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Kiel Kieler wollen Zukunft der Medizin sehen
Kiel Kieler wollen Zukunft der Medizin sehen
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09:14 18.09.2018
Von Niklas Wieczorek
Große Freude bei den Sieger-Programmierern des Hackathons (v.l.n.r.): Guido Schwartze, Joachim Lipka, Nikodem Grzonkowski, Taher Pham und Markus Kädig. Außerdem im Team: Hartmut Hintze, Thorsten Windrath, Arnaud Briche und Alexander Kleehaus. Quelle: Frank Peter
Kiel

Enormer Jubel brandete auf, als die Moderatoren Eva Diederich und Jan Bastick die Sieger des Healthcare Hackathons verkündeten. So konnten sich alle Besucher vorstellen, dass dieses Team wirklich Spaß am Programmieren hatte – obwohl es 30 Stunden durchgeackert hatte: Hospitainment, Hospimotion, das waren die Stichworte für die Truppe, die hier in Kiel zum ersten Mal zusammenarbeite. Übersetzt: Spaß und Bewegung im Krankenhaus. Jetzt haben sie, die zu fünft die Bühne stürmten, 15.000 Euro gewonnen.

Was haben sie genau gemacht? Taher Pham aus Hamburg beschreibt es so: "Wir haben eine Virtual-Reality-Plattform entwickelt, die den Patienten optimal vorbereitet und schon ab dem ersten postoperativen Tag anleitet." Das heißt: Ein Patient soll zu Beginn seines Krankenhaus-Aufenthalts sofort mit einer Digitalbrille vorbereitet, betreut und dadurch auch mit Spaß in die Reha begleitet werden. Spannend.

Digitale Herausforderungen in der Medizin

Wie auch der gesamte Besuchertag am Sonnabend in der Sparkassen-Arena: Roboterarme, die den Operationssaal revolutionieren, Apps, die dem Patienten helfen, seine Gesundheit zu verbessern – und etliche junge Entwickler, die sich im Programmierwettbewerb duellierten. Das hat die große Fachveranstaltung für digitale Medizin auf dem Familientag am Sonnabend mehr als 1000 Besuchern präsentiert. Die Sparkassen-Arena wurde zur großen Expertenmesse und zum Experimentierfeld zugleich. 

"Im Gesundheitsbereich stehen uns die wichtigsten Herausforderungen bevor", sagte André Nikolski, neuer Chef des Fleet 7, Coworking-Space der Kieler Nachrichten, bereits zum Auftakt des Besuchertages. Den richtete das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein zusammen mit den Tech- und Medizinfirmen IBM und Merck sowie den Kieler Nachrichten aus. Resultat: Mediziner, Techniker und Medien waren für alle Interessierten vor Ort.

Das zog auch Roswitha Furche an: Die 71-jährige Kielerin bestaunte die Herzmassagen, die Roboter Lucas 3 einer Puppe rhythmisch und mit genau dem richtigen Druck verpasst. "Wenn man das mal hat...", sagt Furche, "aber im Krankenhaus fehlt ja meist schon das richtige Pflegebett." Natürlich ist moderne Technik noch häufig teuer und nicht für jede Klinik bezahlbar. Aber: Beispielsweise Wasser nachschenken oder das Bett verstellen? Bei einfachsten Tätigkeiten könnten Roboter ja das Pflegepersonal entlasten, so Furche.

Ärzte und Klinikleiter unterwegs

Dr. Christoph Mikuteit, Anästhesist in Rendsburg, wagte nach einer kurzen Erfahrung mit einer Virtual-Reality-Brille am "Update"-Stand der Kieler Nachrichten einen Blick in die Zukunft: "Ich bin Arzt und in der Medizin wird das Einzug halten", sagt er. Die Technik werde helfen und Fortschritte möglich machen, die noch nicht zu erahnen seien.

Für die Rahmenbedingungen dieser Fortschritte sind Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP), Schirrmherr der Veranstaltung, und UKSH-Chef Jens Scholz verantwortlich. Scholz wünschte sich "mindestens genau so viele Erträge wie 2017" – und führte Garg mit Hackathon-Cheforganisator Christian Elsner an den Ständen von Vorhofflimmer-App "Heartbeats" über KN-Stand und Lucas vorbei. Der Minister war nicht minder begeistert als die Besucher.

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