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Kiel Glänzende Leistung brachte ihr den Landessieg ein
Kiel Glänzende Leistung brachte ihr den Landessieg ein
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20:32 06.03.2016
Von Christoph Jürgensen
Mit einem dreiteiligen Anhänger aus 750er-Gelbgold ist die 24-jährige Estella Haberl aus Kiel Landessiegerin 2015 des Goldschmiedehandwerks geworden. Quelle: Christoph Jürgensen

Nach dem Abitur wollte Estella Haberl, die aus dem Raum Stuttgart stammt, lieber etwas Kreatives und Praktisches machen als zu studieren. Beim Ausloten der Möglichkeiten stieß sie auf das Goldschmiedehandwerk. „Ich habe eine zweijährige Ausbildung an der Berufsfachschule in Pforzheim gemacht“, berichtete die frisch gebackene Gesellin. Da die Grundlagen des Handwerks in Süddeutschland aber nicht im Betrieb, sondern ganz im schulischen Unterricht vermittelt werden, musste Estella Haberl noch eine anderthalbjährige Anschlusslehre absolvieren. Und weil ihr Freund gerade ein Schiffbaustudium in Kiel beginnen wollte, machten sich beide gemeinsam auf den Weg an die Förde.

 Im Goldschmiedepunkt in der Holtenauer Straße bekam Estella Haberl die Gelegenheit, sich mit dem fachlichen Fundament, das sie bereits erworben hatte, ganz auf die handwerkliche Arbeit zu konzentrieren und nach dem schulischen Teil der Ausbildung die Praxis eines Ladenbetriebs kennenzulernen. Seit drei Jahrzehnten setzen die Goldschmiedemeisterinnen Inke Lorenzen und Anja von Wenckstern auf die Ausbildung im eigenen Geschäft. Es sei eine schöne Aufgabe, das eigene Wissen weiterzugeben und dabei selbst immer wieder die Grundlagen neu zu erfahren, sagt von Wenckstern. Aber auch die Auszubildenden selbst seien eine Bereicherung für das Team, gäben neue Impulse und lieferten Anlässe, mit verschiedenen Materialien und Techniken zu experimentieren.

 Für ihr Gesellenstück haben Estella Haberl und die anderen Auszubildenden des Landes im vergangenem Jahr zwei Vorgaben bekommen: Es sollte eine Schließmechanik und eine Beweglichkeit enthalten. Ansonsten hatten sie freie Hand. Beim Zeichnen hat die spätere Landessiegerin die Form für ihr Stück entwickelt und beschlossen, einen Anhänger zu entwerfen. „Ich wollte etwas schaffen, das auch tragbar ist“, berichtet Estella Haberl. In über 30 Arbeitsstunden ist dann aus knapp 30 Gramm 750er-Gelbgold ein Anhänger mit drei glänzenden Gliedern entstanden, die durch Scharniere verbunden sind. Am obersten Glied befindet sich eine verzierte Schraube, die beim Herausdrehen den Verschluss der Kette freigibt. Eine passende Schachtel zur Aufbewahrung ihres Gesellenstücks hat Estella Haberl auch gestaltet.

 Nach einer Reise durch die Republik – unter anderem zum Bundeswettbewerb des Goldschmiedehandwerks – ist das besondere Schmuckstück nun wieder im Goldschmiedepunkt angekommen. Und es gibt bereits Interessenten, die es am liebsten erwerben würden. Doch bleibt Estella Haberls Gesellenstück unverkäuflich. „Wenn ich es verkaufen sollte, würde ich es lieber nachbauen“, erzählt sie. Als Gesellin möchte sie nun weitere Erfahrungen sammeln und die technische Vielseitigkeit ihres Berufs weiter ausschöpfen.

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