Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kiel Pflegenotstand erreicht Kiel
Kiel Pflegenotstand erreicht Kiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 08.10.2018
Von Karen Schwenke
Die Pflegebranche hat auch in Kiel immer mehr Probleme, Fachkräfte zu finden: In anderen Berufen kann mehr Geld verdient werden, oft werden Spezialisten auch abgeworben. Quelle: Patrick Pleul
Kiel.

Die Heimaufsicht des Ordnungsamtes stellt zudem eine „abnehmende Fachlichkeit bei Pflege- und Leitungskräften“ fest. „Die Lage ist ernst, und sie ist für uns schwierig zu durchschauen und zu beeinflussen“, sagte der Leiter des Amtes für soziale Dienste, Arne Leisner, kürzlich im Sozialausschuss. Einen Ausweg sieht Sozialdezernent Gerwin Stöcken darin, den Einfluss der Stadt zu erweitern. Er wünsche sich, dass „die Kommune die Pflege steuert und auch selbst übernimmt“.

Pflegefachkräfte in Schleswig-Holstein werden häufig abgeworben

In der Landeshauptstadt werden laut einer geschäftlichen Mitteilung des Amtes für soziale Dienste zwei Drittel der Pflegebedürftigen ambulant betreut und ein Drittel stationär. „Unser Ziel ambulant vor stationär wird noch gut erreicht“, so Leisner. Unter dem Fachkräftemangel leiden allerdings beide Bereiche. „Die ambulante Pflege, die eines unserer sehr hohen Güter ist, können wir nur bis zu einem gewissen Grade leisten, weil dann die Kräfte versagen – die der Pflegekräfte und die der Angehörigen.“ Das Amt für soziale Dienste sei mit den Kieler Einrichtungen eng im Gespräch. „Das ist ein schwieriges Thema, weil sich die Einrichtungen gegenseitig Konkurrenz machen.“ Als Beispiel nennt LeisnerPflegeeinrichtungen, die Fachkräfte aus Kroatien in die deutsche Sprache einweisen, diese hier herholen und schwuppdiwupp gehen die Pflegekräfte in ein anderes Bundesland, weil da über Abwerbeprämien mehr gezahlt wird“.

Die Stadt Kiel darf Pflegekräfte nicht selbst beschäftigen

Dieses Dilemma könne nur über gute Ausbildung gelöst werden, sagt der Amtsleiter. Er setze auf die Reform der Ausbildung, die die Berufe Krankenschwester, Altenpfleger und Kinderkrankenschwester ab 2020 zu einem Ausbildungsberuf zusammenfasst. Stöcken hat jedoch Sorge, weil es trotz gleicher Ausbildung unterschiedliche Tariflöhne gibt: „Wer geht dann freiwillig in die Altenpflege, wenn es im Krankenhaus mehr zu verdienen gibt? Doch nur Idealisten. Das können nur die Tarifpartner ändern.“ Die Stadt selbst ist nicht befugt, Pflegekräfte zu beschäftigen, da das Subsidiaritätsprinzip gilt, wonach die Kommune nur dann Leistungen erbringen darf, wenn es auf dem Markt keine anderen Anbieter dafür gibt.

Weitere Nachrichten aus Kiel finden Sie hier.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Tolles Spätsommerwetter und ein buntes Angebot lockten am Wochenende Menschen zum Bauernmarkt in die Kieler Innenstadt. Zu den Attraktionen gehörten Tiere, Traktoren und eine Gruppe Schmiede. Aber auch kulinarisch hatte die Stadt viel zu bieten.

Frank Behling 07.10.2018

Es war der letzte städtische Flohmarkt in diesem Jahr und es schien, als hätten die Kieler vor dem Winter noch mal kräftig ausgemistet. Bei herrlichem Sonnenschein und frischer Brise zog es am Sonntag Tausende zum Feilschen an die Hörn.

Karina Dreyer 07.10.2018

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am Sonntag auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Kiel mit einer neuen Debatte über die doppelte Staatsbürgerschaft gedroht. Falls der türkische Präsident weiter versuche, die türkische Gemeinde in Deutschland zu spalten.

Kay Steinke 07.10.2018