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Kiel Bademeister kämpfen um gleichen Lohn
Kiel Bademeister kämpfen um gleichen Lohn
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12:36 29.11.2018
Von Kristiane Backheuer
Die Beschäftigten werden nicht mehr nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVÖD) bezahlt. Das wollen die Kollegen der Kieler Bäder nun nicht länger hinnehmen. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Als die Mitarbeiter der Stadt Kiel zur Personalversammlung ins Kieler Schloss strömten, trafen sie Kollegen, die doch keine Kollegen sind. Die Mitarbeiter der Kieler Schwimmbäder hatten sich im Foyer versammelt, um Flugblätter zu verteilen und für Solidarität zu werben.

Keine Bezahlung nach Tarifvertrag

„Kaum einer weiß, dass die Beschäftigten der Kieler Bäder zwar in einer Immobilie der Stadt mit einer Anlage der Stadt arbeiten, aber selbst nicht dazugehören“, so Eva Schleifenbaum von Verdi. „Sie sind angestellt bei der Kieler Bäder GmbH, die 2006 gegründet wurde, um den Badebetrieb kostengünstiger zu gestalten.“ Doch kostengünstiger hieß in diesem Fall: Die Beschäftigten werden nicht mehr nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVÖD) bezahlt. Das wollen die Kollegen der Kieler Bäder nun nicht länger hinnehmen.

Vierschichtendinest über sieben Tage die Woche

Daniel Bartels, Meister für Bäderbetriebe, rechnet vor, wie ungerecht er und seine Kollegen bezahlt werden: „Eine Fachangestellte für Bäderbetriebe würde laut Tarifvertrag 2400 Euro brutto bekommen. Bei uns bekommt sie 300 Euro weniger.“ Dazu kämen ein Vierschichtdienst über sieben Tage die Woche, kein Weihnachtsgeld, keine vernünftige Altersversorgung, zwei Tage weniger Urlaub und eine Stunde mehr an Arbeitszeit.

Schließung des Lessingbades war Auslöser

Dass der Tarifvertrag einst aufgehoben wurde, habe damals an der Schließung des Lessingbades gelegen, so Verdi-Sprecherin Eva Schleifenbaum. Um Entlassungen zu vermeiden, wurde dem neuen Vertrag zugestimmt. In der diesjährigen Haustarifrunde fordern die Mitarbeiter nun eine Lohnangleichung.

Streiks werden nicht ausgeschlossen

Stadtrat Gerwin Stöcken (SPD) sagte KN-online: „Ich habe viel Sympathie für die Forderung. Aber eine Entscheidung aus der Vergangenheit rückgängig zu machen, ist sehr kompliziert.“ Ein Stufenplan sei denkbar. „Es ist aber keine Kleinigkeit, die man mal eben entscheidet. Es braucht Zeit, einen klugen Weg zu finden.“ Er wolle sich mit dem Aufsichtsrat besprechen. Letztendlich müsse aber die Ratsversammlung entscheiden.

Sollte sich in den Verhandlungen nichts bewegen, schließen die Bäder-Mitarbeiter einen Streik nicht aus. „Dann wird das Schwimmen ohne uns zur Trockenübung“, so Daniel Bartels.

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