beste Voraussetzungen. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit hat der junge Mann gemeinsam mit Prof. Robert Manzke und der Creative Technologies AG der Fachhochschule (weitere Details auf www.creative-technologies.de) das Audiosystem CTAG face 2|4, eine Mehrkanal-Soundkarte, entwickelt. Und da Henrik „voll hinter der Open-Source-Ideologie“ steht, hat er die Details seiner Arbeit im Internet veröffentlicht. Sein Projekt war eines von Millionen anderer in der riesigen Open-Source-Gemeinschaft. Doch die amerikanische, ehrenamtliche Organisation BeagleBoard wurde aufmerksam und ermutigte den Kieler, sich beim GSoC zu bewerben.

 Seine Projektidee, die Rechenleistung seiner im Bachelorstudium entwickelten Soundkarte zu erhöhen und „ein Tonstudio im Taschenformat“ zu schaffen, stieß bei Google tatsächlich auf offene Ohren. Mittlerweile hat sich Henrik Langer mit dem Projekt vertraut gemacht, steht wenigstens einmal in der Woche in Kontakt zu sieben anderen Studierenden, die unter anderem in Indien und den USA leben und selbst eigene Projekte verfolgen. Zwei Mentoren betreuen ihn ehrenamtlich im Rahmen der Beagle-BoardOrganisation. Sie prüfen, wie sich das Projekt entwickelt und ob es erfolgreich beendet wird. Wenn ja, winkt ein Stipendium in Höhe von 5500 Dollar. Henrik Langer ist motiviert und überzeugt, dass es klappt. Ihm schwebt vor, dass zum Beispiel Musikerinnen und Musiker sein neues Audiosystem zukünftig als offene Plattform für die Realisierung von Soundeffekten und für Synthesizer verwenden können. Er selbst will nach dem Studium in der Audioindustrie arbeiten und, wenn möglich, mit Künstlern kreative, experimentelle Klangideen verwirklichen.

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