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Kiel 370.000 Euro für ein „Super-Projekt“
Kiel 370.000 Euro für ein „Super-Projekt“
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08:00 13.02.2018
Von Martin Geist
Rechtsanwältin Neriman Yilmaz, Praktikantin Shalin Sevinc, Ceyla Solih und Cebel Kücükkaraca von der Türkischen Gemeinde, Staatssekretär Thilo Rohlfs, die Praktikantinnen Dilara Pervane und Jülide Cennet Akkoyun sowie Projektleiter Hakan Demirok (von links) freuen sich, dass das Ausbildungsprojekt AIM weitergehen kann. Quelle: Martin Geist

Von 1000 schleswig-holsteinischen Betrieben, deren Chefs aus der Türkei stammten, bildeten im Jahr 1998 gerade einmal fünf aus. Dieses erschreckende Missverhältnis wirkte als Geburtshelfer für das von der Türkischen Gemeinde betriebene Projekt Ausbildung und Integration für Migranten (AIM). Nun wird die Initiative 20 Jahre alt und entfaltet mehr Wirkung denn je.

Jugendliche für eine duale Berufsausbildung zu gewinnen und sie dabei zu begleiten, ist ein großes Ziel von AIM. Firmenchefs mit ausländischen Wurzeln dazu zu bewegen, Lehrstellen anzubieten, ist das andere große Ziel. Entsprechend ans Werk gehen kann die Türkische Gemeinde jetzt für mindestens zwei weitere Jahre. Arbeits-Staatssekretär Thilo Rohlfs hat dem Verein einen Förderbescheid über 370.000 Euro überreicht, sodass die Arbeit in den Beratungsbüros in Lübeck, Elmshorn, Kiel und Neumünster fortgeführt werden kann.

Staatssekretär Thilo Rohlfs würdigte die Bemühungen der Türkischen Gemeinde als „Super-Projekt“, das trotz aller Erfolge weiterhin seine Daseinsberechtigung habe. Immer noch könnten junge Leute mit Migrationshintergrund nur halb so oft einen Berufsabschluss vorweisen wie ihre deutschstämmigen Altersgenossen.

AIM, das derzeit etwa 350 Jugendliche aus 27 Herkunftsländern sehr intensiv begleitet, kann nach Angaben von Projektleiter Hakan Demirok eine Erfolgsquote von etwa 60 Prozent vorweisen. Wobei von Erfolg dann die Rede ist, wenn jemand eine Berufsausbildung gestartet hat, auf eine weiterführende Schule wechselt oder anderweitig vernünftig aufgehoben ist.

Gewirkt hat das Projekt bei den Arbeitgebern auch ganz grundsätzlich. Heute dürften es ungefähr 200 Chefs mit türkischen Wurzeln sein, die regelmäßig Lehrstellen anbieten.

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