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Kiel Nur selbst auflegen hilft
Kiel Nur selbst auflegen hilft
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06:00 30.11.2018
Von Niklas Wieczorek
Falsche Polizisten am Telefon: Mit einer technischen Finte versuchen sie neuerdings, das Misstrauen der Angerufenen zu zerstreuen. Quelle: Julian Stratenschulte
Kiel

Oliver Pohl, Sprecher der Polizeidirektion Kiel, scheint es fast so, als würden sich die Betrüger auf die Aussagen und Warnungen der Polizei einstellen. So haben die Ermittler in den zwei jüngsten bekannt gewordenen Kieler Fällen festgestellt, dass die Tatverdächtigen inzwischen auch auf technischem Wege versuchen, ihren Opfern Echtheit vorzugaukeln. „Sie rufen an und sagen, dass sie von der Polizei sind“, erläutert Pohl. Reagieren die meist älteren Angerufenen dann vorsichtig, hieße es mehr oder minder überraschend: „Es ist gut, dass sie skeptisch sind.“ Daraufhin bieten die Betrüger an, sich über sie bei der echten Polizei zu informieren. Sie kündigen an aufzulegen und schlagen vor, daraufhin direkt 110 zu wählen.

Der Betrüger bleibt weiterhin in der Leitung

In dem Moment schaffen es die Verbrecher, über einen technischen Kniff eben diesen Ton zu erzeugen, der das Ende eines Telefonats suggeriert. „Der Angerufene geht dann davon aus, dass das Gespräch beendet ist“, beschreibt Pohl. Doch mitnichten: Der Betrüger bleibt weiterhin in der Leitung, stellt entweder zu einem Komplizen mit anderer Stimme durch – oder verstellt die eigene. Das Opfer wählt 110, und ein neues Gespräch wird suggeriert: „Der Angerufene denkt, er spricht mit jemandem Neuen. Und er hat das Gefühl: Ich bin bei der echten Polizei“, erläutert Pohl. Dem fatalen Betrug können von da an Tür und Tor geöffnet sein.

Diese Masche hat Mitte November zwei Senioren in Kiel insgesamt rund 40.000 Euro gekostet: Eine 82-Jährige und ein 74-Jähriger hatten daraufhin so viel Vertrauen zu den Anrufern, dass sie der Aufforderung nachkamen, Geld an vorher vereinbarten Stellen zu platzieren. In beiden Fällen hatten die Verdächtigen laut Opfern den neuen technischen Kniff angewandt – und die typische Geschichte der falschen Polizisten berichtet: Eine Diebesbande habe es auf das Geld der Angerufenen abgesehen, weshalb es zu Hause nicht mehr sicher sei.

Angerufene müssen unbedingt selbst auflegen

Pohl betont erneut ausdrücklich den Hinweis, „derartige Gespräche durch eigenes Auflegen selbst zu beenden und erst anschließend die 110 zu wählen“. Außerdem nehme die Polizei niemals Wertgegenstände oder Geld entgegen – auch nicht zur Sicherungsverwahrung. Spätestens dann sollten die Angerufenen das Gespräch beenden, selbst wenn der Anrufer noch so seriös klingt.

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