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Der Skywalker vom Skandinaviendamm

Gerald Gutschmidt Der Skywalker vom Skandinaviendamm

Der Glamour der Hollywood Hills könnte in diesem Moment kaum ferner sein. Es ist noch Vorweihnachtszeit, und Kiel zeigt den Passanten die nasskalte Schulter. „Das ist sehr trostlos“, sagt Gerald Gutschmidt. Nur die Daunenweste mit dem eingestickten Filmlogo „War of the Worlds“ macht neugierig.

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Gerald Gutschmidt, aufgewachsen in Kiel und heute wohnhaft in San Francisco, ist ein gefragter Lightproducer in der amerikanischen Filmindustrie.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Gerald Gutschmidt war als Direktor für Animationen an dem Kassenschlager mit Tom Cruise (2005) beteiligt. Einer von etlichen Filmen, bei denen Gutschmidt, in Kiel aufgewachsen und seit Mitte der Neunziger in San Francisco lebend, an den Reglern saß. Ausdruck seiner Bodenhaftung: Gutschmidt war zur Premiere des neuen „Star Wars“ auf den roten Teppich nach Los Angeles geladen. Doch der vorweihnachtliche Besuch der Schwiegermutter hatte Vorrang. Mettenhof statt Mark Hamill.

„Man kann nicht überall sein“, sagt Gutschmidt lakonisch. Fans weltweit hätten sich um die Möglichkeit gerissen – doch er winkt ab. Gutschmidt kennt den Film ja bereits: Er war für die Szenenbeleuchtung zuständig als „Technical Director Lighting Supervisor“. Und doch ist ihm mehr daran gelegen, heute über sein Engagement im „Sister City Comittee“ zu sprechen. Die Städtepartnerschaft zwischen Kiel und San Franscisco ist für Gutschmidt eine Herzensangelegenheit.

„Ich will, dass die Normalbürger etwas davon haben. 2018 wird das Make-or-Break-Jahr“, sagt der 53-Jährige. Die Brücke, die sich zwischen beiden Städten aufgetan hat – Gutschmidt will sie beschreiten. „Es gibt da wirklich prädestinierte Sachen“, sagt er. Das Meer – ein Symbol der Gemeinsamkeit der neuen Partner. „Städte am Meer wachsen anders. Außerdem hast du immer eine Verbindung nach außen“, sagt Gutschmidt. Und schlägt sodann den Bogen zum kürzlich verstorbenen Bürgermeister San Franciscos, Edwin M. Lee. „Leute, die sich kennen, schießen sich nicht ab. Das war Lees Botschaft. Und die wird auch ohne ihn fortbestehen.“

„San Francisco ist als Sanctuary City, als Zufluchtsstadt bekannt“, führt er weiter aus. „Ein Grund, warum wir jemanden wie Trump haben: wenn Leute ausgeschlossen werden.“ Das passiere freilich auch in San Francisco durch steigende wirtschaftliche Ungleichheit. „Wir dürfen die Schere nicht zu weit auseinandergehen lassen. "Kiel hat eine Chance, etwas aus dieser Partnerschaft mitzunehmen, wenn sie San Francisco auch kritisch sieht“, sagt Gutschmidt, der wiederum die Hippie-Kultur, die Offenheit für Innovationen und das Umweltbewusstsein seiner Stadt schätzt.Der Kulturaustausch liegt Gutschmidt am Herzen. Eine Idee: Punk- und Metal-Bands aus Kiel und Umgebung an die Bay Area zu bringen.

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