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Kiel Erste Abgeordnete gehen von Bord
Kiel Erste Abgeordnete gehen von Bord
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06:00 15.01.2019
Von Christian Hiersemenzel
Wohin segelt die "Gorch Fock"? Nachdem immer mehr Fakten bekannt werden, schwindet die Unterstützung für das Segelschulschiff der Marine. Quelle: Frank Behling
Kiel

„Wenn klar werden sollte, dass ein Neubau doch erheblich wirtschaftlicher als eine Sanierung sein sollte, muss diese Option ernsthaft in Betracht gezogen werden“, sagte FDP-Fraktionschef Christopher Vogt. Dass die Union „angesichts des anhaltenden Chaos im Verteidigungsministerium“ weiterhin an Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) festhalte, sei ihm unverständlich. Zugleich unterstrich Vogt, dass die „Gorch Fock“ zu Schleswig-Holsteins Wahrzeichen gehöre. Als Institution sei das Segelschulschiff deshalb unbedingt zu erhalten.

Petersdotter: "Respekt vor dem Steuerzahler"

Der Kieler Grünen-Abgeordnete Lasse Petersdotter sprach von Respekt vor den Steuerzahlern. „Nostalgie allein reicht nicht“, sagte er. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das Projekt Gorch-Fock-Sanierung abzubrechen und über Alternativen wie eine ,Gorch Fock III’ nachzudenken.“

Schwere Vorwürfe im Prüfbericht

Ende vergangener Woche waren die Ergebnisse eines Prüfberichtes bekannt geworden. Schäden am Schiffsrumpf seien nie korrekt, geschweige denn vollumfänglich untersucht und bewertet worden, heißt es. Die Marine habe das Schiff unter „völliger Verkennung der Sachlage“ unbedingt retten wollen und Warnungen des Havarie-Beauftragten in den Wind geschlagen, wonach die Außenhaut der Bark schon über viele Jahre in einem alarmierenden Zustand gewesen sei. Verteidigungsministerin von der Leyen wurde laut Bundesrechnungshof über das wahre Ausmaß der Schäden und die Kosten im Unklaren gelassen.

Noch gibt es auch Unterstützer

Vertreter von CDU und SPD stellten sich auch gestern hinter die Sanierungspläne. „Man sollte auf jeden Fall einen Weg finden, um die ,Gorch Fock’ für die Marine zu erhalten“, betonte CDU-Fraktionschef Tobias Koch. Kai Dolgner (SPD) warnte davor, „aus Panik einfach den Daumen“ zu senken. Ja, die Zustände bei Reparatur und Beschaffung in der Bundeswehr seien desaströs. Die „Gorch Fock“ sei aber kein isoliertes Problem. „Sowohl die Marine als auch der schleswig-holsteinische Landtag als Pate erwarten eine nachvollziehbare Prüfung aller Möglichkeiten.“

Morgen tritt in Berlin der Verteidigungsausschuss des Bundestags zusammen. Dann soll das Gremium auch einen Statusreport zur „Gorch Fock“ erhalten. „Vielleicht werden wir dann schon sehen, wie es weitergeht“, sagt der Wehrbeauftragte der Bundesregierung, Hans-Peter Bartels.

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