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Kiel Architekten in Kiel schlagen Alarm
Kiel Architekten in Kiel schlagen Alarm
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08:00 11.03.2019
Von Michael Kluth
BDA-Landeschef Christian Schmieder (54) bekräftigt die Forderung seiner Organisation nach einem Studiengang für Architektur in Kiel. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Die Schließung der Ausbildungsgänge an der damaligen Fachhochschule in Eckernförde und an der Kieler Muthesius-Hochschule 2008 sei „ein Riesenfehler“ gewesen. Schmieder spricht von einem „dramatischen Fachkräftemangel“ mit Folgen: „Bauprojekte können nicht geplant werden. Die Behörden haben keine Kapazitäten zur Erstellung von Bebauungsplänen und zur Bearbeitung von Baugenehmigungen. Architekturbüros gründen Filialen in anderen Bundesländern, um von dort aus Projekte in Schleswig-Holstein zu bearbeiten.“

Büro aus Kiel hat lieber in Münster eine Dependance gegründet

Für Letzteres ist Schmieders Vorstandskollege Björn Bergfeld (55) ein illustres Beispiel. Sein Architekturbüro sitzt mit 40 Leuten im Rantzaubau am Kieler Schloss. Weil er in Kiel keine Architekten mehr fand, hat er in Münster eine Dependance mit 17 Architekten gegründet. Münster ist Sitz einer Fachhochschule mit Architekturstudiengang.

Lübecker Absolventen bleiben im Südosten Schleswig-Holsteins oder gehen nach Hamburg

In Schleswig-Holstein gibt es das nur noch an der Technischen Hochschule in Lübeck. Schmieder beklagt deren „Randlage“ in Schleswig-Holstein. Er hat ermittelt, dass Lübecker Absolventen bevorzugt im Südosten des Landes bleiben oder nach Hamburg abwandern. Folge: Der Nordwesten des Landes, Kiel eingeschlossen, ist besonders unterversorgt. Hier habe die Situation sich seit 2008 für 77 Prozent der Büros verschlechtert, im Südosten nur für 24 Prozent.

BDA wünscht sich zunächst Bachelor-Studiengang an der Fachhochschule Kiel

Dem BDA schwebt im ersten Anlauf ein Bachelor-Studiengang Architektur über acht Semester mit 40 Ausbildungsplätzen an der Fachhochschule Kiel vor. Er würde etwa eine Million Euro pro Jahr kosten. Für einen späteren Master-Studiengang kämen auch die Christian-Albrechts-Universität und die Muthesius-Hochschule in Betracht. Das ist Wasser auf die Mühlen der Kieler Baudezernentin Doris Grondke, die zuletzt neuen städtischen Bauvorhaben wegen Personalmangels eine Absage erteilt hat. Schmieder ist Grondke dankbar „für den Mut, den Fachkräftemangel öffentlich zu machen“. Grondke unterstützt die Forderung nach einem Architektur-Studiengang in Kiel.

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