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Kiel Stadt und Verein streiten um Einnahmen
Kiel Stadt und Verein streiten um Einnahmen
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07:01 02.03.2018
Von Karen Schwenke
Eine Fotovoltaikanlage auf dieser Tennishalle würde der Ellerbeker Turnvereinigung 28000 Euro einbringen - wäre da nicht die Kieler Stadtverwaltung. Quelle: Sonja Paar
Kiel

„Anstatt uns zu unterstützen, verlangt die Stadt von den Einnahmen einen Anteil von über 8000 Euro“, klagt die Vereinsführung. „Unser gemeinnütziger Verein wird behandelt wie ein Wirtschaftsunternehmen. Dabei brauchen wir das Geld dringend für den Erhalt unserer Sportanlagen und für den Sportbetrieb.“ Die Fraktionschefin der Grünen in der Ratsversammlung, Lydia Rudow, moniert: „Die Stadt sollte Interesse daran haben, den Ausbau von Solaranlagen voranzutreiben und solche Entwicklungen nicht noch zu behindern.“

Stadt ist Eigentümerin des Erbpacht-Grundstücks

Es wäre das erste Mal, dass ein Kieler Sportverein durch eine Fotovoltaikanlage Geld in seine Kassen spült. Und das Vorhaben klingt verlockend: Das Berliner Unternehmen AVS Solar will auf dem Dach der 2013 sanierten Tennishalle in der Preetzer Straße eine Solarstromanlage errichten und damit bis zu 30 Jahre lang durch Sonne produzierte Energie ins Stromnetz einspeisen. Außerdem hat die Firma einen Investor gefunden. Der Ellerbeker Turnvereinigung entstehen demnach weder Kosten noch Nachteile, beschert ihr aber einen einmaligen Geldsegen. Alleiniges Problem sei die Stadt, berichtet Vereinsvorsitzender Gunnar Hein. Sie ist Besitzer des Erbpacht-Grundstückes, auf dem die Halle steht.

„Die Verwaltung hat das seit 2014 geplante Projekt verzögert. Ein Investor ist deswegen schon abgesprungen. Die Stadt verlangt für die Errichtung der Anlage auf dem vereinseigenen Gebäude eine Pacht in Höhe von 3240 Euro und eine Gebühr für das Leitungsrecht über den Sportplatz von 5000 Euro. Dabei zahlen wir ja bereits Erbpachtzins. Wieso will die Verwaltung jetzt doppelt abkassieren?“, fragt Hein. Die zweite Vorsitzende Maren Büchmann klagt: „Wir machen das hier alles ehrenamtlich, wollen das Geld dem Sport gemeinnützig zuführen, aber die Stadt legt uns Steine in den Weg.“

Gibt es doch noch eine einvernehmliche Lösung?

Die Stadtverwaltung äußerte sich überrascht, dass der Verein den jahrelangen Interessenkonflikt jetzt öffentlich macht, und will sich über die Zahlen und Hintergründe nicht äußern. Allerdings heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme: „Wir gingen bislang davon aus, dass wir ein einvernehmliches Verhandlungsergebnis erzielt haben.“ Kassenwart Wolfgang Hein sieht das gänzlich anders und legt die Schulden des Vereins offen, die keinen Spielraum für weitere Vorhaben lassen. Während Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und Sportdezernent Stöcken bisher nicht vermitteln wollten, sprechen sich die Grünen und der Ortsbeirat Ellerbek dafür aus, dem Verein die Einnahmen zu überlassen.

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