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Kiel Minister Heiner Garg operiert
Kiel Minister Heiner Garg operiert
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20:03 18.01.2018
Von Karen Schwenke
Schnellkursus in Sachen Fuß-OP: Minister Heiner Garg lässt sich von Rouven Borowsky, Ingenieur bei der Firma Stryker, die in Kiel entwickelte Technik zur Fixierung zweier Knochenteile mit Hilfe von Ultraschall und eines vom Körper abbaubaren Nagels erklären. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

„Möchten Sie vielleicht einmal einen Vorfuß operieren?“ Ein Minister muss sich vielen Fragen stellen. Aber diese wird Heiner Garg noch nicht gehört haben. Daher schaut er etwas verwirrt. Doch schon hat ihm Rouven Borowsky, Ingenieur beim Kieler Medizintechnikentwickler Stryker, das High-Tech-OP-Besteck in die Hand gedrückt. Der Gesundheitsminister muss nur noch fest drücken („Das krieg’ ich hin“), und schon hat er zwei Knochenmodellteile fest miteinander verbunden. Diese Tat und viele Worte überzeugen Garg beim Rundgang durch die Ausstellungshalle von den vielen Problemlösungen der hiesigen Gesundheitswirtschaft: „Wir haben kaum Erkenntnisdefizite, wir haben aber ein großes Umsetzungsdefizit“, resümiert er später.

Der eigentliche Vorteil der neuen Operationstechnologie mit dem „Sonic Pin“, so erklärt es Borowsky, sei der Milchsäure-Pin, der mittels Ultraschall im Knochen verankert wird und so statt einer sonst üblichen Metallschraube die Knochen zusammenhält. Da sich die Milchsäure hinterher von selbst auflöst, muss sie später nicht mehr entfernt werden. Das in Kiel entwickelte System erspare Patienten, Ärzten und Kostenträgern den zweiten Eingriff zur Entfernung des Implantats. Ganz angetan von der Einfachheit der Technik entfährt es Garg: „Sie können sich von mir operieren lassen, ich kann das. Fachärztemangel adé!“

Gut gelaunt und dennoch mit einem Bewusstsein für die „gewaltigen Probleme“ der Branche, nicht nur im Bereich der Fachkräftesicherung und -gewinnung, schüttelt der Minister bei allen 15 Ausstellern Hände. „Der Kongress ist ein echtes Flaggschiff für die Gesundheitspolitik in Schleswig-Holstein.“ Leider sei die Vernetzung noch immer ein Thema. Seit mindestens zwei Jahrzehnten werde die sektorenübergreifende Versorgung diskutiert, in Wahrheit komme aber noch relativ wenig bei den Patienten an. „Wir wollen aus Kiel den Impuls geben, dass wir all die Erkenntnisse ans Krankenbett bringen, damit Patienten ganz konkret etwas davon haben.“

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